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Baugeschichte und Architektur des Palais Esterházy-Erdödy
Französisches Empire und Wiener Klassizismus
Sebastian Karl Dieter Deutsch
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Andreas Nierhaus
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80906
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17832.94734.813343-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gegenstand der Untersuchung ist die Baugeschichte und Architektur des 1955 abgebrochenen Palais Esterházy-Erdödy in Wien. Die Arbeit verfolgt das Ziel, diesen verlorenen Bau durch eine systematische, quellenkritische Untersuchung als Werk von Charles de Moreau und als Zeugnis des französischen Empire-Einflusses im Wiener Klassizismus zu erschließen. Da der Forschungsstand zum Palais bislang lückenhaft ist und zu Moreau trotz breiterer Literatur keine Monografie vorliegt, werden die überlieferten Quellen zusammengeführt und quellenkritisch neu bewertet, um Zuschreibungen, Bauabläufe und Gestaltmerkmale präziser zu fassen. Methodisch basiert die Untersuchung auf Bauakten des Wiener Stadt- und Landesarchivs, Denkmalakten des Bundesdenkmalamts sowie materiellen Spolien aus dem Wien Museum und zeitgenössischen Zeitungsartikeln. Zu Beginn versucht die Arbeit, den Architekten Moreau ganzheitlich zu fassen und seine Entwurfsprinzipien anhand seiner Publikation und eines erhaltenen Historienbildes zu ergründen. Anschließend wird die Bau- und Nutzungsgeschichte des Palais aufgezeigt. Ein zentrales Ergebnis ist die Präzisierung des Arbeitsnetzwerks innerhalb der „Werkstatt Moreau“, wobei die Differenzierung zwischen Moreau als Entwurfsverfasser, Raphael Rigel als Innenarchitekt, Franz Engel als möglichem Planzeichner, Josef Meissl als ausführendem Baumeister sowie die Beteiligung von Künstlern wie Josef Klieber und August La Vigne anhand der Quellen diskutiert wird. Durch die Analyse spezifischer Formelemente, wie etwa der Schilfblattkapitelle und des monumentalen Hofbogens wird versucht, Moreaus Rolle als Vermittler französischer Entwurfsprinzipien und weiterer antiker Vorbilder (z. B. bei Reliefmotiven wie dem Barberini-Löwen) zu ergründen. Die Untersuchung der Spolien dient dabei nicht nur als materielle Evidenz, sondern trägt zur Präzisierung von Rekonstruktionsannahmen und zur Bewertung einzelner Dekor- und Ausstattungsbestandteile bei. Ergänzend erfolgt eine systematische Form- und Stilanalyse, die Moreaus Architekturverständnis auch im Vergleich zu zeitgenössischen Positionen (u. a. Alois Pichl) verortet. Abschließend werden publizistische und architektonische Rezeptionslinien Moreaus anhand ausgewählter Beispiele nachgezeichnet, um seine Wirkung im habsburgischen Raum zu konturieren. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Dokumentation eines bedeutenden Stadtbildverlustes und versucht zugleich, durch die Wiedererschließung eines verlorenen Einzelobjekts das Verständnis für transregionale Verflechtungen des Klassizismus im habsburgischen Raum zu schärfen und Moreaus architektonische Innovation für den künftigen Diskurs über den Wiener Klassizismus zu bewahren.
Abstract
(Englisch)
The present study examines the construction history and architecture of the Esterházy–Erdödy Palace in Vienna, destroyed in 1955. It aims to reconstruct this lost building through a systematic, source-critical analysis, positioning it as a work by Charles de Moreau and as a key testimony to the influence of the French Empire style on Viennese Classicism. Since scholarship on the palace remains fragmentary, and although Moreau is discussed in the broader literature no monograph has yet been published, the study compiles the surviving evidence and re-assesses it critically in order to refine attributions, building phases, and formal characteristics. Methodologically, the investigation draws on building records from the Vienna City and State Archives, monument files from the Federal Monuments Office, surviving spolia held by the Wien Museum, and contemporary newspaper reports. The study opens with a contextual discussion of Moreau, reconstructing his design principles on the basis of his publications and a surviving history painting, before outlining the palace’s construction and subsequent use. A central outcome is a clearer reconstruction of the network of collaborators within the “Moreau workshop”, distinguishing Moreau as design author, Raphael Rigel as interior architect, Franz Engel as a possible draughtsman, Josef Meissl as executing master builder, and the contributions of artists such as Josef Klieber and August La Vigne as evidenced by the sources. By analysing specific formal elements such as reed-leaf capitals and the monumental courtyard arch the study further explores Moreau’s role as a mediator of French design principles and additional antique models (for example, in relief motifs such as the Barberini lion). The spolia are assessed not only as material evidence, but also as a means of refining reconstruction hypotheses and evaluating individual decorative and furnishing components. This is complemented by a systematic analysis of form and style that situates Moreau’s architectural approach in relation to contemporary positions, including Alois Pichl. Finally, selected examples are used to trace journalistic and architectural reception, sharpening the contours of Moreau’s impact within the Habsburg lands. Overall, the study contributes to documenting a significant loss to Vienna’s historic cityscape and, by recovering a single lost building as a case study, seeks to deepen our understanding of transregional entanglements of Classicism in the Habsburg realm while preserving Moreau’s architectural innovations for future debates on Viennese Classicism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Charles de Moreau Klassizismus Wien Palais Krugerstraße Wien Palais Esterházy-Erdödy Wien Stadtbildverlust Wien Empire Architektur Wien
Schlagwörter
(Englisch)
Neoclassicism Vienna Palais Esterházy-Erdödy Vienna Empire architecture Vienna Architectural heritage destruction Vienna
Autor*innen
Sebastian Karl Dieter Deutsch
Haupttitel (Deutsch)
Baugeschichte und Architektur des Palais Esterházy-Erdödy
Hauptuntertitel (Deutsch)
Französisches Empire und Wiener Klassizismus
Paralleltitel (Englisch)
Construction history and architecture of the Esterházy-Erdödy Palace
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
208 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andreas Nierhaus
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte. Allgemeines ,
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte. Sonstiges
AC Nummer
AC17836236
Utheses ID
80013
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1