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Würm- Eiszeitliche Kiese nördlich Gmunden (OÖ.)
Entstehung, Abbau und Rohstoffkunde
Martin Trausinger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Michael Wagreich
DOI
10.25365/thesis.8892
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29144.35892.925464-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die untersuchten Kiesgruben der Firma Asamer & Hufnagl GmbH in Hildprechting/ Ohlsdorf und Viecht und der Firma RSK m.b.H. & Co. KG in Regau liegen nördlich von Gmunden am Traunsee entlang der Traun und stellen würm-eiszeitliche Schmelzwasserschüttungen bzw. Schotterterrassen auf der Traun- Enns- Platte dar. Im Rahmen der Diplomarbeit wurden nach einem kurzen entwicklungsgeschichtlichen Abriss der Quartärgeologie zum einen die glazifluviale Entstehung der Schotterterrassen im Quartär (in der letzten Eiszeit) bearbeitet und vorhandene Sedimentstrukturen in den Kiesgruben aufgenommen und beschrieben. Zum anderen wurde auf den Abbau, die Weiterverarbeitung und das Rohstoffvorkommen in den Kiesgruben eingegangen und die Verwendung der abgebauten mineralogischen Rohstoffe Sand, Kies und Stein durch die Firma Asamer & Hufnagl GmbH und RSK m.b.H. & Co. KG behandelt. Anschließend folgten Ausführungen zum Behördenverfahren für die Inbetriebnahme einer Schottergrube und zu den darin beinhalteten Rekultivierungsmaßnahmen der Abbaustandorte. Im letzten Kap. 8. wurden noch Anregungen zur fachdidaktischen Vermittlung der Inhalte für den interdisziplinären Oberstufen- Biologieunterricht gegeben.
Bei den Kiesgruben handelt es sich um würmeiszeitliche Niederterrassen, die durch fluviale Erosionen der in den vorhergehenden Eiszeiten entstandenen Terrassen und darauffolgenden Ablagerungen im Flussbett aufgenetzter „Wild“- Flüsse („Braided- River“- System) in der letzten Eiszeit entstanden sind. Deren abgelagerte Flusssedimente wurden von den an den Endmoränen am Rande der Gletscherzunge austretenden Gletscherabflüssen ins Vorland abtransportiert und abhängig von der Fließgeschwindigkeit und der Transportmenge des Abflusses an verschiedenen Stellen abgelagert. Dabei wurden zuerst die gröberen Komponenten sedimentiert. Da die Niederterrassen die jüngsten und niedersten Terrassenkörper über der Talsohle sind und deren Gesteinsmaterial noch am wenigsten verwittert und verunreinigt ist, werden nur sie abgebaut.
In den untersuchten Kiesgruben wird überwiegend karbonatisches Gesteinsmaterial gewonnen, die Kornzusammensetzung mit vorherrschend Kalken und Dolomiten spiegelt das vorwiegend kalkalpine Liefergebiet wider. Die abgebauten Sande und Kiese werden hauptsächlich zur Betonerzeugung und als Straßenbaumaterial verwendet.
Für die Schaffung der Kiesgrubenstandorte wurden von der Firma Asamer & Hufnagl im Vorfeld einige privatrechtliche Vereinbarungen zum Tausch von projektierten Grundstücken und zu etwaigen Entschädigungen mit Grundstücksbesitzern getroffen, um das Behördenverfahren leichter zu gestalten. Im Zuge des Behördenverfahrens wurden Maßnahmen zur Rekultivierung nach dem Abbauende mit dem Unternehmer erarbeitet und beschlossen. Die Nutzung der abgebauten Kiesgruben für die weitere Betriebstätigkeit ist bei Asamer & Hufnagl GmbH vielfältig: einerseits werden die ehemaligen Schottergrubenstandorte „touristisch“ genutzt, z.B. als Badesee (ehemaliger Baggersee in Regau), andererseits werden sie in ein neues „Betriebsbaugebiet“ umgewandelt, z.B. als Reifendeponie mit Recyclingwerk in Unternathal/ Ohlsdorf. Ein Großteil der ehemaligen Abbaustandorte wird auch einer land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt oder einfach renaturiert.
Abstract
(Englisch)
The examined gravel pits owned by Asamer & Hufnagl GmbH company in Hildprechting/ Ohlsdorf and Viecht and from the RSK m.b.H. & Co. KG company in Regau are situated in the north of the city of Gmunden at the Traunsee (lake Traun) beside the river Traun. They represent gravel terraces of the Traun- Enns- plateau from the Würm ice age. The diploma thesis includes, after a short historical extract of the quaternary geology, the glaciofluvial development of gravel terraces in the Quaternary (in the last ice age) and observed and described sediment structures of the gravel pits, as well as the diploma thesis deals with the mining, the processing and the raw material deposit of the gravel pits. It also describes how Asamer & Hufnagl GmbH and RSK m.b.H. & Co. KG companies use the mined raw materials such as sand, gravel and stone. The thesis continues with information concerning the agency proceedings for implementing a gravel pit and with the regulations of repair (for recultivation) after the mining. To conclude, it includes suggestions concerning the treated contents could be taught in a didactical way in secondary school.
The gravel pits are terraces on the base of the bottom valley. They resulted from the erosion of the terraces of the previous ice ages and subsequent deposition of sediments in the river channel of braided rivers of the last ice age. The fluvial sediments were transported from glacial outflows in the foothills of the Alps (it is also called “Alpenvorland”) which came from the terminal moraines at the border of the glacier tongue. The fluvial materials were deposited in different places depending on the rate and the transported amount of the outflow. In this process, the coarse sediments were deposited at first. Because of the young age, only the terraces on the base of the bottom valley are mined. These sediments are least contaminated.
In the examined gravel pits, carbonate stones are mainly gained, the grain composition with dominated limestones and dolomites reflects the main source areas of the Northern Calcareous Alps. The mined sand and gravel is mainly used for concrete production and as road building material.
For the implementation of the gravel pit locations, the Asamer & Hufnagl GmbH company made private arrangements with the landowners for obtaining suitable land and had to follow several governmental instructions. Among these, there are regulations of repair after mining. The use of the exhausted gravel pits for further operating activities varies by Asamer & Hufnagl GmbH company: on the one hand, the former gravel pit locations are used for touristic purposes, such as a swimming lake for example in Regau which was a former quarry pond. On the other hand, the pits were changed into a new land-use area, for example into a tyre storage for a recycling factory like the one in Unternathal/ Ohlsdorf. A bigger part is also used for agriculture and forestry or is simply renaturated.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Würm- glacial gravels sediment structures development of gravels gravel pits gravel terraces
Schlagwörter
(Deutsch)
Würm- Eiszeitliche Kiese Sedimentstrukturen Entstehung der Kiese Kiesgruben Schotterterrassen
Autor*innen
Martin Trausinger
Haupttitel (Deutsch)
Würm- Eiszeitliche Kiese nördlich Gmunden (OÖ.)
Hauptuntertitel (Deutsch)
Entstehung, Abbau und Rohstoffkunde
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
120 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Wagreich
AC Nummer
AC08056981
Utheses ID
8016
Studienkennzahl
UA | 190 | 445 | 299 |
