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Zwei frühbronzezeitliche Speichergruben aus Großmugl
ein Vergleich von Gruben mit und ohne Niederlegungen menschlicher Überreste
Sarah Heer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Urgeschichte und Historische Archäologie
Betreuer*in
Katharina Rebay-Salisbury
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81097
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17210.27697.210159-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der frühen Bronzezeit wurden immer wieder menschliche Überreste in Vorratsgruben niedergelegt. Dieses sehr variationsreiche Phänomen wird als Teil des komplexen Bestattungswesens der Aunjetitz-Kultur verstanden. Ziel dieser Arbeit ist es, eine etwaige Andersbehandlung der Gruben mit menschlichen Überresten festzustellen. Dafür wurden eine Siedlungsgrube, Objekt 22 (zwei Frauen, ein Kleinkind), mit einer typischen Grube, Objekt 51, aus Großmugl verglichen. Die Aspekte Fundmaterial, Struktur (Maße und Grubenform) und engerer sowie weiterer Kontext wurden hierfür analysiert. Im Vergleich zeigte sich der signifikanteste Unterschied bei der Menge an Fundmaterial. Objekt 22 enthielt um rund 65% (Anzahl) bzw. 62% (Gewicht) weniger Funde und einen geringeren Anteil (3% der Stückzahl) an Hüttenlehmfragmenten. Auch findet sich hier ein höherer Fragmentierungsgrad einer bestimmten Keramikgruppe. Struktur und Kontext der Gruben ergaben, bis auf die scheinbar etwas vielfältiger genutzte unmittelbare Umgebung von Objekt 22, keine Besonderheiten. Die Niederlegungen weichen im Laufe der Verfüllung der Grube immer mehr von den regulären Bestattungsnormen der Gräberfelder ab. Außerdem lag Individuum 1 eine Zeit lang offen, während die Individuen 2 und 3 schnell mit Erdmaterial bedeckt wurden. Die Radiokarbondaten lassen eine Datierung aller Individuen in einen Zeitraum von rund 150 Jahren vermuten. Die Erkenntnisse aus der Analyse des Fundmaterials und der Niederlegungen zeigen mehrere Umlagerungs- und Verfüllungsprozesse. Einige dieser Prozesse erfolgten gezielt und wurden mit einem Material durchgeführt, das deutlich weniger Siedlungsabfall enthielt. Objekt 22 wurde also, aufgrund des unterschiedlichen Verfüllverhaltens, von der Gemeinschaft klar anders behandelt. Sollte das keine Einzelbeobachtung sein, erweitert diese Erkenntnis unser Bild des frühbronzezeitlichen Phänomens der Niederlegungen menschlicher Überreste in Speichergruben.
Abstract
(Englisch)
During the Early Bronze Age human remains were recurringly placed in storage pits. This multifaceted phenomenon is part of the complex burial rites of the Únětice culture. The goal of this thesis is to find out whether pits with human remains differed from pits without them. To answer this question, two pits from an archaeological site in Großmugl, Lower Austria, were studied in detail. Object 22 had two women and a child placed in its fill and was compared to a typical storage pit (Object 51). The finds, structure (measurements and form), and immediate and broader context were analysed. The most significant difference was the amount of finds. Object 22 had about 65% (quantity) or 62% (weight) fewer finds and a lower relative percentage (3%) of buildingclay fragments. Furthermore, a higher degree of fragmentation of a specific ceramic type can be observed in this pit. Structure and context showed no abnormalities, except for the seemingly more varied use of the closer surroundings of Object 22. The orientation and position of the skeletons deviate more from regular burial norms with time. Individual 1 was exposed in an open space for a certain amount of time, while individuals 2 and 3 were quickly covered with material. The radiocarbon dates suggest that the skeletons can probably be dated within a time span of 150 years. The results of the finds and the skeletons show multiple different filling and rearrangement processes. The material involved included less settlement waste than in the other pit and some of these processes seem intentional. Based on this difference in filling behaviour, the pit with the human remains (Object 22) was treated differently by the community. If these results are observed at other sites as well, they can help broaden our view on the phenomenon of the deposition of human remains in settlement pits of the Early Bronze Age in Lower Austria.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Archäologie Urgeschichte Frühbronzezeit Aunjetitz Speichergruben Niederlegungen menschlicher Überreste in Siedlungsgruben Sonderbestattungen
Schlagwörter
(Englisch)
Archaeology Prehistory Early Bronze Age Storage pits Deviant burials Deposition of human remains Únětice culture
Autor*innen
Sarah Heer
Haupttitel (Deutsch)
Zwei frühbronzezeitliche Speichergruben aus Großmugl
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich von Gruben mit und ohne Niederlegungen menschlicher Überreste
Paralleltitel (Englisch)
Two Early Bronze Age storage pits from Großmugl
Paralleluntertitel (Englisch)
a comparison of pits with and without human remains
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
186 Seiten, 32 Tafeln : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Katharina Rebay-Salisbury
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17887813
Utheses ID
80726
Studienkennzahl
UA | 066 | 801 | |
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