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Die Janusköpfigkeit der Spruchpraxis des VwGH zum LSD-BG und AuslBG
vom Suchen und Finden angemessener Sanktionen nach den Entscheidungen des EuGH in den Rs Maksimovic und MT gegen Landespolizeidirektion
Marcel Pliemitscher
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Arbeitsrecht
Betreuer*in
Diana Niksova
DOI
10.25365/thesis.80824
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18570.96164.834748-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz, kurz LSD-BG, ist ein recht junges Gesetz, dessen ursprüngliche Bestimmungen im Mai 2011, damals noch im AVRAG (Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz), in Kraft traten. Die Bestimmungen zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping wurden jedoch bereits mehrfach Novellierungen unterzogen. Speziell die Sanktionsnormen sind immer wieder zentraler Diskussionspunkt, vor allem seit der Rs Maksimovic vor dem EuGH. Diese Rechtsprechung ist ebenso der Ausgangspunkt dieser Arbeit, denn dadurch mussten der VfGH (Verfassungsgerichtshof) sowie der VwGH (Verwaltungsgerichtshof) die Sanktionsnormen des AVRAG sowie in weiterer Folge des LSD-BG, aber auch des AuslBG (Ausländerbeschäftigungsgesetz), in unionsrechtskonformer Interpretation auslegen. Beide Gerichtshöfe hatten bis zu einem gewissen Grad unterschiedliche Auffassungen zu den relevanten Regelungen. Dies zeigt sich speziell an der Interpretation der Strafbestimmungen des AuslBG. Gleichzeitig ging der VwGH selbst divergierend mit den relevanten Normen des AVRAG sowie des AuslBG um, obwohl der EuGH zu beiden Regelungen gleichermaßen absprach. Schlussendlich erging eine weitere Novelle zum LSD-BG im Jahr 2021, welche vielfach kritisiert wurde. Für die Zwecke einer bevorstehenden Gesetzesänderung soll diese Aufarbeitung und Analyse der Rsp der beiden Gerichtshöfe infolge der Rs Maksimovic, insbesondere zu den §§ 7i Abs 4 AVRAG idF BGBl I 2014/94 bzw 27, 28 LSD-BG idF BGBl I 2016/44 sowie § 28 Abs 1 Z 1 AuslBG, dienen. Ebenso wird in diesem Zusammenhang auf die EuGH-Rs Landespolizeidirektion Steiermark ua (1) zu § 52 Abs 2 GSpG und die Folgerechtsprechung des VwGH eingegangen, denn diese haben speziell Bedeutung für die Beurteilung der ehemaligen Regelung des Delikts der Unterentlohnung selbst und der Sanktionsbestimmung des § 28 AuslBG sowie für zukünftige Möglichkeiten. Die Tage bis zur nächsten Novelle scheinen jedenfalls bereits gezählt.
Abstract
(Englisch)
The Anti-Wage and Social Dumping Act (LSD-BG) is a relatively young law whose original provisions entered into force in May 2011, at that time still within the AVRAG (Employment Contract Law Amendment Act). These provisions for combating wage and social dumping have, however, been amended several times. The sanction provisions in particular are a recurring point of discussion, especially since the case Maksimovic before the European Court of Justice (ECJ). This case law is also the starting point of this work, as it required both the Constitutional Court (VfGH) and the Administrative Court of Justice (VwGH) to interpret the sanction provisions of the AVRAG and, subsequently, the LSD-BG, as well as the Act Governing the Employment of Foreign Nationals (AuslBG), in a manner consistent with EU law. Both courts had, to a certain extent, differing views on the relevant regulations. This is particularly evident in the interpretation of the penal provisions of the AuslBG. At the same time the VwGH itself dealt with the relevant provisions of the AVRAG and the AuslBG inconsistently, even though the ECJ had ruled identically on both regulations. Finally, a further amendment to the LSD-BG was enacted in 2021, which was widely criticized. For the purposes of an upcoming legislative amendment, this review and analysis of the judicial practice of the VwGH and VfGH following the case Maksimovic, particularly concerning sec 7i para 4 AVRAG as amended by Federal Law Gazette I 2014/94, and secs 27, 28 LSD-BG as amended by Federal Law Gazette I 2016/44, as well as sec 28 para 1 no 1 AuslBG, is intended to serve as a basis for consideration. In this context, the ECJ case Landespolizeidirektion Steiermark ua (1) concerning sec 52 para 2 of the Law on Games of Chance (GSpG) and the subsequent judicial practice of the VwGH are also addressed, as these are particularly relevant for assessing the former regulations governing the offense of underpayment itself and the sanction provision of sec 28 of the AuslBG, as well as future possibilities. The days until the next amendment already seem to be numbered, in any case.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Maksimovic Verhältnismäßigkeit unionsrechtskonform Glücksspiel illegale Beschäftigung Bereithaltung und Übermittlung von Lohnunterlagen Unterentlohnung Mindeststrafen Höchstgrenze Kumulation Ersatzfreiheitsstrafen Verfahrenskostenbeitrag Angemessenheit zur Schwere der Übertretungen Sanktionensystem Einholung verwaltungsbehördlicher Genehmigungen Erforderlichkeit wirtschaftlicher Vorteil Ersparnis
Autor*innen
Marcel Pliemitscher
Haupttitel (Deutsch)
Die Janusköpfigkeit der Spruchpraxis des VwGH zum LSD-BG und AuslBG
Hauptuntertitel (Deutsch)
vom Suchen und Finden angemessener Sanktionen nach den Entscheidungen des EuGH in den Rs Maksimovic und MT gegen Landespolizeidirektion
Paralleltitel (Englisch)
The Janus-faced nature of the judicial practice of the VwGH on the LSD-BG and the AuslBG
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
VIII, 50 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Diana Niksova
Klassifikation
86 Recht > 86.77 Arbeitsrecht. Sonstiges
AC Nummer
AC17827532
Utheses ID
80036
Studienkennzahl
UA | 999 | 101 | |
