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Erziehung und Indoktrination von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus
ein Vergleich zwischen (nationalsozialistischen) Lehrplänen und der ideologischen Vermittlung in den Vereinen der Hitlerjugend und im Bund Deutscher Mädel
Mery Abdel Meseh
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Geographie und wirtschaftliche Bildung Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Sonja Danner
DOI
10.25365/thesis.80784
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23980.01806.922890-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit analysiert die nationalsozialistische Erziehung und Indoktrination von Kindern und Jugendlichen im ‚Dritten Reich‘ durch einen Vergleich der offiziellen Lehrpläne des Schulwesens mit den außerschulischen Erziehungspraktiken der Hitlerjugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM). Untersucht wird, in welchen Ausprägungen und mit welcher Intensität Ideologie vermittelt wurde und wie Schulwesen und Jugendverbände beim Versuch zusammenwirkten, einen ‚nationalsozialistischen Menschen‘ zu formen. Ausgehend von einer historischen Einordnung der NS-Ideologie und Jugendpolitik werden zunächst die wesentlichen Merkmale der nationalsozialistischen Weltanschauung, das zugrunde liegende Menschenbild sowie die Rolle der Jugend als Zukunftsträger der ‚Volksgemeinschaft‘ erläutert. Daran schließt sich eine Untersuchung der Schulpolitik und der Lehrpläne des NS-Regimes an, wobei die ideologische Ausrichtung der Fächer Geschichte, Biologie und Deutsch im Vordergrund steht. Die Arbeit bietet zudem eine detaillierte Analyse der Struktur, Organisation, Inhalte und Erziehungsziele der Hitlerjugend und des BDM. Es wird deutlich, dass die HJ eine auf Militarisierung und Disziplinierung ausgerichtete Erziehung verfolgte, während der BDM gezielt weibliche Rollenbilder und Pflichten im Sinne der NS-Ideologie vermittelte. Beide Organisationen zielten darauf, Jugendliche im Sinne des Führerstaates umfassend zu prägen. Der anschließende Abgleich zwischen Lehrplänen und Jugendorganisationen zeigt, dass die theoretisch vermittelte Ideologie der Schule und die emotional-praktische Indoktrination in HJ und BDM in vielen Bereichen ein komplementäres System bildeten. Während der Unterricht primär Wissen und Loyalität adressierte, förderten die Jugendverbände durch Rituale, körperliche Aktivitäten und gemeinschaftliche Erfahrungen emotionale Bindungen und eine tiefere Verinnerlichung der Ideologie. Abschließend werden zeitgenössische Reaktionen sowie langfristige Wirkungen dieser Erziehung in der Nachkriegszeit untersucht. Die Ergebnisse bekräftigen die Hypothese, dass Schule und Jugendorganisationen zwar unterschiedliche methodische Ansätze verfolgten, zusammen aber ein wirkungsvolles System der Indoktrination bildeten, dessen Nachwirkungen in Teilen noch lange nach 1945 spürbar blieben. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf gegenwärtige Herausforderungen historisch-politischer Bildung in Hinblick auf autoritäre Erziehungsideale und Erinnerungskultur.
Abstract
(Englisch)
This Master’s thesis examines National Socialist education and indoctrination of children and adolescents in the ‘Third Reich’ by comparing official school curricula with the extracurricular educational practices of the Hitler Youth (HJ) and the League of German Girls (BDM). It analyzes the different methods and degrees of ideological transmission and investigates how schools and youth organizations worked together in the attempt to shape an ideal ‘National Socialist person’. After outlining the historical and ideological background of National Socialist worldview and youth policy, the study first discusses the regime’s perception of the individual and the collective as part of the ‘Volksgemeinschaft’. It subsequently investigates the Nazi educational system and its curricula, with particular emphasis on the ideological orientation of subjects such as history, biology, and German language teaching. The following chapters present a detailed examination of the structure, organization, activities, and educational objectives of the Hitler Youth and the BDM. The findings show that the HJ aimed at a militarized and disciplinarian education intended to produce loyal soldiers, while the BDM concentrated on reinforcing gender-specific ideals of motherhood, service, and obedience. Both institutions sought to shape young Germans in line with the values upheld by the Nazi state. The comparison of school curricula and youth organizations reveals that classroom education and the experiential learning offered by the HJ and BDM often complemented one another. Schools promoted ideological loyalty and knowledge in a more theoretical manner, whereas youth organizations intensified emotional and physical commitment through rituals, group experiences, and—particularly in the case of the HJ—paramilitary training. Finally, the thesis examines contemporary reactions as well as the enduring impact of this education in the postwar period. The results support the assumption that schools and youth organizations employed different methods but functioned together as mutually reinforcing elements of the Nazi indoctrination system, whose psychological and social effects continued to be felt long after 1945. The study concludes by reflecting on how these insights may inform contemporary civic education and democratic cultures of remembrance.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Nationalsozialismus Erziehung im Nationalsozialismus Jugend im Dritten Reich Indoktrination
Autor*innen
Mery Abdel Meseh
Haupttitel (Deutsch)
Erziehung und Indoktrination von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich zwischen (nationalsozialistischen) Lehrplänen und der ideologischen Vermittlung in den Vereinen der Hitlerjugend und im Bund Deutscher Mädel
Paralleltitel (Englisch)
Education and indoctrination of children and adolescents under National Socialism
Paralleluntertitel (Englisch)
comparing curricula with ideological instruction in the Hitler Youth and League of German Girls
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
150 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sonja Danner
Klassifikation
15 Geschichte > 15.43 Deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart
AC Nummer
AC17826567
Utheses ID
80137
Studienkennzahl
UA | 199 | 510 | 511 | 02
