Detailansicht

Vorstellungen von Schüler:innen der 7.-10. Schulstufe zur Vielfalt und Sicherheit von Verhütungsmethoden
Isabella Stingl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für LehrerInnenbildung
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Bewegung und Sport Unterrichtsfach Biologie und Umweltbildung
Betreuer*in
Sylvia Kirchengast
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81039
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11090.29966.334718-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht in einer explorativen Querschnittsstudie mit 202 Schüler:innen der 7. bis 10. Schulstufe zweier Schulen in Niederösterreich deren Vorstellungen zur Vielfalt und Sicherheit von Verhütungsmethoden. Mittels standardisierten Fragebogens wurden Aussagen über Wissensstände, subjektive Sicherheitseinschätzungen sowie mögliche Einflussfaktoren wie Schulstufe sowie Schulform erhoben. Sichere Verhütung“ wird von den Jugendlichen überwiegend reproduktionsbezogen verstanden: 41,1 % definieren Sicherheit primär als Schutz vor Schwangerschaft, nur 1,5 % ausschließlich als Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und 14,4 % berücksichtigen beide Aspekte. Damit bleibt das Sicherheitsverständnis deutlich hinter einem ganzheitlichen Konzept sexueller Gesundheit zurück. Bei der Einschätzung einzelner Methoden werden als „sehr sicher“ vor allem die Hormonspirale (50 Nennungen), das Kondom (45) und die Antibabypille (33) genannt, natürliche Methoden hingegen nur selten (7). Während die hohe Bewertung der Hormonspirale und die niedrige Einschätzung natürlicher Methoden mit objektiven Wirksamkeitsdaten übereinstimmen, zeigt sich eine Abweichung zwischen Kondom und Pille: Trotz niedrigerem Pearl-Index der Pille bei korrekter Anwendung wird das Kondom häufiger als „sehr sicher“ eingestuft. Zwar kennen 21,8 %, davon drei Viertel Mädchen und überwiegend Schüler:innen aus der 9. und 10. Schulstufe, den Begriff Pearl-Index, davon können ihn jedoch nur 9,1 % korrekt erklären, das entspricht etwa 2,0 % der gesamten Stichprobe. Dies weist darauf hin, dass statistische Vergleichswerte kaum in die subjektive Sicherheitskonstruktion einfließen. Zwischen der 8. und 9. Schulstufe zeigt sich ein signifikanter Wissenszuwachs die Vielfalt an Verhütungsmethoden betreffend, was auf die curriculare Behandlung des Themas zurückgeführt werden kann. Die Schule wird von der Mehrheit (68,3 %) als wichtigste Informationsquelle genannt, gefolgt von sozialen Medien und Internet (45,1%), Freunde (41,6%) sowie Eltern und Familie (38,6%). Gleichzeitig geben 12,9 % an, keine Verhütungsmittel zu kennen, und 12 % machen fehlerhafte oder thema-tisch unpassende Angaben, was bestehende Wissenslücken verdeutlicht. Geschlechtsspezifisch zeigen sich Unterschiede im Wissensumfang und in der Bewertung: Mädchen kennen signifikant mehr Verhütungsmethoden, stufen hormonelle Verhütung häufiger als „sehr sicher“ ein und schreiben der Pille öfter hohe gesundheitliche Risiken zu, während Jungen das Kondom häufiger als „sehr sicher“ bewerten. Die Verantwortung für Verhütung sehen doch 86,6% bei beiden Partnern. Insgesamt bestätigt die Studie die zentrale Rolle schulischer Sexualbildung, macht jedoch deutlich, dass Sicherheitsvorstellungen stark alltags- und erfahrungsbasiert bleiben und teilweise von objektiven Wirksamkeitsdaten abweichen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine stärkere explizite Auseinandersetzung mit Sicherheitsbegriffen, statistischen Vergleichswerten und geschlechtsspezifischen Verantwortungszuschreibungen notwendig. Zukünftige Forschung sollte die schulische Sexualpädagogik im deutschsprachigen Raum breiter empirisch untersuchen, um evidenzbasierte und konzeptuell fundierte Ansätze in der Sexualbildung weiterzuentwickeln.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Verhütungsmethoden Schülervorstellung Informationsquellen zu Verhütung Jugendliche Schule Sicherheit von Verhütung
Autor*innen
Isabella Stingl
Haupttitel (Deutsch)
Vorstellungen von Schüler:innen der 7.-10. Schulstufe zur Vielfalt und Sicherheit von Verhütungsmethoden
Paralleltitel (Englisch)
Perceptions of students in grades 7 to 10 regarding the variety and safety of contraceptive methods
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
58 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sylvia Kirchengast
Klassifikation
81 Bildungswesen > 81.55 Schülerverhalten. Studentenverhalten
AC Nummer
AC17858427
Utheses ID
80622
Studienkennzahl
UA | 199 | 500 | 502 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1