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The algorithm of conception
ethnographic observations in the trying to conceive community on TikTok
Julia Rosenzopf
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium CREOLE-Cultural Differences and Transnational Processes
Betreuer*in
Monika Palmberger
DOI
10.25365/thesis.81195
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14646.26097.149439-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der rasante Aufstieg der sozialen Medien beeinflusst nicht nur das alltägliche Leben, sondern auch die ethnographische, wie auch generelle, Forschung. Durch die Zeit der Covid-19 Pandemie erfreute sich vor allem die App TikTok an immensem Erfolg und auch fünf Jahre später zeigt sie sich als äußerst erfolgreich. Ein Unterschied zu vergleichbaren Plattformen ist der intelligente Algorithmus, der es innerhalb von kürzester Zeit schafft, User*innen sämtliche, fast maßgeschneiderte, Inhalte anzuzeigen. Dadurch kann man erkennen, dass sich innerhalb der App Gemeinschaften bilden, was ermöglicht, dass sich Gleichgesinnte finden und austauschen können. So entstand auch die sogenannte trying to conceive community, zu Deutsch, „versuchen zu empfangen“, begonnen mit den Hashtags #ttc und #tryingtoconceive. In dieser Gemeinschaft teilen Content Creator*innen, vor allem Frauen (manchmal mit Partner*innen) ihre Schwierigkeiten schwanger zu werden. Das heißt, der weibliche Zyklus wird genauestens dokumentiert, in Form von Ovulationstests, danach auch Schwangerschaftstests, die vor der Kamera gemacht werden, aber auch sämtliche Symptome und medizinische Untersuchungen und Informationen werden tagtäglich geteilt. Nach dem Hochladen tauschen sich die Creator*innen untereinander aus, kommentieren Symptome, interpretieren Tests, geben aber auch (ungewollte) Ratschläge und sorgen sich umeinander. Beginnend wird ein theoretischer Hintergrund gegeben, um eine Basis zu schaffen, die auch die medizinischen Aspekte der idiopathischen Unfruchtbarkeit behandelt, denn die meisten Personen beziehen sich auf in-vitro Befruchtung, da es bereits zu lange nicht auf natürlichem Weg funktioniert. Außerdem wird auch Unfruchtbarkeit im Allgemeinen besprochen, da es von extremer Wichtigkeit für weit mehr Individuen mit aktivem Kinderwunsch ist als gedacht. Reproduktion ist auch eine Biomacht, weshalb Foucault’s (1993) Biopolitik ebenso thematisiert wird. Durch gezielte Feldforschung in dieser Gemeinschaft, das heißt das Anschauen und Dokumentieren der Videos, wie auch Lesen und Analysieren der Kommentare, zusätzlich zu Expert*inneninterviews und Gesprächen mit Creator*innen selbst, versucht diese Arbeit einen Einblick in diese Nische des Internets zu geben. Verwendet wurden dabei die Methoden der digitalen Anthropologie, wie auch die app walkthrough method (Light et al. 2018) und die Diskursanalyse. Forschen auf TikTok befindet sich noch in den Startlöchern, weshalb die Methoden inspiriert von Forscher*innen, die ältere Methoden (experimentell) angepasst haben, um sie im Digitalen anwenden zu können, sind. Dadurch konnten ethnographische Beobachtungen herausgearbeitet werden, die im Kontext dieser Arbeit in bereits bestehende Literatur und vor allem in die der feministischen Literatur eingebettet werden. Die dabei wichtigsten Beobachtungen zeigen sich als vermittelte, vorübergehende Intimität; den Anspruch an Frauen, fruchtbar zu sein; digitale Unterstützung und Fürsorge; ungefragte Ratschläge, wie auch Religion als ein Mittel zum Umgang mit schwierigen Lebenssituationen. Eingebettet werden die Ergebnisse, wie bereits kurz angesprochen, in der feministischen Anthropologie, da das Patriarchat eine sehr große Rolle in Narrativen der Reproduktion spielt, was ein entscheidendes Merkmal in verschiedensten Kulturen ist. Außerdem werden moralische Frames, aber auch soziale Narrative produziert, die in den patriarchalen Strukturen verortet werden können. Deshalb wird thematisiert, wie die (Un)Fruchtbarkeit ein Feld der feministischen Literatur wurde, aber auch, wie in-vitro einen Umschwung, wie auch Unstimmigkeiten, mit sich brachte. Außerdem werden Ausblicke in die Zukunft und allgegenwärtige feministische Artikulationen zum Thema (Un)Fruchtbarkeit gegeben. Zusammenfassend wird in dieser Masterarbeit versucht, das bereits seit Jahrzehnten akademisch beforschte Thema der Reproduktion, wie auch das der Unfruchtbarkeit, in einen digitalen Kontext zu bringen. Dadurch wird versucht aufzuzeigen, dass Plattformen wie TikTok, die eher als alltägliche Ablenkungen gesehen werden, großes Potenzial für vor allem ethnographische Forschung bieten und auch nachhaltig das Gemeinschaftsgefühl wie auch Zugehörigkeit prägen und stärken.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Schwangerschaft TikTok Unfruchtbarkeit idiopathische Unfruchtbarkeit IVF digitale Ethnographie
Autor*innen
Julia Rosenzopf
Haupttitel (Englisch)
The algorithm of conception
Hauptuntertitel (Englisch)
ethnographic observations in the trying to conceive community on TikTok
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
140 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Monika Palmberger
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17895351
Utheses ID
80339
Studienkennzahl
UA | 066 | 656 | |
