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Zur sprachlichen Verständlichkeit eines Wirtschaftswissenstests durch 14-Jährige mit nichtdeutscher Erstsprache
Lukas Peter Mayerhofer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Bewegung und Sport Unterrichtsfach Geographie und wirtschaftliche Bildung
Betreuer*in
Christian Fridrich
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81677
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29910.28686.567413-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die folgende Masterarbeit untersucht die Sprachverständlichkeit eines Wirtschaftswissenstests durch Schüler*innen mit nichtdeutscher Erstsprache. Somit soll eruiert werden, ob Schüler*innen mit nichtdeutscher Erstsprache durch sprachliche Barrieren bei Wirtschaftswissenstests benachteiligt werden. Zudem verfolgt die Arbeit das Ziel, die Gründe von sprachlichen Unverständlichkeiten bei den verschiedenen Testitems ausfindig zu machen und so Rückschlüsse zuzulassen, wie man zukünftige Wirtschaftswissenstests sprachsensibler gestalten kann. Grundlage der Arbeit ist die zunehmende sprachliche Heterogenität in Österreichs Schullandschaft und die dokumentierten Leistungsunterschiede zwischen Schüler*innen mit deutscher und einer anderen Erstsprache bei Testungen wie der PISA-Erhebung zu Financial Literacy aus dem Jahr 2022. Um die Forschungsfragen der Arbeit bestmöglich zu beantworten, wurde auf problemzentrierte Interviews mit 16 Schüler*innen aus fünf Wiener Mittelschulen mit nichtdeutscher Erstsprache, welche die vierte Klasse besuchen, zurückgegriffen. Als Testinstrument diente der Wirtschaftswissenstest aus Herwig Rumpolds (2020) Dissertation „Ökonomisches Wissen in der Sekundarstufe I: Entwicklung eines Testinstruments für Schüler/innen der achten Schulstufe“. Die befragten Schüler*innen hatten bei den Interviews die Aufgabe, zwölf der 24 Testitems in eigenen Worten wiederzugeben. So konnte herausgefunden werden, ob die Proband*innen die Items sprachlich verstanden oder nicht verstanden haben. Die anderen zwölf Items werden im Zuge einer anderen Masterarbeit (Gutermuth, 2026) analysiert. Die angewandte Überprüfungsform der Itemverständlichkeit wird in der empirischen Sozial- und Kognitionsforschung als „Think-Aloud-Methode" bezeichnet. Nach der Durchführung der Interviews wurden diese transkribiert und in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse, welche sich an Mayring (2022) orientiert, ausgewertet. Dabei wurde auf eine kombinierte deduktiv-induktive Vorgehensweise zurückgegriffen. Die Item-Testfälle wurden anhand eines vorher generierten Modells in drei Kategorien eingeteilt: Item-Testfälle, die direkt verstanden wurden (Fall 1), Item-Testfälle, die nach einer Erläuterung durch die interviewende Person verstanden wurden (Fall 2) und Item-Testfälle, die auch nach der Erläuterung nicht verstanden wurden (Fall 3). Im folgenden Schritt wurden dann die Item-Testfälle der zweiten und dritten Kategorie auf mögliche Gründe der sprachlichen Unverständlichkeiten differenziert untersucht. Dabei erfolgte eine induktive Einteilung in die Kategorien „Allgemeine Unverständlichkeit“, „Begriffsbezogene Unverständlichkeit“ und „Mischform“. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass in 42,7 % der 192 Item-Testfälle die Items nicht direkt korrekt von den Schüler*innen erklärt werden konnten, was darauf schließen lässt, dass es in einem erheblichen Ausmaß zu sprachlichen Unverständlichkeiten kam. Die genaue Fallverteilung lautet wie folgt: Fall 1 wurde 110 Mal (57,3 %) identifiziert, Fall 2 54 Mal (28,1 %) und Fall 3 28 Mal (14,6 %). Die sprachlichen Unverständlichkeiten traten in den meisten Fällen durch spezifische Begriffe oder Formulierung auf. So konnten von den 82 nicht direkt verstandenen Item-Testfällen 47 (57,3 %) der Kategorie „Begriffsbezogene Unverständlichkeit“ zugeordnet werden. Der Kategorie „Allgemeine Unverständlichkeit“ konnten 28 Item-Testfälle (34,2%) und der Kategorie „Mischform“ 7 Item-Testfälle (8,5 %) zugeordnet werden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sprachliche Barrieren einen wesentlichen Einfluss auf die Verständlichkeit von Wirtschaftswissenstests bei Schüler*innen mit nichtdeutscher Erstsprache haben und somit die faire Überprüfbarkeit von Fachkompetenz in dieser Gruppe beeinträchtigt wird. Zudem konnte eruiert werden, dass die meisten Probleme auf die Verwendung einzelner Begriffe oder Formulierungen zurückgehen. Aufgrund der geringen Stichprobengröße und der Tatsache, dass nur die Hälfte der Items eines einzelnen Wirtschaftswissenstests analysiert wurden, sind die Ergebnisse nicht generalisierbar. Dennoch liefern sie interessante Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Wirtschaftswissenstests sowie einen spannenden Anstoß für weitere Forschung an der Schwelle von Sprach- und Fachkompetenz.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines the linguistic comprehensibility of an economics knowledge test for students whose first language is not German. The aim is to determine whether students with a non-German first language experience disadvantages due to language barriers when answering test items in economics knowledge tests. Furthermore, the thesis seeks to identify the reasons for linguistic misunderstandings in the various test items and to draw conclusions about how to improve the linguistic sensitivity of future economics knowledge assessments. This research is motivated by the increasing linguistic heterogeneity in Austrian school classes and the documented performance differences between students with German and other first languages in tests, such as the 2022 PISA Financial Literacy Assessment. To address the research questions of this thesis, problem-centered interviews were conducted with 16 students from 5 different lower secondary schools in Vienna with a non-German first language who attend the fourth year (8th grade). The economics knowledge test in Herwig Rumbold’s (2020) dissertation titled ‘Ökonomisches Wissen in der Sekundarstufe I: Entwicklung eines Testinstruments für Schüler/innen der achten Schulstufe’ served as the testing instrument. During the inter-views, the students were tasked with paraphrasing twelve of the 24 test items. This made it possible to determine whether the participants understood the linguistic formulation of the items. The other twelve items are analyzed in a separate master's thesis (Gutermuth, 2026). The method used to test the comprehensibility of items is known in empirical social and cognitive research as the “think-aloud method”. The interviews were then transcribed and analyzed using a qualitative content analysis based on Mayring (2022). A combined deductive-inductive approach was employed. The item-cases were categorized into three groups using a pregenerated model: item-cases that were understood directly (case 1), item-cases that were understood after explanation by the interviewer (case 2), and item-cases that were not understood even after explanation (case 3). In the next step, the items in the second and third categories were examined in detail to identify possible reasons for the lack of linguistic understanding. This involved an inductive classification into the categories “Allgemeine Unverständlichkeit” (general incomprehensibility), “Begriffsbezogene Unverständlichkeit” (term-related incomprehensibility) and “Mischform” (hybrid form). The results of this study show that in 42.7 % of the 192 item-cases, the students were unable to explain the items correctly, suggesting a significant degree of linguistic misunderstanding. The exact distribution of cases is as follows: Case 1 was identified 110 times (57.3 %), case 2 54 times (28.1 %), and case 3 28 times (14.6 %). In most cases, linguistic ambiguities arose from specific terms or phrasing. Consequently, 47 of the 82 test cases (57.3 %) that were not immediately understood were classified under the category “Begriffsbezogene Unverständlichkeit” (term-related incomprehensibility). Twenty-eight test cases (34.2%) were classified under the category “Allgemeine Unverständlichkeit” (general incomprehensibility), and seven test cases (8.5 %) under the category “Mischform” (hybrid form). This study suggests that linguistic barriers have a substantial impact on the comprehensibility of economic knowledge tests for students whose first language is not German, negatively affecting the valid assessment subject-specific competence for this group. Furthermore, it was found that most problems stem from the use of specific terms or phrases. Due to the small sample size and the fact that only half of the items of a single test were analyzed, the results cannot be generalized. Nevertheless, they provide interesting insights for further development of economic knowledge tests and offer a promising impetus for further research at the intersection of subject-matter and linguistic competence.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Sprachverständlichkeit Wirtschaftswissenstest Sprachliche Barrieren Itemverständlichkeit Sprachsensible Testgestaltung Schüler*innen mit nichtdeutscher Erstsprache
Autor*innen
Lukas Peter Mayerhofer
Haupttitel (Deutsch)
Zur sprachlichen Verständlichkeit eines Wirtschaftswissenstests durch 14-Jährige mit nichtdeutscher Erstsprache
Paralleltitel (Englisch)
About the linguistic comprehensibility of an economic knowledge test by 14-year-olds with a non-German first language
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
viii, 98 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Fridrich
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.00 Sprach- und Literaturwissenschaft. Allgemeines ,
74 Geographie > 74.08 Wirtschaftsgeographie ,
80 Pädagogik > 80.00 Pädagogik. Allgemeines
AC Nummer
AC17965873
Utheses ID
80601
Studienkennzahl
UA | 199 | 500 | 510 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1