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Kochbücher des 19. Jahrhunderts als Spiegel bürgerlicher Kultur
Jana Wibmer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft
Betreuer*in
Martin Scheutz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81030
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11027.28806.348648-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht Kochbücher des 19. Jahrhunderts aus dem österreichischen Raum – mit besonderem Fokus auf Wien – als kultur- und sozialhistorische Quellen bürgerlicher Identitätsbildung. Ausgehend von der Annahme, dass Kochbücher weit über ihre Funktion als Rezeptsammlungen hinausgehen, werden sie als normative Leitmedien analysiert, die gesellschaftliche Werte, Geschlechterrollen und familiäre Ordnungsvorstellungen vermitteln und festigen. Im Zentrum der Untersuchung stehen vier zwischen 1827 und 1897 erschienene Kochbücher von Anna Dorn, Katharina Prato, Anna Fink und Marie von Rokitansky. Methodisch basiert die Arbeit auf Bestandteilen der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring. Dabei wurden mittels induktiver Kategorienbildung zentrale bürgerliche Tugenden aus den Vorworten der Werke herausgearbeitet, ausgewählte Textpassagen diesen Kategorien zugeordnet und anschließend historisch kontextualisiert. Die Analyse konzentriert sich auf die Kategorien Sparsamkeit, Sauberkeit und Reinlichkeit, Fleiß sowie auf unterschiedliche Formen bürgerlicher Ernährungspraxis, die sich zwischen alltäglicher Hausmannskost und feiner Küche bewegen. Die Ergebnisse zeigen, dass Kochbücher des 19. Jahrhunderts einen zentralen Sozialisationsraum für bürgerliche Frauen darstellten. Sie adressierten ihre Leser*innen als verantwortliche Instanzen für Haushalt, Moral sowie familiäre Stabilität und trugen maßgeblich zur Verfestigung der Rolle der Frau als Hausfrau, Konsumentin und Hüterin von Hygiene und Ordnung bei. Gleichzeitig spiegeln die Werke soziale Abgrenzungsprozesse, geschlechtsspezifische Arbeitsteilungen sowie die ambivalente Selbstverortung des Bürgertums zwischen Mäßigung und Repräsentation wider. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit das Potenzial von Kochbüchern als bislang unterschätzte Quellen für die Erforschung bürgerlicher Alltags-, Geschlechter- und Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines 19th-century Austrian cookbooks, with a focus on Vienna, as cultural and social-historical sources for understanding bourgeois identity formation. Cookbooks are understood to extend beyond mere recipe collections and are analyzed as normative guiding media that communicated and reinforced social values, gender roles, and family ideals. The study focuses on four cookbooks published between 1827 and 1897 by Anna Dorn, Katharina Prato, Anna Fink, and Marie von Rokitansky. Methodologically, the thesis applies elements of Philipp Mayring’s qualitative content analysis. Using inductive category formation, central bourgeois virtues were identified in the prefaces, selected passages were assigned to these categories and all findings were interpreted in their historical context. The analysis focuses on the categories of frugality, cleanliness and hygiene, diligence, as well as patterns of bourgeois culinary practice ranging from everyday home cooking to more elaborate, representative cuisine. The findings indicate that 19th-century cookbooks served as a key space of socialization for bourgeois women. They addressed readers as responsible for household management, moral conduct and family stability, thus contributing to the reinforcement of women’s roles as housewives, consumers and custodians of hygiene and order. At the same time, these works reflect processes of social distinction, gendered divisions of labor and the ambivalent positioning of the bourgeoisie between moderation and display. Overall, the thesis highlights cookbooks as previously underutilized sources for studying bourgeois daily life, gender norms, and mentalities in the 19th-century.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kochbuch Bügertum Kochbuchautorinnen Kochbuchforschung Wiener Küche österreichische Küche Habsburgermonarchie Rezept bürgerliches Kochbuch bürgerliche Küche 19. Jahrhundert Neunzehntes Jahrhundert Kochbücher
Autor*innen
Jana Wibmer
Haupttitel (Deutsch)
Kochbücher des 19. Jahrhunderts als Spiegel bürgerlicher Kultur
Paralleltitel (Englisch)
19th-century cookbooks as mirrors of bourgeois culture
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
94 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Scheutz
Klassifikation
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC Nummer
AC17856171
Utheses ID
80610
Studienkennzahl
UA | 066 | 804 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1