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Die erzählte Front
Schlachtenbeschreibungen bei Ernst Jünger, Erich Maria Remarque und Edlef Köppen
Andreas Riedl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Martin Neubauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80712
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13611.95138.712512-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Erste Weltkrieg löste in der Weimarer Republik einen erbitterten literarischen und politischen Kampf um die Deutungshoheit der Front- und Kriegserfahrung aus. Während sich die Forschung häufig auf die binäre Opposition zwischen dem heroischen Nationalismus Ernst Jüngers (In Stahlgewittern) und dem emotionalen Pazifismus Erich Maria Remarques (Im Westen nichts Neues) konzentriert, rückt diese Arbeit Edlef Köppens Roman Heeresbericht als eigenständigen „dritten Weg“ der Kriegsdarstellung in das Zentrum der Untersuchung. Anhand einer vergleichenden Textanalyse – mit besonderem Blick auf die literarische Konstruktion von Raum, Sensorik, Kampfgeschehen und Sprachverlust – wird aufgezeigt, wie untrennbar ästhetische Form und ideologische Haltung miteinander verbunden sind. Die Untersuchung belegt, dass Jünger die Materialschlacht durch seinen Fokus auf eine elitäre Bewährung verharmlost, während Remarque sie als traumatisierende Regression des Individuums in Szene setzt. Köppen hingegen verweigert sich sowohl der mythischen Sinnstiftung als auch der Sentimentalität. Durch die Montagetechnik, die das fiktionale Leid der Hauptfigur schonungslos mit authentischen Heeresberichten, zynischen Werbeanzeigen und nüchternen Verluststatistiken konfrontiert, erzeugt Köppen eine gezielte kognitive Dissonant bei der Leserschaft. Die Analyse ausgewählter Textstellen demonstriert, dass Köppen den Krieg als einen industriell-bürokratischen Verwaltungsvorgang entlarvt. In diesem System wird der Mensch seiner Individualität beraubt und zum Material degradiert. Diese Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Köppens objektivierender Ansatz die politisch reifste Analyse seiner Epoche darstellt, weil er nicht nur das Sterben anklagt, sondern die strukturelle Verwaltung des Massenmords offenlegt – eine Kritik an der Sprache der Mächtigen, die bis in die heutige Erinnerungskultur von Relevanz ist.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Erster Weltkrieg Kriegsliteratur Weimarer Republik Schlachtendarstellung in der Literatur Literarische Montage Jünger Ernst Remarque Erich Maria Köppen Edlef
Autor*innen
Andreas Riedl
Haupttitel (Deutsch)
Die erzählte Front
Hauptuntertitel (Deutsch)
Schlachtenbeschreibungen bei Ernst Jünger, Erich Maria Remarque und Edlef Köppen
Paralleltitel (Englisch)
The narrated front
Paralleluntertitel (Englisch)
battle descriptions by Ernst Jünger, Erich Maria Remarque and Edlef Köppen
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
106 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Neubauer
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.71 Literaturgeschichte ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe. literarische Motive. literarische Themen
AC Nummer
AC17819915
Utheses ID
79958
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1