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PTBS bei asiatischen Migrant:innen der zweiten Generation
eine qualitative Untersuchung kultureller Verständnisse und diagnostischer Prozesse
Lisa Tiede
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Daniel Pateisky
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80782
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14466.99308.248735-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese qualitative Studie untersucht, wie asiatische Migrant:innen der zweiten Generation im deutschsprachigen Raum die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) kulturell verstehen, bewerten und in ihren Lebensrealitäten aushandeln. Vor dem Hintergrund einer dekolonialen und machtkritischen Theorieperspektive, die die universelle Geltung des westlichen PTBS-Konzepts als Ausdruck kultureller Hegemonie problematisiert, werden die subjektiven Erfahrungen von sechs betroffenen Frauen durch leitfadengestützte Interviews und eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring erschlossen. Die Ergebnisse zeigen, dass die PTBS-Diagnose ein zutiefst ambivalenter und politischer Aushandlungsgegenstand ist. Sie dient als Werkzeug der individuellen Selbstermächtigung, das langjähriges, unerklärliches Leiden erklärt und einen Rahmen für Bewältigung bietet. Andererseits führt sie zu multiplen Ausschlüssen: Im familiären Umfeld stößt die Diagnose auf sprachliche und konzeptionelle Unübersetzbarkeit sowie auf Stigmatisierung. Zudem trifft sie auf ein Gesundheitssystem, das von epistemischer Gewalt und strukturellen Barrieren geprägt ist. Die Betroffenen müssen die Diagnose vor dem Hintergrund einer hybriden Identität verhandeln, die permanent zwischen rassifizierendem Othering navigieren muss. Die zentrale und herausragende empirische Erkenntnis der Studie liegt in der Dokumentation kreativer Aneignungs- und Sinnstiftungsprozesse. Die Teilnehmer:innen überschreiben die fremde Diagnose durch eigene sinnstiftende oder metaphorische Deutungen und verwandeln sie so von einem pathologisierenden Label in ein Instrument der Selbstermächtigung und biografischen Integration. Die Studie schließt mit der Forderung nach einer dekolonialen Wende in Forschung und Praxis, die solche widerständigen Wissensformen anerkennt und Räume für sie schafft, anstatt sich auf „Kultursensibilität“ zu beschränken.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Zweite Generation Asiatische Diaspora Dekoloniale Perspektive Transgenerationales Trauma Kulturelle Aushandlung Zugehörigkeit
Schlagwörter
(Englisch)
Posttraumatic Stress Disorder (PTSD) Second Generation Asian Diaspora Decolonial Perspective Transgenerational Trauma Cultural Negotiation Belonging
Autor*innen
Lisa Tiede
Haupttitel (Deutsch)
PTBS bei asiatischen Migrant:innen der zweiten Generation
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Untersuchung kultureller Verständnisse und diagnostischer Prozesse
Paralleltitel (Englisch)
PTSD in second-generation Asian migrants
Paralleluntertitel (Englisch)
a qualitative study of cultural understandings and diagnostic processes
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
90 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Daniel Pateisky
Klassifikation
71 Soziologie > 71.52 Kulturelle Prozesse
AC Nummer
AC17826522
Utheses ID
79975
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1