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Was ist diß, wollent ir uwern bruder morden?
zu Form und Funktion des Bruderkampfs zwischen Lionel und Bohort im mittelhochdeutschen "Prosalancelot"
Markus Hofmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Matthias Meyer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81091
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25635.94986.613142-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Zweikampf der Tafelrundenritter Lionel und Bohort stellt einen der wohl eigenartigsten Handlungsabschnitte der Queste wie auch des gesamten Prosalancelot dar. Das mag vor allem an dem Umstand liegen, dass sich hier zwei Brüder im Kampf gegenüberstehen, gänzlich ungeachtet des offenkundigen Wissens um ihre verwandtschaftliche Beziehung. Die vorliegende Arbeit geht davon aus, dass dieser Konflikt in der Gesamtheit des Werkes nicht isoliert dasteht, sondern auf einen bereits zu Beginn des Prosalancelot geschilderten Verwandtenkampf verweist und so mit diesem eine konzeptuelle Klammer bildet, die sich vom Beginn des Lancelot propre bis zur Queste erstreckt. Während zunächst ein höfisch-weltliches Rittertum mit dem Artushof und der Tafelrunde als Ideal dient, wird in der Queste ein neues Konzept von Ritterschaft propagiert: das eines primär geistlich geprägten Gralsrittertums. Im Kampf der Brüder Lionel und Bohort manifestiert sich dieser zentrale Konflikt zwischen dem höfisch-weltlichen Rittertum sowie der neuen geistlich geprägten Ritterschaft. Die beiden Brüder treten hierbei als Vertreter dieser widerstreitenden Konzepte auf, die im Rahmen des Verwandtenkampfs miteinander kollidieren. Während Lionel als Vertreter des nunmehr deklassierten höfisch-weltlichen Rittertums auftritt, ist Bohort der herausragende Repräsentant der neuen christlich geprägten Ritterschaft. In dieser Hinsicht kann der Bruderkampf als ein von Lionel ausgehender Versuch der Gegenwehr verstanden werden, der sich ganz konkret gegen den durch Bohort verkörperten Entwurf des Gralsrittertums richtet. Darüber hinaus dient der Bruderkampf als Prüfung Bohorts, um dessen Eignung zur erfolgreichen Teilnahme an der Gralssuche zu ermitteln. Diesbezüglich wird in der vorliegenden Arbeit die These aufgestellt, dass nicht das passive Erdulden der brüderlichen Gewalt, sondern das aktive Sich-zur-Wehr-Setzen gegen Lionels Angriffe als Grundlage der Prüfung Bohorts zu verstehen ist. Dieser muss beweisen, dass er im Stande ist, Lionel und somit die gemeinsame verwandtschaftliche Verbindung samt der arthurischen Vergangenheit zugunsten einer Beziehung zu Gott hinter sich zu lassen. Kein leichter Beweis, weswegen zwei ebenfalls an dem Bruderkampf beteiligte Figuren den Tod finden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Prosalancelot Bruderkampf Verwandtenkampf Der Tod des Einsiedlers Der Tod Kalogrenants Queste Mort Artu Lancelot propre Parzival und Feirefiz Kain und Abel
Autor*innen
Markus Hofmann
Haupttitel (Deutsch)
Was ist diß, wollent ir uwern bruder morden?
Hauptuntertitel (Deutsch)
zu Form und Funktion des Bruderkampfs zwischen Lionel und Bohort im mittelhochdeutschen "Prosalancelot"
Paralleltitel (Englisch)
On form and function of the fratricidal conflict between Lionel and Bohort in the German prose "Lancelot"
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
105 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Matthias Meyer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.81 Epik. Prosa
AC Nummer
AC17887580
Utheses ID
80161
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
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