Detailansicht
Leben, Liebe, Labels
queere Weiblichkeit im Reality-TV und ihre Auswirkungen auf die Zuschauerinnen
Sophie Harrer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Gerit Götzenbrucker
DOI
10.25365/thesis.80843
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23836.06633.932753-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie lesbische und bisexuelle Frauen die Inszenierung queerer Weiblichkeit in der Reality-Dating-Show Princess Charming (2021–heute) wahrnehmen und welche Bedeutung diese Darstellung für ihre Vorstellungen sowie für Prozesse von Identifikation und Identitätsarbeit hat. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Reality-TV nicht nur unterhält, sondern durch wiederkehrende Bilder und Erzählmuster gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht, Begehren und Beziehungen mitprägt. Methodisch basiert die Studie auf einem qualitativen Forschungsdesign. Es wurden acht leitfadengestützte Interviews mit lesbischen und bisexuellen Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren geführt und mithilfe qualitativer Auswertungsmethoden (unterstützt durch MAXQDA) analysiert. Im Fokus standen Wahrnehmungen von Sichtbarkeit und Inszenierung, der Umgang mit Stereotypen sowie mögliche Einflüsse auf Selbstbild und Identifikation. Die Ergebnisse zeigen eine ambivalente Rezeption. Princess Charming wird als wichtiger Beitrag zur Sichtbarkeit und Normalisierung queerer Beziehungen wahrgenommen, zugleich aber deutlich als produziertes Reality-Format erkannt. Schnitt, Dramaturgie, Sendezeit und Casting strukturieren die Darstellung häufig über wiederkehrende Typen und Rollenbilder, wobei Stereotype sowohl reproduziert als auch punktuell gebrochen werden. Grundlegende Veränderungen eigener Vorstellungen werden selten berichtet; häufiger zeigen sich Bestätigung, Normalisierung und situative Reflexionsimpulse. Identifikation entsteht selektiv und bleibt durch das Bewusstsein medialer Inszenierung begrenzt. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit die Spannungen zwischen Sichtbarkeit und Vereinfachung sowie zwischen Unterhaltung und gesellschaftlicher Bedeutung.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines how lesbian and bisexual women perceive the representation of queer femininity in the reality dating show Princess Charming (2021–present) and how these portrayals relate to viewers’ ideas of queer femininity as well as processes of identification and identity work. The study is based on the assumption that reality television not only entertains but also shapes social understandings of gender, desire, and relationships through recurring images and narratives. The research follows a qualitative design. Eight semi-structured interviews were conducted with lesbian and bisexual women aged 20–29 and analysed using qualitative methods supported by MAXQDA. The analysis focused on perceptions of visibility and production, the role of stereotypes, and potential effects on self-image and identification. Findings indicate an overall ambivalent reception. Princess Charming is valued for increasing visibility and contributing to the normalization of queer relationships, while at the same time being recognized as a highly produced media format. Editing, dramaturgy, screen time, and casting strongly shape which forms of queer femininity become visible, often through recurring role patterns. Stereotypes are both reinforced and occasionally challenged. Most participants report little fundamental change in their views; instead, the show tends to confirm existing ideas and prompt situational reflection. Identification remains selective and limited by viewers’ awareness of media construction. Overall, the thesis highlights tensions between visibility and simplification, and between entertainment and social relevance.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Reality-TV Queere Weiblichkeit Lesbische und bisexuelle Frauen Repräsentation Rezeption Identifikation Stereotype Sichtbarkeit Princess Charming
Autor*innen
Sophie Harrer
Haupttitel (Deutsch)
Leben, Liebe, Labels
Hauptuntertitel (Deutsch)
queere Weiblichkeit im Reality-TV und ihre Auswirkungen auf die Zuschauerinnen
Paralleltitel (Englisch)
Life, love, labels
Paralleluntertitel (Englisch)
queer femininity in reality TV and its impact on viewers
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
100 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gerit Götzenbrucker
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft
AC Nummer
AC17828242
Utheses ID
80102
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
