Detailansicht

(Un)Möglichkeiten des Streiks
die feministische Streikbewegung als radikal-demokratisches gegenhegemoniales Projekt : zur politischen Wirkmacht von Streiks jenseits der Produktionssphäre
Kyra Zoe Kraus Witzel
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Oliver Marchart
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80970
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14493.25306.239920-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Masterarbeit untersucht die 8M-feministische Streikbewegung als eine zeitgenössische Form des Arbeitskampfes im Kontext einer anhaltenden kapitalistischen Vielfachkrise. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich diese Krisen gegenwärtig besonders im Bereich der Arbeit verdichten und sich hier vermehrt neue Formen des Widerstands herausbilden, wobei Arbeit zunehmend zu einem zentralen gesellschaftlichen Ort wird, an dem unterschiedliche soziale Kämpfe zusammenkommen und Fragen sozialer Ungleichheit, menschlicher Lebensfähigkeit und politischer Machtverhältnisse verhandelt werden. Im Zuge neoliberaler Transformationsprozesse haben sich sowohl Arbeits- als auch Lebensverhältnisse grundlegend verändert. In diesem Zusammenhang verschwimmen die Grenzen zwischen Produktions- und Reproduktionsarbeit zunehmend, was eng mit der Feminisierung und Prekarisierung von Dienstleistungs- und Sorgearbeit verknüpft ist. Traditionelle gewerkschaftliche Streikformen, die primär auf die Unterbrechung von kapitalistischen Produktionsprozessen zielen, geraten dadurch an ihre Grenzen. Vor diesem Hintergrund fragt die Arbeit, wie die 8M-feministische Streikbewegung den Begriff von Arbeit und Streik neu definiert und welche radikal-demokratischen Handlungsspielräume sich daraus ergeben. Im Anschluss an Ansätze der feministischen politischen Ökonomie sowie radikaldemokratischer Theorie zeigt die Arbeit, wie die feministische Bewegung den Streik- und Arbeitsbegriff erweitert, indem sie unbezahlte Sorge- und Reproduktionsarbeit politisiert und als Grundlage kollektiver Mobilisierung sichtbar macht. Die Arbeit argumentiert, dass der feministische Streik nicht primär auf eine Anerkennung innerhalb bestehender Arbeits- und Gesellschaftsordnungen abzielt, sondern diese grundlegend infrage stellt. Dadurch werden neue politische Subjektivitäten hervorgebracht und alternative Formen kollektiver Organisation ermöglicht. In diesem Sinne eröffnet die Bewegung neue radikal-demokratische Räume, in denen Arbeit, politische Teilhabe und soziale Reproduktion neu verhandelt werden.
Abstract
(Englisch)
The master’s thesis examines the 8M feminist strike movement as a contemporary form of labour struggle within an ongoing, multifaceted crisis of capitalism. At its core is the observation that these crises are currently becoming particularly visible in the sphere of labour, where new forms of resistance are increasingly emerging, and where labour itself is becoming a central site in which diverse social struggles converge to collectively confront this multifaceted crisis. Neoliberal transformation processes have fundamentally reshaped both working and living conditions. In particular, the expansion of feminized and precarious forms of service and care work has contributed to an increasing blurring of the boundaries between productive and reproductive labour. One consequence of these developments is the declining significance of trade unions and traditional forms of strike action, whose primary strategy, disrupting capitalist production, proves increasingly inadequate in the context of contemporary labour conditions, especially within the service and care sectors. Against this backdrop, the thesis asks how the 8M feminist strike movement redefines the concepts of labour and strike, and what new forms of radical-democratic action emerge from this reconfiguration. Drawing on approaches from feminist political economy as well as radical democratic theory, the thesis demonstrates how the feminist movement expands the concepts of both labour and strike by politicizing unpaid care and reproductive labour and rendering it visible as a foundation for collective mobilization. It argues that the feminist strike does not primarily seek recognition within existing labour and social orders, but rather fundamentally challenges them. In doing so, it gives rise to new political subjectivities and enables alternative forms of collective organization. In this sense, the movement opens new radical-democratic spaces in which labour, political participation, and social reproduction are renegotiated.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
8M- Bewegung Feministischer Materialismus Kapitalismus Politische Theorie Karl Marx Nancy Fraser Judith Butler Radikaldemokratische Theorie Feministische politische Ökonomie Carework Arbeit Feministischer Streik
Schlagwörter
(Englisch)
International Women's Strike 8M- movement Feminist Materialism Capitalism Political theory Karl Marx Nancy Fraser Judith Butler Radical democratic theory Feminist political economy Care Work Labour
Autor*innen
Kyra Zoe Kraus Witzel
Haupttitel (Deutsch)
(Un)Möglichkeiten des Streiks
Hauptuntertitel (Deutsch)
die feministische Streikbewegung als radikal-demokratisches gegenhegemoniales Projekt : zur politischen Wirkmacht von Streiks jenseits der Produktionssphäre
Paralleltitel (Englisch)
(Im)possibilities of strike
Paralleluntertitel (Englisch)
the feminist strike movement as a radical-democratic counter-hegemonic project
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
94 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Oliver Marchart
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie
AC Nummer
AC17845254
Utheses ID
80278
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1