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Zwischennutzung in Wiener Bestandsgebäuden
ein Vergleich der Projekte "Garage Grande" und "WEST/WU" aus Perspektive von Eigentümer:innen, Nutzer:innen und Projektkoordinator:innen : Partizipation und Nachhaltigkeit in unterschiedlich strukturierten Zwischennutzungen
Josefine Grabner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Raumforschung und Raumordnung
Betreuer*in
Kerstin Krellenberg
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81682
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11999.35340.800322-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Leerstand ist ein natürlicher Prozess des urbanen Raums, was allerdings im Hintergrund von dessen problematischen Auswirkungen im Kontext begrenzter Raumressourcen einen Mangel an gezielten Bewältigungsstrategien aufzeigt. Zwischennutzung und temporäre Nutzung, ursprünglich entstanden aus alternativen Prozessen der Kulturszene, sind Instrumente der Raumaktivierung und Leerstandsnutzung und stellen hierfür Potentiale dar. Über die letzten 30 Jahre wurde Zwischennutzung in Wien institutionalisiert und gewann so, auch im Sinne der nachhaltigen Stadtentwicklung und urbanen Transformation, stark an Bedeutung. Im Rahmen dieser Arbeit wurde anhand von zwei ausgewählten Wiener Zwischennutzungsprojekten („Garage Grande“ und „WEST/WU“) untersucht, welche strukturellen Unterschiede zwischen den beiden Projekten vorliegen, welche Relevanz partizipative Prozesse in der praktischen Umsetzung der Zwischennutzung spielen, welchen Beitrag die Zwischennutzung zur nachhaltigen Stadtentwicklung leistet, und welche Handlungsmotivationen von zentralen Akteur:innen bei der Etablierung und Nutzung von Zwischennutzungsprojekten maßgeblich sind. Um diese Forschungsfragen zu beleuchten, wurden qualitative Interviews und eine Akteur:innen-Netzwerk-Analyse durchgeführt. Hier zeigte sich, dass die individuellen Rahmenbedingungen, wie bauliche Unterschiede und Nutzungskosten, das größte Unterscheidungsmerkmal zwischen den Projekten darstellen, jedoch auch viele Gemeinsamkeiten, insbesondere die zentrale Koordination, vorliegen. Zentralgesteuerte Koordinationsstellen zeigten sich als bedeutender Hebel für die Etablierung von Zwischennutzungsprojekten, da sie vor allem Hauseigentümer:innen zu einer Beteiligung motivieren. Das Potential von Partizipation blieb unausgeschöpft, jedoch schafften vorhandene informelle Partizipationsmöglichkeiten positive Auswirkungen in beiden Projekten. Während sich beim Fallbeispiel „Garage Grande“ verstärkt unmittelbare und lokale soziale und ökologische Nachhaltigkeitseffekte zeigten, ergaben sich durch „WEST/WU“, als Ursprung von mehreren Nachfolgeprojekten, positive Effekte für die langfristige Nachhaltigkeit. Die Arbeit zeigt, dass die Zwischennutzungsprojekte stadtweite nachhaltige Auswirkungen in Wien ermöglichen, wobei Zwischennutzungen im Privateigentum als wichtiges ungenutztes Potential identifiziert wurden. Die zentralen Handlungsmotive seitens der Nutzer:innen waren in beiden Projekten wirtschaftlich und sozial geprägt. Während im Projekt „Garage Gande“ die ökologische Motivation von Akteur:innen wie Koordination, Eigentümer:innen und Bezirksvertretung hervorgehoben wurde, waren im Vergleich dazu im Projekt „WEST/WU“ die kulturelle Raumbespielung und pragmatische Nutzung zentrale Handlungsmotive seitens dieser Akteur:innen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass weiterer Forschungsbedarf besteht, um ideale Strukturen zu entwickeln, den Bedarf an leistbaren Raum für kreative und soziale Zwecke abzudecken und das Transformationspotenzial von Zwischennutzung und seine Potentiale in der nachhaltigen Stadtentwicklung weiter zu fördern.
Abstract
(Englisch)
Vacancy is a natural process in the urban environment. However, given its problematic consequences in the context of limited spatial resources, this highlights a lack of targeted strategies to address this issue. Interim use and temporary use, which originally emerged from alternative processes within the cultural scene, are tools for revitalizing and utilizing vacant spaces, and offer significant potential in this regard. Over the last 30 years, interim use has become institutionalized in Vienna and has gained significant importance, also in terms of sustainable urban development and urban transformation. As part of this thesis, two selected Viennese interim use projects (“Garage Grande” and “WEST/WU”), were analyzed, regarding the structural differences between the two projects, the relevance of participatory processes in the practical implementation of interim use, the contribution interim use makes to sustainable urban development, and the motivations of key stakeholders that are decisive in the establishment and use of the projects. To shed light on these research questions, qualitative interviews and a stakeholder network analysis were conducted. It became apparent that individual contextual factors, such as architectural differences and usage costs, represent the most significant distinguishing feature between the projects, however, there are also many commonalities, particularly centralized coordination. Centrally managed coordination bodies proved to be a significant lever for establishing temporary use projects, as they primarily motivate property owners to get involved. The potential for participation remained untapped, but existing informal opportunities for participation had a positive impact in both projects. Whilst the “Garage Grande” case study demonstrated a greater focus on immediate social and environmental sustainability effects, “WEST/WU”, as the origin of several follow-up projects, yielded positive effects for long-term sustainability. The study demonstrates that temporary use projects enable city-wide sustainable impacts in Vienna, with interim use on privately owned property identified as an important untapped potential. The key motivations for action on the part of the users were economic and social in both projects. Whilst the “Garage Gande” project highlighted the environmental motivations of stakeholders such as coordinators, property owners and the district council, in contrast, the “WEST/WU” project saw cultural engagement with the space and pragmatic use as the key drivers for action on the part of these stakeholders. In summary, it can be said that further research is needed to develop ideal structures to meet the demand for affordable space for creative and social purposes and to further promote the transformative potential of temporary use and its potential in sustainable urban development.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Zwischennutzung Wien Partizipation Nachhaltige Stadtentwicklung Temporäre Nutzung
Autor*innen
Josefine Grabner
Haupttitel (Deutsch)
Zwischennutzung in Wiener Bestandsgebäuden
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich der Projekte "Garage Grande" und "WEST/WU" aus Perspektive von Eigentümer:innen, Nutzer:innen und Projektkoordinator:innen : Partizipation und Nachhaltigkeit in unterschiedlich strukturierten Zwischennutzungen
Paralleltitel (Englisch)
Temporary use of existing buildings in Vienna
Paralleluntertitel (Englisch)
a comparison of the "Garage Grande" and "WEST/WU" projects from the perspective of owners, users and project coordinators
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
177 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Kerstin Krellenberg
Klassifikation
74 Geographie > 74.60 Raumordnung. Städtebau. Allgemeines
AC Nummer
AC17967332
Utheses ID
80658
Studienkennzahl
UA | 066 | 857 | |
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