Detailansicht

Transporting sovereignty
infrastructure, foodways, and inuit futures in Nunavut
Katrin Schmid
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften: Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Peter Schweitzer
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81512
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13781.59908.614745-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Dissertation untersucht die Rolle der Transportinfrastruktur bei der Gestaltung der Ernährungssouveränität in Nunavut, Kanada. Basierend auf ethnographischer Forschung in fünf Gemeinden der Qikiqtani-Region wird Infrastruktur als Ausdruck sozio-materieller und politischer Autorität über die Frage verstanden, wer sich fortbewegen darf, was für wen zugänglich ist und welche Zukunftsperspektiven dadurch entstehen. Mit Fokus auf Flughafenlandebahnen, Frachtsysteme und Logistik wird gezeigt, wie Transportinfrastruktur den Zugang nicht nur zu importierten, sondern vor allem zu lokal gejagt und gesammelten Lebensmitteln vermittelt. Auf theoretischer Ebene entwickelt und vertieft die Dissertation das Konzept der „Infrastruktursouveränität“, welches das Recht und die Fähigkeit der BewohnerInnen von Nunavut beschreibt, Einfluss auf Planung, Priorisierung, Betrieb und Instandhaltung von Infrastruktur zu nehmen, sodass diese mit lokalen Bedürfnissen, Wünschen, Werten und kollektiven Lebensgrundlagen im Einklang steht. Infrastruktursouveränität setzt den Fokus auf nicht-staatlich zentrierte Auffassungen von Souveränität, indem sie die gelebten und materiellen Bedingungen betont, die Mobilität, Teilen, Jagen und gemeinschaftliches Wohlergehen beeinflussen. Durch die Verknüpfung von Infrastruktursouveränität mit Ernährungssouveränität zeigt die Analyse, dass der Zugang zu „country food“ und lokalen Essgewohnheiten in Nunavut von einer verstärkten lokalen Kontrolle über infrastrukturelle Entscheidungsprozesse abhängt, insbesondere im Hinblick auf Transportsysteme. Anhand empirischer Beispiele verdeutlicht diese Forschung, wie unterschiedliche infrastrukturelle Gegebenheiten ungleiche Chancen für Gemeinschaften schaffen und die Zukunftsvorstellungen der BewohnerInnen prägen. Die vier Artikel der kumulativen Dissertation beleuchten vielfältige Rollen der Transportinfrastruktur und die Auseinandersetzungen der BewohnerInnen damit. Sie zeigen, dass Friktionen in Planung und Nutzung potentiell auch Chancen für gemeinsame Entwicklung sein können, in denen BewohnerInnen trotz gegebener struktureller Bedingungen improvisieren, verhandeln und eigene Prioritäten setzen können. Aufbauend auf anthropologischen Debatten zu Infrastruktur, Souveränität und arktischen Zukünften entwickelt diese Dissertation ein Konzept, welches materille Infrastruktursysteme mit gelebten Alltagsformen von Souveränität in Nunavut verbindet. Sie argumentiert, dass Transportinfrastruktur nicht einfach nur eine Hintergrundbedingung für importierte Lebensmittel ist, sondern eine zentrale Dimension von Ernährungssouveränität darstellt.
Abstract
(Englisch)
This dissertation examines the role of transport infrastructure in shaping food sovereignty in Nunavut, Canada. Drawing on ethnographic research in five Qikiqtani communities, it situates infrastructure as an expression of socio-material and political authority over who can move, what can be accessed, and which futures become possible. Focussing especially on airport runways, cargo systems, and logistics, this research asks how transport infrastructure mediates access not only to imported foods but, crucially, also to locally harvested foods. On a theoretical level, the dissertation develops and contributes the concept of “infrastructure sovereignty”, which describes the right and capacity of Nunavut’s residents to influence how infrastructure is planned, prioritized, operated, and maintained in ways that align with local needs, desires, values, and collective livelihoods. Infrastructure sovereignty highlights non-state-centric understandings of sovereignty by concentrating on the lived and material conditions that affect mobility, sharing, harvesting, and community wellbeing. Linking infrastructure sovereignty and food sovereignty, the analysis demonstrates that access to country food and Nunavut foodways depends on increased local control over infrastructural decision-making, particularly concerning transport systems. Through empirical examples, the research elucidates how different infrastructural materialities produce unequal opportunities for communities and shape residents’ aspirations for the future. The four articles presented in this cumulative thesis illuminate various roles of transport infrastructure and residents’ engagements therewith across the Qikiqtani. They demonstrate that frictions in infrastructure planning and use are opportunities for co-development, as they are moments in which residents improvise, negotiate, and assert infrastructural priorities of their own, expressing creative agency within structural constraint. Building on anthropological debates about infrastructure, sovereignty, and Arctic futures, this dissertation presents a concept that connects infrastructure’s material systems to everyday lived sovereignties in Nunavut, arguing that transport infrastructure is central to food sovereignty, not simply a background condition for imported food.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Infrastruktur Ernährungssouveränität Nunavut Arktis Inuit Transport Kanada Ethnographie
Schlagwörter
(Englisch)
infrastructure food sovereignty Nunavut Arctic Inuit transport Canada ethnography
Autor*innen
Katrin Schmid
Haupttitel (Englisch)
Transporting sovereignty
Hauptuntertitel (Englisch)
infrastructure, foodways, and inuit futures in Nunavut
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
vii, 147, 19 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Franz Krause ,
Nancy Wachowich
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.25 Ernährung. Nahrungszubereitung ,
73 Ethnologie > 73.40 Sozialethnologie. Allgemeines ,
73 Ethnologie > 73.83 Regionale Volkskunde
AC Nummer
AC17924915
Utheses ID
80674
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 307 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1