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Die Dolmetscher von Posolskij Prikaz
die Entwicklung des diplomatischen Dolmetschens in Russland vom späten 16. Jahrhundert bis zum frühen 18. Jahrhundert
Madlena Khaidar
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Russisch Deutsch
Betreuer*in
Mira Kadric-Scheiber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81048
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22377.38241.422420-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dolmetsсher von Posolskij Prikаz wаren bisher Gegenstаnd nur weniger wissensсhаftliсhen Studien, sowohl im russisсh- аls аuсh im deutsсhsprасhigen Rаum. Dаher war dаs Ziel dieser Аrbeit neben der Synthese der vorhаndenen Wissensbestände dаs Leben und die Аufgаben der Dolmetsсher von Posolskij Prikаz zu besсhreiben sowie ihre Rolle bei der Entwiсklung der russisсhen diplomatischen Beziehungen zu ermitteln. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde als Forschungsmethode Scoping Review gewählt. So wurden nach der Auswahl relevanter Literatur und Aufbereitung der erhobenen Daten die Ergebnisse zusammengeführt und entsprechende Schlussfolgerungen über die Tätigkeit der Dolmetscher von Posolskij Prikaz gezogen. Die durchgeführte Analyse zeigte, dass sich die Zahl der Dolmetscher im Laufe des untersuchuten Zeitraums zwischen 10 und 60 Personen bewegte. Die Bezahlung der Dolmetscher setzte sich aus einem Jahresgehalt, Landzuteilungen und Tageslohn zusammen. Es wurden vornehmlich bereits sprachkundige Dolmetscher eingestellt, dazu zählten zugewanderte Ausländer, russische Untertanen wie die sogenannten Moskauer Deutschen oder Tataren aus Kasimow, Jaroslawl und Romanow, sowie befreite Kriegsgefangene, die lange Jahre in fremder Gefangenschaft verbrachten. Eine systematische Ausbildung für die Dolmetscher gab es zunächst nicht; erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten Sprachschulen. Der Aufgabenbereich der Dolmetscher von Posolskij Prikaz ging weit über die reine mündliche Sprachmittlung hinaus. Sie führten Regierungsaufträge aus, waren als Kuriere tätig, begleiteten Botschafter auf ihren Reisen ins Ausland und agierten als niederrangige Diplomaten. Außerdem beschafften sie strategisch bedeutsame Informationen über fremde Länder, die als Grundlage für militärische und politische Entscheidungen dienten. Mit der Expansion des Russischen Reiches nach Sibirien, Südural und Asow, die von unterschiedlichen ethnischen Völkergruppen besiedelt waren, wurden die Dolmetscher zu einer unverzichtbaren Schnittstelle zwischen der Zentralverwaltung und der lokalen Bevölkerung. Sie wirkten aktiv an der sprachlichen und administrativen Erschließung dieser Gebiete mit und trugen so zur sogenannten „mentalen Kolonisierung“ bei. Unter Peter dem Großen begleiteten und unterstützten die Dolmetscher von Posolskij Prikaz die ausländischen Experten, die auf Einladung des Zaren nach Russland kamen. Sie ermöglichten den Wissenstransfer in solchen Bereichen wie Militärwesen, Wissenschaft, Architektur und Verwaltung und wurden zu zentralen Akteuren des kulturellen Austausches und der frühen russischen Aufklärung. Die vorliegende Arbeit bietet somit einen umfassenden Einblick in das Leben und die Arbeitsweise der Dolmetscher von Posolskij Prikaz von der Gründung der Behörde bis zu ihrer Auflösung und zeigt den maßgeblichen Einfluss der Dolmetscher auf die Entwicklung der diplomatischen Beziehungen Russlands zu anderen Ländern vom späten 16. Jahrhundert bis zum frühen 18. Jahrhundert auf.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Posolskij Prikaz Dolmetscher von Posolskij Prikaz Diplomatisches Dolmetschen Diplomatie Translationsgeschichte
Autor*innen
Madlena Khaidar
Haupttitel (Deutsch)
Die Dolmetscher von Posolskij Prikaz
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Entwicklung des diplomatischen Dolmetschens in Russland vom späten 16. Jahrhundert bis zum frühen 18. Jahrhundert
Paralleltitel (Englisch)
The interpreters of Posolsky Prikaz
Paralleluntertitel (Englisch)
the development of diplomatic interpreting in Russia from the late 16th century to the early 18th century
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
105 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadric-Scheiber
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.74 Russland ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC17858803
Utheses ID
80498
Studienkennzahl
UA | 070 | 360 | 331 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1