Detailansicht

Kampf ums Brot
die Diskussion um Frauen im Lehrberuf um 1880 in der Allgemeinen Zeitschrift für Lehrerinnen (1876-1880)
Lisa Müllner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Englisch Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Johanna Gehmacher
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81031
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11856.94384.759556-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Beitrag der Allgemeinen Zeitschrift für Lehrerinnen (1876–1880) zu der Legitimierung von weiblichen Lehrpersonen im deutschsprachigen Raum und die dazu verwendeten Argumentationslinien und Narrative um 1880. Der Untersuchungszeitraum liegt hauptsächlich auf den Jahren nach der Einführung des Reichsvolksschulgesetzes unter Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1869. Das Gesetz normierte unter anderem die Ausbildung weiblicher Lehrpersonen. Aufgrund der gehobenen Anforderungen an das Schulwesen entstand ein höherer Bedarf an Lehrpersonen. Die Tätigkeit der Frauen im Schulwesen war damit gesetzlich verankert, im gesellschaftlichen Diskurs lassen sich jedoch zahlreiche kritische Stimmen finden, die dem Einsatz von Lehrerinnen kritisch gegenüberstanden. Die Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen stellt eines der ersten Medien dar, in dem die gesellschaftliche Debatte um den Einsatz und die Eignung weiblicher Lehrpersonen ausgetragen wurde. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring wird anhand von 18 ausgewählten Artikeln der Zeitschrift deren Beitrag zu der Legitimierung von Lehrerinnen herausgearbeitet. Durch die Analyse lassen sich fünf wesentliche Themengebiete der Debatte herausstellen. Grundlegend wurde die Eignung beziehungsweise Nichteignung der Frau für den Lehrberuf diskutiert. Darüber hinaus waren Fragen betreffend die Qualität der Ausbildung der Lehrerinnen sowie die ökonomischen Hintergründe des Eintritts der Frau in das Schulwesen von großer Bedeutung. Diese Themenaspekte sind vor dem Hintergrund der damals herrschenden gesellschaftlichen Konventionen zu betrachten. Die Wirkungsstätte der bürgerlichen Frau war das Haus und ihr Lebensziel war die Heirat und Mutterschaft. Der Eintritt in den Lehrberuf stand dieser gesellschaftlichen Vorstellung direkt entgegen, woraus sich ein Spannungsfeld ergab. In der Allgemeinen Zeitschrift für Lehrerinnen wird die Ausweitung des Wirkungsbereichs der Frau auf den außerhäuslichen Raum verhandelt, der mit dem Eintritt der Frau in das Schulwesen einherging. Die analysierten Artikel verdeutlichen, dass die Autor:innen, die für den Einsatz der Frau im Schulwesen plädierten, ihre Argumente häufig auf die zeitgenössischen geschlechterbezogenen Rollenvorstellungen und gesellschaftlichen Konventionen stützten und diese im Zuge ihrer Forderungen nach der Akzeptanz der Frau als Lehrperson selten herausforderten.
Abstract
(Englisch)
The Master’s thesis at hand examines the contribution of the Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen (1876–1880) to the legitimation of female teachers in the German-speaking parts of Europe, as well as the arguments and narratives employed around 1880. The main investigation period is the years after the implementation of the Reichsvolksschulgesetz under Kaiser Franz Joseph I. in 1869. Among other aspects regarding the school system, the law standardized teacher training for female teachers. Due to the elevated demands of the school system, the need for teachers increased. Hence, the occupation of female teachers was established through the law; however, the societal discourse exposes numerous critical voices concerning the employment of female teachers. The Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen was one of the first media that allowed advocates to publicly engage in the societal discourse regarding female teachers. The journal’s contribution to the legitimation of women in the school system is analyzed through Qualitative Content Analysis by Philipp Mayring. For this undertaking, 18 articles were chosen based on their content. Based on the analysis, five significant themes have become visible. The underlying theme is whether women are suitable and eligible to be teachers. Moreover, questions regarding the quality of their training and economic reasons for women’s entrance into the school system were negotiated. These themes must be analysed considering the background of contemporary gender roles and norms. Bourgeois women were expected to attend to matters in the house, find a husband, and have children. The entrance into the school system marks a shift in these gendered expectations and directly opposes them. Thus, it created tension and challenged traditional beliefs. This expansion of female occupation to areas outside the house is negotiated in the Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen. The analysis has made it palpable that the article’s authors predominantly supported their arguments with contemporary gender roles and social norms while rarely challenging them.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Lehrerinnen Lehrerinnenbildung Reichsvolksschulgesetz Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen Mädchen- und Frauenbildung 19. Jahrhundert Frauenbewegung Frauenpresse österreichisches Schulwesen Legitimierung von Lehrerinnen
Schlagwörter
(Englisch)
female teachers women's movement women's press
Autor*innen
Lisa Müllner
Haupttitel (Deutsch)
Kampf ums Brot
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Diskussion um Frauen im Lehrberuf um 1880 in der Allgemeinen Zeitschrift für Lehrerinnen (1876-1880)
Paralleltitel (Englisch)
Fight for bread
Paralleluntertitel (Englisch)
the debate on female teachers around 1880 in the Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen (1876-1880)
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
v, 141 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johanna Gehmacher
Klassifikation
15 Geschichte > 15.30 Europäische Geschichte in Mittelalter und Neuzeit. Allgemeines
AC Nummer
AC17856274
Utheses ID
79923
Studienkennzahl
UA | 199 | 507 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1