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Der Einfluss der Einführung von Papiergeld in Österreich auf den Bargeldumlauf
Leon Georg Schickendantz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Individuelles Masterstudium Numismatik und Geldgeschichte
Betreuer*in
Clemens Jobst
DOI
10.25365/thesis.80779
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26581.01186.916521-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht den Bargeldumlauf im habsburgischen Österreich zwischen 1750 und 1857. In diese Zeit fallen die Bayerisch-österreichische Münzkonvention, die eines der ersten überregionalen Währungssysteme schafft, sowie die Einführung von Kupfermünzen und Papiergeld und damit wesentliche Reformen hin zu einem modernen Geldwesen. Im Zentrum stehen die Fragen, wie sich die neuen Geldarten im Umlauf verhielten, wie sie genutzt und bewertet wurden, in welchem Verhältnis Papiergeld und Münzen zueinanderstanden und inwieweit sich politische Ereignisse anhand des Bargeldumlaufs nachvollziehen lassen. Methodisch verbindet die Studie eine quantitative Analyse von 32 Hortfunden aus dem Raum des heutigen Österreich, die zusammen rund 17.500 Fundmünzen umfassen, mit finanz- historischen Daten aus zeitgenössischen und späteren Quellen. Dazu gehören Prägezahlen der Münzen, die jährliche Menge der Metallzufuhr an die Münzämter, Daten zur Papiergeld- emission, sowie Preisindizes für Silber und Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Die Ergebnisse zeigen, dass die Konventionswährung einen überregional funktionierenden Währungsraum etablierte und Münzen aus dem Haus Habsburg in großen Teilen des Heiligen Römischen Reiches als zentrales Zahlungsmittel fungierten. In Österreich zeigt sich in Krisenzeiten im Geldverkehr eine deutliche Verschiebung hin zu kleinen Nominalen, Billon und Kupfer, sowie Papiergeld. Der Staatsbankrott von 1811 und die Gründung der Oesterreichischen Nationalbank markieren einen Wendepunkt von einem durch inneren metallischen Wert gedeckten Kurantgeld hin zu fiduziärem Geld. Preissteigerungen bei Silber und Lebensmitteln reagierten zeitlich verzögert, dann jedoch heftig auf die wachsende Papiergeldmenge. Insgesamt erweist sich der Bargeldumlauf als sensibler Indikator politischer Ereignisse.
Abstract
(Englisch)
This study examines the circulation of cash in Habsburg Austria between 1750 and 1857. This period compasses the Bavarian-Austrian Monetary Convention, one of the earliest supranational currency areas, as well as the introduction of copper coinage and paper money, thereby marking fundamental reforms towards a modern monetary system. The central questions address how the new forms of money functioned in circulation, how they were used, perceived and valued, how paper money and coinage related to one another, and to what extent political developments can be traced through patterns of cash circulation. Methodologically, the study combines a quantitative analysis of 38 hoards from the territory of present-day Austria, comprising approximately 17,500 coins, with financial-historical data drawn from contemporary and later sources. These include annual mint output figures, quantities of metal supplied to the mints, data on paper money emissions, and the price indices for silver and staple foodstuffs. The results demonstrate that the Convention currency established an effectively functioning supranational monetary area, with Habsburg coinage serving as principal medium of exchange across large parts of the Holy Roman Empire. In Austria, periods of political crisis are characterized by a pronounced shift in monetary circulation toward small denominations, billon and copper coinage, as well as paper money. The state bankruptcy of 1811 and the founding of the Oesterreichische Nationalbank 1816 mark a turning point from a system of specie-based currency backed by intrinsic metallic value to a fiduciary monetary regime. Price increases in silver and foodstuffs responded with a temporal delay but then sharply to the expanding volume of paper money. Overall, cash circulation proves to be a sensitive indicator of political events.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Geldumlauf Fundmünzen Papiergeld Konventionswährung Münzkonvention Oesterreichische Nationalbank
Autor*innen
Leon Georg Schickendantz
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss der Einführung von Papiergeld in Österreich auf den Bargeldumlauf
Paralleltitel (Englisch)
The impact of the introduction of paper money in Austria on cash circulation
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
402 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Clemens Jobst
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.13 Numismatik. Sphragistik ,
83 Volkswirtschaft > 83.01 Geschichte der Volkswirtschaft
AC Nummer
AC17826451
Utheses ID
80215
Studienkennzahl
UA | 067 | 309 | |
