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Exploring climate and environmental policy preferences
caught between material needs and social approval
Benedikt Seisl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften: Politikwissenschaft
Betreuer*innen
Laurenz Ennser-Jedenastik ,
Sylvia Kritzinger ,
Thomas Bernauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81177
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29802.94851.374320-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Klimawandel konfrontiert Wohlfahrtsstaaten mit einem doppelten öko-sozialen Risiko: zunehmende Naturgefahren und tiefgreifender ökonomischer Transformationsdruck. Die Einhaltung des 1,5-°C-Ziels des Pariser Abkommens erfordert kostspielige Klimapolitik mit nur vagem zukünftigen Nutzen. Bereits eintretende Klimawandeleffekte verlangen hingegen sofortige öffentliche Ausgaben für Anpassungspolitiken. Diese materiellen Belastungen überschneiden sich mit kontestierten sozialen Normen über klimanfreundliches Verhalten und erzeugen ein politisches Dilemma: Regierungen müssen kostspielige Politiken zur Bewältigung öko-sozialer Risiken durchsetzen, doch ihre demokratische Umsetzbarkeit hängt von öffentlicher Unterstützung ab. Diese Dissertation untersucht, wie wohlfahrtsstaatliche Antworten die materiellen Vulnerabilitäten von Bürger:innen mit normativen Appellen zu klimafreundlichem Verhalten in Einklang bringen können. Dabei untersucht sie einen möglichen Zielkonflikt zwischen ökonomischen Bedürfnissen und sozialer Anerkennung. Der erste Beitrag analysiert Arbeitsmarktrisiken der Dekarbonisierung. Durch die Auswertung von Kompetenz- und Tätigkeitsbeschreibungen in grünen und braunen Sektoren führt er einen neuen Indikator für die Übertragbarkeit grüner Kompetenzen ein. Die Ergebnisse zeigen, dass Beschäftigte in stark emittierenden Branchen Transformationsrisiken am stärksten ausgesetzt sind. Zugleich verfügen sie aber über die höchsten übertragbaren grünen Kompetenzen, was sowohl die Notwendigkeit als auch die Kosteneffizienz zielgerichteter Weiterqualifizierung nahelegt. Der zweite Beitrag untersucht wahrgenommene Vulnerabilität gegenüber dem Klimawandel und der Klimapolitik mittels eines Conjoint-Experiments. Er zeigt, dass subjektive Vulnerabilität die Unterstützung für Minderungs- und Anpassungspolitiken stark vorhersagt. Maßgeschneiderte Kompensation erhöht die Zustimmung unter klimavulnerablen Personen wirksam, scheitert jedoch bei Bürger:innen, die Verluste durch Klimapolitik selbst erwarten – und offenbart damit Grenzen materieller Kompensation. Der dritte Beitrag testet den Zielkonflikt zwischen materiellen Bedürfnissen und sozialer Anerkennung direkt in einem Belief-Updating-Experiment. Er zeigt, dass gegenüber Klimapolitik vulnerable Bürger:innen klimafreundliche normative Informationen weniger stark rezipieren. Dies ist insbesondere bei kostspieligen (Zwangs-)Maßnahmen der Fall, was darauf hindeutet, dass Vulnerabilität die Responsivität gegenüber pro-ökologischen Normen dämpft. Zusammen zeigen die drei Beiträge, dass wirksame wohlfahrtsstaatliche Antworten auf öko-soziale Risiken detailierte Einblicke in individuell Vulnerabilitäten erfordern, die objektive Risiken und subjektive Wahrnehmungen integrieren. Kompensation und Weiterqualifizierung können materielle Risiken nur bedingt adressieren und normative Appelle allein sind nicht ausreichend, um Klimapolitikbedingte Risikowahrnehmungen zu überwinden. Dies unterstreicht einen grundlegen Trade-off in der Klimapolitik.
Abstract
(Englisch)
Climate change confronts welfare states with a dual eco-social risk: mounting natural hazards and disruptive economic transition pressures. Meeting the Paris Agreement’s 1.5 °C target requires costly mitigation policies with uncertain future benefits, while immediate natural consequences demand public spending on adaptation policies. These material pressures intersect with contested social norms about climate-appropriate behavior, creating a political dilemma: governments must impose costly policies to manage eco-social risks, yet democratic feasibility depends on public support. This dissertation examines how welfare state responses can reconcile citizens’ material vulnerabilities with normative appeals for climate-friendly behavior, highlighting a potential trade-off between economic needs and social approval. The first paper analyzes labor-market risks of decarbonization. By analyzing skill and task descriptions across green and brown sectors, it introduces a novel indicator of green skill transferability. The findings show that workers in high-polluting industries are most exposed to transition risks but also possess the highest transferable green skills, demonstrating both the necessity and cost-efficiency of targeted retraining. The second paper examines perceived vulnerability to climate change and climate policy through an original conjoint experiment. It shows that subjective vulnerability strongly predicts support for both mitigation and adaptation. Tailored compensation effectively increases support among those vulnerable to climate impacts, but fails to persuade citizens who anticipate losses from climate policy itself -- revealing limits of compensation. The third paper directly tests the trade-off between material needs and social approval using a belief-updating experiment. It finds that citizens vulnerable to climate policy resist climate-friendly normative information, especially for intrusive or expensive measures, indicating that vulnerability dampens responsiveness to pro-environmental norms. Together, the three papers demonstrate that effective welfare state responses to eco-social risks require detailed vulnerability profiling that integrates objective exposure and subjective perceptions. Compensation and retraining can address material risks only to a limited extent and normative appeals alone cannot overcome policy-related insecurity, underscoring a fundamental trade-off shaping public support for climate action.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Klimapolitik Umweltpolitik Wohlfahrtsstaat Vulnerabilität Soziale Normen Experimentelles Design
Schlagwörter
(Englisch)
Climate Policy Environmental Policy Welfare State Vulnerability Social Norms Experimental Design
Autor*innen
Benedikt Seisl
Haupttitel (Englisch)
Exploring climate and environmental policy preferences
Hauptuntertitel (Englisch)
caught between material needs and social approval
Paralleltitel (Deutsch)
Eine Untersuchung der Präferenzen in der Klima- und Umweltpolitik
Paralleluntertitel (Deutsch)
zwischen materiellen Bedürfnissen und sozialer Anerkennung
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
205 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Liam Francis Beiser-McGrath ,
Federica Genovese
Klassifikation
89 Politologie > 89.50 Politische Prozesse. Allgemeines
AC Nummer
AC17892151
Utheses ID
80243
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 300 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1