Detailansicht
Kritische Analyse der neueren Grammatikographie in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien
Karin Pelesić
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Slawistik
Betreuer*in
Anna Kretschmer
DOI
10.25365/thesis.82169
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14529.21803.316468-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Dissertationsprojekt untersucht den aktuellen Stand der Grammatikographie in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien, mehr als drei Jahrzehnte nach der Auflösung des gemeinsamen serbokroatischen Sprachraums. Es wird analysiert, wie sich die seit den 1990er Jahren einsetzende sprachpolitische Divergenz auf die Qualität der Grammatikschreibung ausgewirkt hat. Die Grammatikographie im ex-jugoslawischen Raum zeigt gewisse Defizite, v. a. im Hinblick auf den theoretischen Apparat und die Methodologie. Ausgehend von einer systematischen Auswertung der aktuellen fachlichen Diskussi-on zu Problemen und Herausforderungen der Grammatikographie in der genannten Region erfolgt im Hauptteil ein eingehender Vergleich maßgeblicher grammatischer Standardwerke. Im Fokus steht dabei die Grammatik im engeren Sinn – Morphologie und Syntax. Das Kor-pus umfasst Grammatiken der Nachfolgesprachen des Serbokroatischen (Kroatoserbischen), die über das Niveau reiner Lerngrammatik (für den Bereich der Schule / Fremdsprachenun-terricht) hinausgehen – d. h. für den universitären und wissenschaftlichen Gebrauch konzi-piert sind. Um auch systematische Defizite zu identifizieren, die alle untersuchten Gramma-tiken betreffen, wird zusätzlich eine repräsentative deutsche wissenschaftliche Grammatik als Referenzwerk herangezogen. Die durchgeführte Analyse deckt gewisse Schwächen auf verschiedenen Ebenen auf: auf der formalen (u. a. fehlende Register, fehlende Querverweise, unvollständige oder feh-lerhafte Literaturverzeichnisse), der terminologischen (hohe Inhomogenität), aber auch auf der inhaltlichen. Auf letzterer fällt vor allem die mangelnde Rezeption neuerer wissen-schaftlicher Erkenntnisse auf. Zudem fehlt eine Diskussion alternativer Theoriekonzeptio-nen, da meist eine Sichtweise herausgegriffen und als alternativlos präsentiert wird. Die vergleichende Analyse zeigt ferner z. T. deutliche Unterschiede in der Qualität der Grammatikschreibung in verschiedenen Regionen des untersuchten Areals: Die Gram-matiken aus Serbien und Kroatien sind tendenziell als wissenschaftlich hochwertiger einzu-stufen als etwa jene aus Montenegro, wo bislang noch kaum eine eigenständige deskriptive Grammatikographie auszumachen ist. Es zeigt sich auch, dass die syntaktische Beschreibung insgesamt differenzierter und methodisch fundierter erfolgt als die morphologische.
Abstract
(Englisch)
This dissertation project examines the current state of grammar writing in Bosnia and Herzegovina, Croatia, Montenegro, and Serbia, more than three decades after the dissolution of the shared Serbo-Croatian linguistic space. It analyzes how the linguistic-political and scholarly divergence that began in the 1990s has affected the quality of grammar writing. Grammaticography in the former Yugoslavian region exhibits various weaknesses, especially regarding the theoretical framework and the methodology. Starting from a systematic evaluation of the current academic discussion on prob-lems and challenges of grammar writing in the region, the main section provides an in depth comparison of morphological and syntactic descriptions. The analysis draws on an extensive corpus of modern grammars of the successor languages of Serbo-Croatian (Croa-tian Serbian) that go beyond the level of basic learner’s grammars (for school or for-eign language teaching) and are instead designed for university-level and scholarly use. To identify systematic weaknesses shared by all analyzed grammars, a representative German scientific grammar is also used as a reference work. The results reveal shortcomings on the formal level (including missing indexes, missing cross-references, incomplete or incorrect bibliographies), the terminological level (high degree of heterogeneity), as well as the content level. Content-related issues include, above all, the insufficient reception of recent scholarly findings. Moreover, alternative theoretical frameworks are rarely discussed; instead, a single perspective is often selected and presented as the only valid one. The outcomes of the contrastive analysis show that the quality of grammar writing varies geographically: grammars from Serbia and Croatia tend to be of higher scholarly quality than those from Montenegro, where hardly any independent descriptive grammar writing has been published to date. Furthermore, the syntactic descriptions overall are more differentiated and methodologically grounded than the morphological ones.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
bosnische Grammatikographie kroatische Grammatikographie serbische Grammatikographie montenengrinische Grammatikographie südslawische Grammatikgraphie südslawissche Grammatik Grammatikschreibung
Schlagwörter
(Englisch)
Bosnian Grammaticography Croatian Grammaticography Serbian Grammaticography Montenegrin Grammaticography South Slavic grammar-writing
Autor*innen
Karin Pelesić
Haupttitel (Deutsch)
Kritische Analyse der neueren Grammatikographie in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien
Paralleltitel (Englisch)
A critical analysis of recent grammaticography in Bosnia and Herzegovina, Croatia, Montenegro, and Serbia
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
278 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Katrin Schlund ,
Christian Voß
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.50 Allgemeine Grammatik
AC Nummer
AC18055777
Utheses ID
80289
Studienkennzahl
UA | 792 | 243 | |
