Detailansicht
Höhenrausch und Moralabsturz bei Extremsituationen am Berg
ethische Entscheidungen und Risikomanagement am Beispiel des Vorfalls am K2 im Jahre 2023 mit besonderer Berücksichtigung deontologischer Ansätze
Martina Bacher
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Interdisziplinäre Ethik
Betreuer*in
Paul Tarmann
DOI
10.25365/thesis.81550
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17219.38515.387720-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Frage, welche Rolle sportiver Egoismus für ethische Entscheidungen im Höhenbergsteigen unter extremen Bedingungen spielt. Ausgangspunkt ist der Unfall am K2 im Jahr 2023, bei dem der Hochträger Mohammed Hassan ums Leben kam. Der Fall zeigt auf eindrückliche Weise, wie persönlicher Erfolgswille, Zeitdruck, körperliche Grenzerfahrungen und bestehende strukturelle Ungleichheiten im Hochgebirge zusammenwirken. Methodisch verbindet die Arbeit eine Rekonstruktion des Geschehens mit leitfadengestützten Interviews mit erfahrenen Höhenbergsteigern. Theoretisch stützt sie sich auf die deontologische Ethik Immanuel Kants und die Kooperationstheorie Robert Axelrods. Die Auswertungen zeigen, dass Verantwortung im Selbstverständnis vieler Bergsteiger stark als Selbstverantwortung verstanden wird. Zugleich stößt dieses Verständnis unter Extrembedingungen an klare Grenzen. Besonders im Verhältnis zu Hochträgern zeigt sich, dass Verantwortung und Risiko nicht immer zusammenfallen. Diese Arbeit spricht sich daher für ein Verständnis von Verantwortung aus, das nicht erst in der Extremsituation selbst greift, sondern bereits bei der Planung und Organisation von Expeditionen ansetzt.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines the role of athletic egoism in ethical decisions made during high-altitude mountaineering under extreme conditions. The starting point is the accident on K2 in 2023, in which high-altitude porter Mohammed Hassan lost his life. The case impressively demonstrates how personal ambition, time pressure, physical extremes and existing structural inequalities interact in high mountains. Methodologically, the thesis combines a reconstruction of the events with guided interviews with experienced high-altitude mountaineers. Theoretically, it draws on Immanuel Kant's deontological ethics and Robert Axelrod's cooperation theory. The evaluations show that many mountaineers strongly identify responsibility as personal responsibility, but that this understanding reaches clear limits under extreme conditions. Particularly in relation to high-altitude porters, it becomes apparent that responsibility and risk do not always coincide. This work therefore advocates an understanding of responsibility that does not only come into play in extreme situations, but already begins during the planning and organisation of expeditions.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Höhenbergsteigen ethische Verantwortung sportiver Egoismus Extremsituationen moralische Dilemmata Risikomanagement deontologische Ethik Machtasymmetrien und Ungleichheit
Autor*innen
Martina Bacher
Haupttitel (Deutsch)
Höhenrausch und Moralabsturz bei Extremsituationen am Berg
Hauptuntertitel (Deutsch)
ethische Entscheidungen und Risikomanagement am Beispiel des Vorfalls am K2 im Jahre 2023 mit besonderer Berücksichtigung deontologischer Ansätze
Paralleltitel (Englisch)
High-altitude euphoria and morale collapse in extreme situations on the mountain
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
102 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Paul Tarmann
Klassifikation
76 Sport > 76 Sport
AC Nummer
AC17929804
Utheses ID
80735
Studienkennzahl
UA | 066 | 641 | |
