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Sich im Kontext von Komplexität ein Urteil bilden
eine qualitative Studie zur Förderung von Urteilskompetenz in der Ernährungs- und Verbraucher:innenbildung
Rebecca Wagner-Kerschbaumer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Naturwissenschaften (Lebenswissenschaften): Ernährungswissenschaften
DOI
10.25365/thesis.81292
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27300.95329.407685-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das qualitative Forschungsprojekt untersucht die Anbahnung und Förderung von Urteilskompetenz im Fachunterricht Ernährung und Haushalt in der Sekundarstufe I in Österreich. Vor dem Hintergrund der im österreichischen Lehrplan für Pflichtschulen (inklusive Sekundarstufe I) seit 2023 verankerten Kompetenz sowie gesellschaftlicher Herausforderungen durch Informationsüberflutung und den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz wird Urteilskompetenz als zentrale Bildungsaufgabe verstanden. Methodisch ist die Arbeit als empirische, explorative Design-Based-Research-Studie nach Euler et al. (2014) angelegt und kombiniert eine hermeneutische Literaturarbeit, eine qualitative leitfadengestützte Interviewstudie mit Lehrkräften sowie videobasierte Unterrichtsforschung im Feld. Die Interviewstudie zeigt, dass Urteilskompetenz im Fachunterricht bereits implizit durch unterschiedliche Lernsettings im Fachunterricht Ernährung und Haushalt angebahnt wird, der Kompetenzbegriff bei Lehrpersonen jedoch bislang wenig expliziert ist und enge zeitliche Rahmenbedingungen eine systematische Förderung erschweren. Aufbauend auf den Ergebnissen der Literatur- und Interviewstudie wurde ein Lernsetting zur Förderung von Urteilskompetenz entwickelt, iterativ mit facheinschlägigen Expert:innen reflektiert und in der Unterrichtspraxis erprobt. Die videobasierte Unterrichtsanalyse mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024b) sowie explizierender Inhaltsanalyse nach Mayring (2022) verdeutlicht, dass insbesondere wahrnehmungs- und erfahrungsbasierte Zugänge sowie die Fähigkeit der Schüler:innen, Informationen und eigene Standpunkte miteinander zu verknüpfen und teilweise begründet zum Ausdruck zu bringen, eine Rolle in der Anbahnung von Urteilskompetenz im Fachunterricht spielen. Demgegenüber zeigen sich komplexe Orientierungs- und Navigationsprozesse im Umgang mit vielschichtigen Entscheidungsanforderungen und umfassende Perspektivenübernahme als weniger ausgeprägt. Zudem weisen die explorativen Ergebnisse darauf hin, dass vorläufige Urteile von Schüler:innen auch nonverbal zum Ausdruck gebracht werden und durch gezielte Wahrnehmung und Modellierung seitens der Lehrperson förderlich aufgegriffen werden können. Die Arbeit leistet einen theoretischen Beitrag zur weiteren fachbezogenen Modellierung von Urteilskompetenz und einen praxisrelevanten Beitrag für die fachdidaktisch ausgerichtete Unterrichtsforschung sowie Lehrer:innenbildung, indem sie empirische Einblicke in die bislang wenig erforschte ‚Blackbox Unterricht‘ der Ernährungs- und Verbraucher:innenbildung bietet.
Abstract
(Englisch)
The present dissertation investigates the initiation and promotion of judgement competence in the subject-specific area of Nutrition and Consumer Education at lower secondary level (short SEK I) in Austria. In the context of the Austrian curriculum for compulsory schooling (including lower secondary education), in which judgement competence has been formally anchored since 2023, as well as societal challenges arising from digital information overload and the increasing use of artificial intelligence, judgement competence is conceptualised as a central educational task. Methodologically, the study employs an empirical, exploratory design-based research study approach, aligning with the methodologies outlined by Euler et al. (2014). The study combines a hermeneutic literature review, a qualitative semi-structured interview study with teachers, and video-based classroom research. The interview study reveals that judgement competence is already implicitly fostered in subject-specific teaching through various learning settings in Nutrition and Household Education. However, the concept of judgement competence remains largely implicit among teachers, and tight time constraints hinder systematic implementation. The development of a learning setting aimed at fostering judgement competence was informed by the findings of the literature review and the interview study. This learning setting was then iteratively reflected upon with subject-specific experts and tested in classroom practice. The video-based classroom analysis, conducted using qualitative content analysis according to Kuckartz und Rädiker (2024b) and explicative content analysis following Mayring (2022), indicates that perceptual and experience-based approaches, as well as students' abilities to relate information to their own viewpoints and to articulate these partially in a reasoned manner, play a role in the initiation of judgement competence in classroom practice. Conversely, the intricacies inherent in orientation and navigation processes, particularly in multifaceted decision-making scenarios, along with the comprehensive perspective-taking abilities, appear to be underdeveloped. Furthermore, the exploratory findings suggest that students' preliminary judgements are also expressed nonverbally and can be productively taken up through teachers' targeted perception and modelling. The dissertation makes a theoretical contribution to the further subject-specific modelling of judgement competence. Moreover, it offers a practice-oriented contribution to classroom research and teacher education in Austria by providing empirical insights into the largely unexplored 'black box' of teaching in nutrition and consumer education.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Urteilskompetenz Fachdidaktik der Ernährungs- und Verbraucherbildung Design-Based-Research Unterrichtsforschung Sekundarstufe I
Schlagwörter
(Englisch)
Judgement competence Consumer literacy Design-based research Classroom research Nutrition and Consumer Education
Haupttitel (Deutsch)
Sich im Kontext von Komplexität ein Urteil bilden
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Studie zur Förderung von Urteilskompetenz in der Ernährungs- und Verbraucher:innenbildung
Paralleltitel (Englisch)
Forming judgments in the context of complexity
Paralleluntertitel (Englisch)
a qualitative study on promoting judgment competence in nutrition and consumer education
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
X, 410 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Susanne Miesera ,
Silke Bartsch
AC Nummer
AC17906125
Utheses ID
80236
Studienkennzahl
UA | 796 | 610 | 474 |
