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Die Ambiguität der Einsamkeit
Oliver Radinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Donata Romizi
DOI
10.25365/thesis.80975
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20487.95647.254430-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit behandelt das Phänomen Einsamkeit als vielschichtiges, historisch und kulturell veränderliches Phänomen und setzt sich zum Ziel, dessen Ambiguität, Entstehungsbedingungen und Folgen systematisch zu untersuchen. Ausgangspunkt ist die epidemiologische Beobachtung, dass sich in Österreich schätzungsweise rund 10 % der Bevölkerung häufig einsam fühlen. Vor dem Hintergrund dieser Verbreitung zielt die Arbeit darauf ab, Einsamkeit begrifflich zu schärfen, empirische Befunde kritisch zu reflektieren und normativ-philosophische Perspektiven in die Analyse einzubeziehen. Methodisch verbindet die Untersuchung konzeptanalytische Klärung mit interdisziplinärer Literaturarbeit aus Philosophie, Psychologie, Soziologie, Kulturwissenschaften und Medizin. Zunächst wird der Begriff der Einsamkeit gegenüber verwandten Phänomenen wie Alleinsein, sozialer Isolation, Vereinsamung und sozialer Exklusion abgegrenzt, um eine arbeitsfähige Grundlage für empirische und theoretische Diskussionen zu schaffen. Anschließend werden die wechselseitigen Beziehungen zwischen Einsamkeit und gesellschaftlichen Strukturen thematisiert. Historische und kulturelle Unterschiede sowie zentrale sozialtheoretische Deutungen von Modernisierungs und Individualisierungsthesen bis zu Debatten um Solidarität und Gemeinwohl, werden kritisch geprüft. Exemplarische Phänomene wie soziale Isolation und das japanische Hikikomori dienen als Fallvignetten für die Verbindung individueller Erfahrungen mit institutionellen und kulturellen Bedingungen. Ein eigenes Kapitel ist der ambivalenten Rolle der Digitalisierung gewidmet. Digitale Vernetzungsformen können Einsamkeit verstärken oder neue Entfremdungsformen hervorbringen, bieten aber zugleich Potenziale digitaler Teilhabe und Intervention. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Konsequenzen von Einsamkeit. Die Evidenz zu mentalen wie physischen Gesundheitsrisiken wird mit Diskussionen zu Entfremdung, Scham und Stigmatisierung verbunden. Darüber hinaus wird die existenzialistische Dimension der Einsamkeit herausgearbeitet, um soziale Defizite von grundsätzlichen existenziellen Erfahrungen zu unterscheiden. Phänomenologische Beobachtungen zu Berührung, Raum und Zeitstruktur sowie die Abgrenzung zur Langeweile ergänzen die Analyse und eröffnen die Perspektive auf Einsamkeit als mögliche Ressource innerlicher Zuwendung und Sinnstiftung. Das abschließende Kapitel transferiert die gewonnenen Einsichten in die Tätigkeit der Philosophischen Praxis.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Einsamkeit Loneliness Einsamkeit und Gesundheit Einsamkeit und Gesellschaft Existentialistische Einsamkeit Philosophische Praxis
Haupttitel (Deutsch)
Die Ambiguität der Einsamkeit
Paralleltitel (Englisch)
The ambiguity of loneliness
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
86 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Donata Romizi
Klassifikation
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie
AC Nummer
AC17848044
Utheses ID
80093
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
