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Attributing investment contracts of state-owned entities to the host state
Andrijana Mišović
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Michael Waibel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81346
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14628.15292.756473-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Als wichtige globale Akteure, die in nahezu allen Volkswirtschaften weltweit tätig sind, schließen staatliche Unternehmen (‚State-owned entities‘ - SOEs) häufig Verträge mit ausländischen Investoren ab. Obwohl solche Verträge zwischen ausländischen Investoren und SOEs geschlossen werden, können die Regierungen der Gaststaaten auf verschiedene Weise involviert sein. Die Regierungen können beispielsweise Verhandlungen initiieren und den Vertragsabschluss später den SOEs überlassen. Umgekehrt können sie sich zunächst nicht an den Verhandlungen beteiligen, aber später eingreifen, um den Vertrag zu kündigen. Diese Dissertation untersucht die rechtliche Bedeutung solcher Beteiligungen von Regierungen. Sie analysiert, ob und unter welchen Umständen der Gaststaat als rechtlich an einen von dem SOE abgeschlossenen Vertrag gebunden angesehen werden kann. Diese Frage wird besonders wichtig, wenn es zu einem Rechtstreit kommt. Ein Vertrag mit einem SOE enthält möglicherweise keine Streitbeilegungsklausel. In diesem Fall muss sich der Investor auf ein geltendes Investitionsabkommen stützen. Der Investor müsste jedoch nachweisen, dass nicht nur das SOE, sondern auch der Gaststaat Partei der Streitigkeit ist. Hier kommt der Frage der Vertragszurechnung entscheidende Bedeutung zu. Selbst wenn der Vertrag zwischen dem staatlichen Unternehmen und dem Investor eine Streitbeilegungsklausel enthält, kann es für den Investor dennoch wichtig sein, gegen den Staat vorzugehen, da dieser über größere finanzielle Mittel verfügt. Die Argumentation, dass der Staat an den Vertrag (einschließlich seiner Streitbeilegungsklausel) gebunden ist, könnte dies ermöglichen. Bislang haben Investitionsschiedsgerichte zur Frage der Vertragszurechnung zwei unterschiedliche rechtliche Ansätze herangezogen: die Zurechnungsregeln der Artikel über die Staatenverantwortlichkeit (ARSIWA) und das innerstaatliche Recht des Gaststaates. Diese Dissertation untersucht beide Ansätze kritisch und schlägt einen dritten Ansatz vor, der auf allgemeinen Rechtsgrundsätzen basiert. Drei relevante Grundsätze werden dabei identifiziert: (i) die Anscheinsvollmacht, (ii) die stillschweigende Zustimmung und (iii) die Durchgriffshaftung. Dieser innovative Ansatz würde es Investitionsschiedsgerichten ermöglichen, die Faktoren zu bewerten, die für die Bestimmung der Vertragsparteien tatsächlich relevant sind.
Abstract
(Englisch)
As major global actors, which operate in virtually every economy worldwide, State-owned entities (SOEs) often enter into contracts with foreign investors. Although such a contract is ultimately concluded between a foreign investor and an SOE, the host State government may be involved in various ways. It may initiate negotiations and later leave the conclusion of the contract to the SOE. Conversely, it may not participate in negotiations at all but intervene later to terminate the contract. This dissertation examines the legal significance of such government involvement. It analyses whether and under what circumstances the host State can be considered legally bound by a contract concluded by the SOE. The question becomes particularly important when a dispute arises. A contract with SOE may lack a dispute resolution clause, in which case the investor must rely on an applicable investment treaty. However, the investor would have to show that the host State (not only the SOE) is a party to the dispute. This is where the issue of contract attribution becomes crucial. Moreover, even if the contract between the SOE and the investor includes a dispute-resolution clause, it may still be important for the investor to pursue the State, which has deeper pockets. Arguing that the State is bound by the contract (including its dispute resolution clause) could enable this. So far, investment tribunals have applied two legal frameworks to the question of contract attribution: the rules on attribution in the Articles on State Responsibility (ARSIWA) and the host State’s domestic law. This dissertation critically examines both approaches and advances a third approach based on general principles of law. It identifies three relevant principles: (i) apparent authority, (ii) implied consent, and (iii) piercing the veil. This novel framework enables tribunals to assess the factors that are genuinely relevant for determining parties to the contract.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Staatliche Unternehmen Investitionsverträge Allgemeinen Rechtsgrundsätzen Anscheinsvollmacht Stillschweigende Zustimmung Durchgriffshaftung
Schlagwörter
(Englisch)
State-Owned Entities Articles on State Responsibility Investment Contracts General Principles of Law Apparent Authority Implied Consent Veil Piercing
Autor*innen
Andrijana Mišović
Haupttitel (Englisch)
Attributing investment contracts of state-owned entities to the host state
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
v, 224 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
August Reinisch ,
Stephan Schill
Klassifikation
86 Recht > 86.84 Völkerrecht. Allgemeines
AC Nummer
AC17912212
Utheses ID
80327
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1