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"Woe to that land that's govern'd by a child"
authority, canon, and adolescent subjectivity in young adult Shakespeare retellings
Klara Božić
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Anglophone Literatures and Cultures
Betreuer*in
Dieter Fuchs
DOI
10.25365/thesis.80727
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15187.04624.874374-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Nacherzählungen von Shakespeare für junge Erwachsene (YA) sich mit der Autorität des literarischen Kanons und der Konstruktion jugendlicher Subjektivität auseinandersetzen. Mit Fokus auf Lucy Christophers Storm-Wake, Lisa Kleins Ophelia und Rachel Caines Prince of Shadows untersucht die Studie, wie diese Romane Der Sturm, Hamlet und Romeo und Julia für ein modernes jugendliches Publikum neu gestalten. Mithilfe von Close Reading und vergleichender Analyse werden drei thematische Achsen – Autorität, Zuhause und Sexualität – herausgearbeitet, über die diese Adaptionen Macht, Zugehörigkeit und Identität verhandeln. Der theoretische Rahmen stützt sich auf Adaptationstheorie, Intertextualität und literaturwissenschaftliche Ansätze der Kinder- und Jugendliteratur, um zu untersuchen, wie kanonisches Prestige innerhalb der YA-Literatur sowohl mobilisiert als auch infrage gestellt wird. Die Analyse zeigt, dass diese Nacherzählungen den Fokus konsequent auf Randfiguren verlagern und ihnen eine narrative Handlungsmacht verleihen, die ihnen in den Originalstücken vorenthalten bleibt. Auf diese Weise wird Autorität neu konfiguriert: Anstatt in einer wohlwollenden Wiederherstellung von Ordnung zu münden, wird Macht wiederholt als Zwangskontrolle entlarvt, der man sich widersetzen, mit der man verhandeln oder die man strategisch umgehen muss. Auch die Vorstellung von „Zuhause“ wird in Frage gestellt und wandelt sich von einem stabilen Zufluchtsort zu einem umkämpften und oft beengenden Raum, sodass das Verlassen des Zuhauses zu einer Voraussetzung für Autonomie wird. Gleichzeitig thematisieren die Romane die Sexualität von Jugendlichen, indem sie das Verlangen legitimieren, aber dennoch durch Handlungsverläufe, die von Einverständnis, Konsequenzen und Selbstdefinition geprägt sind, Grenzen setzen. Letztendlich argumentiert diese Arbeit, dass YA-Nacherzählungen eine doppelte kulturelle Funktion erfüllen: Sie erhalten den Shakespeare-Kanon aufrecht, indem sie sein kulturelles Prestige weitergeben, und destabilisieren gleichzeitig seine eingebetteten Ideologien durch die Linse der jugendlichen Erfahrung. Indem sie Wiederherstellung durch Überleben und Gehorsam durch Verhandlung ersetzen, suggerieren diese Adaptionen, dass die Beständigkeit des Kanons nicht von seiner Unveränderlichkeit abhängt, sondern von seiner Fähigkeit, ständig neu interpretiert und hinterfragt zu werden.
Abstract
(Englisch)
This thesis explores how contemporary young adult (YA) retellings of Shakespeare engage with the authority of the literary canon and the construction of adolescent subjectivity. Focusing on Lucy Christopher’s Storm-Wake, Lisa Klein’s Ophelia, and Rachel Caine’s Prince of Shadows, the study investigates how these novels rework The Tempest, Hamlet, and Romeo and Juliet for modern adolescent audiences. Using close reading and comparative analysis, the research traces three thematic axes – authority, home, and sexuality – through which these adaptations negotiate power, belonging, and identity. The theoretical framework draws on adaptation theory, intertextuality, and children’s literature scholarship to examine how canonical prestige is both mobilised and contested within YA fiction. The analysis shows that these retellings consistently shift focalisation to marginal characters, granting narratorial agency that the original plays withhold. In doing so, authority is reconfigured: rather than resolving in a benevolent restoration of order, power is repeatedly exposed as coercive control that must be resisted, bargained with, or strategically navigated. The idea of “home” is likewise unsettled, moving from a stable sanctuary to a contested and often confining space, so that departure becomes a condition of autonomy. At the same time, the novels manage adolescent sexuality by validating desire while still setting limits through plot outcomes shaped by consent, consequence, and self-definition. Ultimately, this thesis argues that YA retellings perform a dual cultural function: they sustain the Shakespearean canon by transmitting its cultural prestige, while simultaneously destabilising its embedded ideologies through the lens of adolescent experience. By replacing restoration with survival and obedience with negotiation, these adaptations suggest that the canon’s endurance depends not on immutability, but on its capacity to be continually reimagined and contested.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Shakespeare-Adaptionen Young Adult Literature (YA) Retellings Intertextualität Adaptation Theory literarischer Kanon Cultural Hierarchy
Schlagwörter
(Englisch)
Shakespeare Adaptations Young Adult Literature (YA) Retellings Intertextuality Adaptation Theory Literary Canon Cultural Hierarchy
Autor*innen
Klara Božić
Haupttitel (Englisch)
"Woe to that land that's govern'd by a child"
Hauptuntertitel (Englisch)
authority, canon, and adolescent subjectivity in young adult Shakespeare retellings
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
88 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Dieter Fuchs
Klassifikation
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.05 Englische Literatur
AC Nummer
AC17823209
Utheses ID
79996
Studienkennzahl
UA | 066 | 844 | |
