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Mummy Brown
between the layers of deterioration, colonial exploitation, and mysticism of 18th- and 19th-century European paintings
Judit Flamich
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Noémie Etienne
DOI
10.25365/thesis.81157
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12667.06756.972644-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit befasst sich mit der Geschichte von „Mumienbraun“, einem dunkelbraunen Pigment, das aus pulverisierten Überresten ägyptischer Mumien gewonnen wird, und seiner Verwendung in der europäischen Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Im Kern hinterfragt die Studie den Kontext und die Folgen einer vermeintlichen alchemistischen Umwandlung menschlicher Körper in künstlerische Materialien und untersucht, wie die physische Substanz eines gemalten Bildes als unerwartetes Archiv kultureller Werte, kolonialer Verflechtungen und historischer Fantasien dienen kann. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Werke von Künstlern mit besonderem Fokus auf Mitteleuropa, den ehemaligen Gebieten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Mihály Munkácsy und Hans Makart, im Vergleich zu ihren westlichen Zeitgenossen wie Arnold Böcklin, Angelika Kauffmann und den Präraffaeliten, die schwierige Schnittstelle zwischen Materialität, Konservierung und klassischer Rezeption innerhalb der komplexen Ideologien des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie untersucht, wie die Verwendung eines solchen Pigments, das sowohl von Mystik als auch von Morbidität durchdrungen ist, nicht nur eine Palette an Farbtönen, sondern auch eine Palette an Macht, Mythos und moralischer Ambiguität bietet. Die Analyse befasst sich mit den technischen, sozialen, historischen und politischen Dimensionen der Herstellung und Verwendung von „Mumienbraun“ und entlarvt das Pigment als Relikt kolonialer Begierden, das sich als ästhetische Entscheidung tarnt. Dabei kritisiert sie nicht nur den entmenschlichenden Impuls hinter der Kommerzialisierung antiker Überreste, sondern untersucht auch die anhaltende Faszination der Ägyptomanie in der europäischen Bildkultur sowie deren Ausstellungsstrategien. Die Arbeit lädt die Leser dazu ein, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne zu überdenken, was unter der Oberfläche des gemalten Bildes liegt, und kehrt dabei immer wieder zur Frage zurück, wie die moderne Museumsethik mit dem Inhalt von Kunstwerken, die menschliche Überreste enthalten, in Einklang gebracht werden kann. Letztendlich untersucht die Forschung, wie die Herstellung und Verwendung des Pigments „Mumienbraun“ in der Kunst des 19. Jahrhunderts die koloniale Ausbeutung widerspiegelt und aufrechterhält und welche ethischen Verpflichtungen diese materielle Geschichte modernen Museen auferlegt.
Abstract
(Englisch)
This thesis delves into the history of “mummy brown”, a dark brown pigment derived from pulverised Egyptian mummy remains, and its use in 18th- and 19th-century European art. At its core, the study questions the context and consequences of a supposed alchemical transformation of human bodies into artistic materials, interrogating how the physical substance of a painted image can serve as an unexpected archive of cultural values, colonial entanglements, and historical fantasies. Centring its inquiry on the works of artists with a focus on Central Europe, the former territories of the Austro-Hungarian Monarchy, Mihály Munkácsy, Hans Makart, in comparison with their Western contemporary peers, such as Arnold Böcklin, Angelika Kauffman, and the Pre-Raphaelites. The thesis examines the uneasy intersection of materiality, conservation, and classical reception within the complex ideologies of the 18th-19th century. It considers how the use of such a pigment, steeped in both mystique and morbidity, offers not just a palette of hues but a palette of power, myth, and moral ambiguity. The analysis navigates the technical, social, historical and political dimensions of “mummy brown’s” production and consumption, exposing the pigment as a relic of colonial appetite masquerading as aesthetic choice. In doing so, it not only critiques the dehumanising impulse behind the commodification of ancient remains but also probes the enduring allure of Egyptomania within European visual culture and its display strategies. The thesis invites readers to reconsider what lies beneath the surface of the painted image, both literally and metaphorically, while returning to the question of how to reconcile modern museum ethics with the content of artworks containing human remains. Ultimately, the research examines how the production and use of “mummy brown” pigment in 19th-century art reflect and perpetuate colonial exploitation, and what ethical obligations this material history imposes on modern museums.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Pigment Museologie Konservierung 19. Jahrhundert Egyptologie Egyptomanie Mumienbraun Dekolonialisierung
Schlagwörter
(Englisch)
pigment Egyptology Museology "mummy brown" Egyptomania Colonialism Decolonisation
Haupttitel (Englisch)
Mummy Brown
Hauptuntertitel (Englisch)
between the layers of deterioration, colonial exploitation, and mysticism of 18th- and 19th-century European paintings
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
113 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Noémie Etienne
AC Nummer
AC17891148
Utheses ID
79940
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
