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Von der Frau zur Pflanze
Form und Funktion der Metamorphose in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
Laura Griss
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Vergleichende Literaturwissenschaft
Betreuer*in
Achim Hermann Hölter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81049
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14601.17740.331478-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit befasst sich mit drei von Autorinnen verfassten Texten, um die Metamorphose von Frauen in Pflanzen zu untersuchen. Es handelt sich bei diesen Texten um Anne Richters Kurzgeschichte „Un Sommeil de Plante“ (1967) und Han Kangs „The Fruit of my Woman“ (1997) und den darauf basierenden Roman The Vegetarian (2007). Anhand dieser Erzählungen soll die Hypothese geprüft werden, dass die von Autorinnen verfasste Verwandlung von Frauen in Pflanzen als Motiv mit gesellschaftskritischem Potenzial verstanden werden kann und soll. Diese Metamorphose dient in zeitgenössischer Literatur als Flucht oder Befreiung der Frau vor gesellschaftlichen Normen und ihrer Rolle in einem patriarchalen System und stellt einen metaphorischen Lösungsvorschlag dar. Somit werden in diesen Texten sowohl weibliche als auch pflanzliche Identitäten ausgehandelt, möglicherweise aufgewertet und neue Formen der Existenz vorgeschlagen. Mithilfe der Klassifizierungen von Metamorphosen von Berthelot und Harzer, werden die Verwandlungen eingeordnet und Interpretationsmöglichkeiten anhand der Darstellung und Struktur des Motivs in Betracht gezogen. Dabei stellt sich vor allem die psychische Metamorphose als schwer fassbar heraus. Das Konzept des Werdens von Deleuze und Guattari wird herangezogen, um alternative Perspektiven auf Wandel als Bewegung mit positivem und gesellschaftskritischem Potenzial aufzuzeigen und dies auf die Funktion des Metamorphosenmotivs zu beziehen. In einem zweiten Schritt befasst sich diese Arbeit mit weiblicher Subjektivität und Identität auf formaler und inhaltlicher Ebene. Durch Richters theoretische Arbeiten kann die Metamorphose genderspezifisch untersucht werden. Sowohl poststrukturalistische feministische Theorien als auch kulturelle Unterschiede zwischen der westlichen und südkoreanischen Lebensrealität von Frauen werden berücksichtigt. Darüber hinaus wird ein kritischer Blick auf die Assoziation von Frauen und Pflanzen geworfen und auf die Problematik, ob diese Assoziation je auf feministische Weise erfolgreich umgewertet werden kann oder ob sie sich zwangsläufig immer wieder in eine androzentrische Weltansicht einschreibt. Das gesellschaftskritische Potenzial der Verwandlung kann durch Kristevas Konzept des Abjekten herausgearbeitet werden und die Analyse der von der Metamorphose nicht betroffenen, aber beeinflussten, Figuren belegt, dass die Verwandlung als Kritik, Widerstand, Protest und Katalysator für Wandel fungiert. Die Pflanze selbst wird aus ihrem passiven Kontext als Hintergrund und Umwelt der aktiven menschlichen Schaubühne herausgeschrieben und kann mithilfe der Plant Studies als Symbol für aktive Existenzen, beziehungsweise die Suche nach jenen, gelesen werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Metamorphose Feminismus Pflanzen Verwandlung Weibliche Identität
Autor*innen
Laura Griss
Haupttitel (Deutsch)
Von der Frau zur Pflanze
Hauptuntertitel (Deutsch)
Form und Funktion der Metamorphose in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
Paralleltitel (Englisch)
Woman to plant
Paralleluntertitel (Englisch)
form and function of the metamorphosis in 20th and 21st century literature
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
96 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Achim Hermann Hölter
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe. literarische Motive. literarische Themen
AC Nummer
AC17858817
Utheses ID
80319
Studienkennzahl
UA | 066 | 870 | |
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