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Das Schulbuch als Politicum - der bildungspolitische Diskurs um die Gesetzesänderung des Familienlastenausgleichsgesetzes zur Einführung der Gratisschulbuchaktion in Österreich 1972
eine ethnographisch, diskursanalytisch inspirierte Auseinandersetzung hinsichtlich politischer Interessen und bildungspolitischer Steuerungspotenziale
Isabel Marie Honold
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Alan Sioltaich Ross
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81364
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11855.40654.195281-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Auch im Jahr 2025 zählt das Schulbuch zu den zentralen Lehr- und Lernmitteln in Österreichs Schulen. Seine Bedeutung reicht jedoch weit über die reine Wissensvermittlung hinaus, da Lehrmittelpolitik stets Ausdruck politischer Aushandlungsprozesse ist und gleichzeitig gesellschaftlich zugelassenes Wissen und Werte steuert und reflektiert. Seit der Gesetzesänderung des Familienlastenausgleichsgesetzes 1972 zur kostenfreien Bereitstellung von Schulbüchern, welche bis heute die Grundlage der österreichischen Lehrmittelpolitik darstellt, existiert eine rechtliche Monopolstellung des Finanzministeriums hinsichtlich der Auswahl, Anzahl und Ausgabe der Schulbücher, sowie der Schließung von Verträgen mit den jeweiligen Verlagen. Was bedeutet es also, wenn ein Staat wie Österreich mit einem bis heute bestehenden Gesetz zur Gratisschulbuchaktion, nur jene Bücher für den schulischen Gebrauch kostenfrei zur Verfügung stellt, welche durch den Staat selbst geprüft und zugelassen werden und damit ein „Quasi Monopol“ über die Lehrmittelpolitik erlangt? Genau an dieser Stelle setzt die Arbeit an und will mithilfe von diskursanalytischen und historisch ethnographischen Methoden die Kontextbedingungen der Einführung der Gratisschulbuchaktion 1972 rekonstruieren und aus steuerungspolitischer Perspektive einordnen, um sich der Frage zu nähern: Welche politischen Interessen und Steuerungspotenziale lassen sich im Kontext des politischen Diskurses um die Gesetzesänderung zur Gratisschulbuchaktion in Österreich 1972 erkennen? Im Zentrum dieses hier intendierten und bisher in der Schulbuchforschung fehlenden Beitrags zur Diskussion um die bildungspolitischen Implikationen der Gesetzesänderung stehen also die beteiligten Akteur*innen, die verhandelten Themen sowie die impliziten politischen Zielsetzungen, die sich im Material des politischen Diskurses widerspiegeln. Wesentlich für die Argumentation ist der politische Kontext in Österreich zu der betrachteten Zeit, welcher durch den Umbruch von einer jahrzehntelangen, harmonischen Großen Koalition hin zu Alleinregierungen und der daraus folgenden Profilierung, im Sinne einer aktiven Abgrenzung der beiden nun Oppositionsparteien voneinander, geprägt war. Die Analyse zeigt, dass sich die Diskussion stets zwischen Fragen der konstruktiven Nutzung, des Erlangens und des Ausnutzens politischer Mehrheiten bewegte, wobei das Schulbuch selbst und die pädagogischen und bildungstheoretischen Fragen in dem offenen Konflikt kaum zur Sprache kamen.
Abstract
(Englisch)
Even in 2025, textbooks remain among the central teaching and learning materials in Austrian schools. Their significance, however, extends far beyond the mere transmission of knowledge, as schoolbook policy is always an expression of political negotiation processes and shapes and reflects socially accepted knowledge and values. Since the 1972 amendment to the Family Burden Equalization Act (Familienlastenausgleichsgesetz) regarding the free provision of textbooks—which remains the foundation of Austrian schoolbook policy to this day—the Ministry of Finance has held a legal monopoly over the selection, number, and distribution of textbooks, as well as the conclusion of contracts with the respective publishers. So what does it mean when a state like Austria, with a law on the free schoolbook program that remains in effect to this day, makes available for school use free of charge only those books that have been reviewed and approved by the state itself, thereby acquiring a “quasi-monopoly” over educational materials policy? This is where this study begins. Using discourse-analytical and historical-ethnographic methods, it aims to reconstruct the contextual conditions surrounding the introduction of the free schoolbook program in 1972 and to analyze them from a governance policy perspective in order to address the question: What political interests and opportunities for influence can be identified in the context of the political discourse surrounding the 1972 legislative amendment on the free schoolbook program in Austria? At the heart of this intended contribution—which has been missing from textbook research to date—to the discussion on the educational policy implications of the legislative change are thus the actors involved, the issues negotiated, and the implicit political objectives reflected in the material of the political discourse. Central to the argument is the political context in Austria at the time under consideration, which was shaped by the transition from a decades-long, harmonious grand coalition to single-party governments and the resulting differentiation between the two now opposing parties in the sense of an active demarcation from one another. The analysis shows that the discussion consistently revolved around questions of the constructive use, attainment, and exploitation of political majorities, while the textbook itself and pedagogical and educational-theoretical issues were scarcely addressed in the open conflict.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Schulbuch Gratisschulbuchaktion 1972 Österreich historische Schulbuchforschung Steuerungspotenziale Approbationsverfahren Familienlastenausgleichsgesetz Schulbuch als Politicum Interessenverbände Bildungspolitischer Kontext Lehrmittelpolitik
Autor*innen
Isabel Marie Honold
Haupttitel (Deutsch)
Das Schulbuch als Politicum - der bildungspolitische Diskurs um die Gesetzesänderung des Familienlastenausgleichsgesetzes zur Einführung der Gratisschulbuchaktion in Österreich 1972
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine ethnographisch, diskursanalytisch inspirierte Auseinandersetzung hinsichtlich politischer Interessen und bildungspolitischer Steuerungspotenziale
Paralleltitel (Englisch)
The educational policy discourse surrounding the amendment to the "Familienlastenausgleichsgesetz" (Family Burden Equalization Act) to introduce the free textbook program in Austria in 1972
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
123 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alan Sioltaich Ross
Klassifikation
81 Bildungswesen > 81.66 Schulbuch. Lehrbuch
AC Nummer
AC17912582
Utheses ID
80638
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
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