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Vorurteilsfreie Begegnung mit dem Blinden bei Jericho
der Anti-Bias-Ansatz in der Bibeldidaktik am Beispiel der Blindenheilung in Lk 18,35-43
Anna Maria Unterweger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Religionspädagogik
Betreuer*in
David Novakovits
DOI
10.25365/thesis.81384
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23249.43814.675038-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Neutestamentliche Heilungswunder zählen zu den schwierigen Texten für den Religions-unterricht. Um nicht in die Grundverlegenheit zu geraten, den exkludierenden Charakter dieser Erzählungen erklären zu müssen, wird in der Unterrichtspraxis häufig ein Bogen um sie gemacht. Denn die Heilungserzählungen sind vor allem eines: Normalisierungser-zählungen. Traditionelle Deutungen haben ableistische und diskriminierende Motive tra-diert und so zum Ausschluss von Menschen mit Disabilities beigetragen. Die vorliegende Masterarbeit geht der Frage nach, wie die Heilungserzählungen für den Religionsunter-richt tragfähig gemacht werden können. Dazu wird der Anti-Bias-Ansatz aus der diskri-minierungssensiblen Pädagogik herangezogen und mit einer disability-kritischen Per-spektive verbunden, um die Blindenheilung vor Jericho (Lk 18,35–43) so aufzubereiten, dass sie für die Religionspädagogik kein Hindernis mehr darstellt. Der Versuch, eine mo-dellhafte religiöse Anti-Bias-Bildung zu entwickeln, wird methodisch in Form eines Lehrstücks nach dem Vorbild Rudolf Englerts gebündelt. Die theoretische Grundlage bilden der Anti-Bias-Ansatz und die Disability Studies, deren Bedeutung auch für die biblische Tradition erörtert wird. Darauf aufbauend werden vier Kategorien eingeführt – Vorurteilsbewusstsein, Machtkritik, Diversität und Empower-ment –, die als Raster sowohl die Textanalyse als auch den dramaturgischen Rahmen des Lehrstücks strukturieren. Die hermeneutische Analyse betrachtet die ausgewählte Perikope aus disability-kritischer und vorurteilsbewusster Perspektive und bezieht diese in die Deutung ein. Heilung wird hierbei als Befähigung zur Partizipation und als Abbau von Barrieren verstanden. Zu die-sem Zweck werden die Fixierung auf körperliche Wiederherstellung und metaphorische Deutungen zurückgedrängt und kritisch reflektiert. Zusätzlich werden wiederkehrende Fallstricke traditioneller Auslegungen identifiziert. Die Grundthese, dass eine Akzentverschiebung von der Normalisierungs- zur Partizipa-tionserzählung notwendig ist, wird im theoretischen Teil begründet und in der Textdeu-tung exemplarisch ausgeführt. Das Lehrstück greift diese These auf und führt sie zu ei-nem bewusst inszenierten dramaturgischen Höhepunkt. Es setzt auf der sprachlichen Ebene an – durch die Reflexion des alltagssprachlichen Gebrauchs von Blindheit – und knüpft an der Lebenswelt der Schülerinnen an. Diese Vorüberlegungen werden durch eine Bildanalyse und die Betrachtung des Bibeltextes vertieft. In der Textarbeit liegt der Fokus auf der Analyse sprachlicher Oppositionen und der Ortsangaben. Durch den intertextuel-len Vergleich mit dem Gleichnis vom Festmahl (Lk 14,15–24) wird der Spannungsbogen von der Normalisierungserzählung hin zum Partizipationsnarrativ geführt. Der Lernfort-schritt der Schülerinnen wird eigenständig und kreativ, rezeptionsorientiert gestaltet. Das beschriebene Modell einer religiösen Anti-Bias-Bildung anhand von Bibeltexten ist bislang nicht praxiserprobt und für weitere Fragestellungen sowie Diskriminierungskate-gorien offen. Eine intersektionale Bearbeitung biblischer Narrative erscheint wünschens-wert. Die Qualifikationsarbeit schließt mit dem Plädoyer, diesen Inhalten in der Ausbil-dung von Religionspädagog*innen Raum zu geben, um den Inklusionsauftrag sowohl auf struktureller als auch auf inhaltlicher Ebene erfüllen zu können.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Anti-Bias Anti-Bias-Ansatz Anti-Bias-Bildung Blindenheilung Wunderdidaktik Heilungshermeneutik Lukasevangelium Vorurteilsbewusstsein Lehrstückdidaktik Lehrstück Bibeldidaktik Disabilitykritisch Disability Studies Wunderhermeneutik Machtkritik
Autor*innen
Anna Maria Unterweger
Haupttitel (Deutsch)
Vorurteilsfreie Begegnung mit dem Blinden bei Jericho
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Anti-Bias-Ansatz in der Bibeldidaktik am Beispiel der Blindenheilung in Lk 18,35-43
Paralleltitel (Englisch)
An unprejudiced encounter with the blind man near Jericho
Paralleluntertitel (Englisch)
the anti-bias approach in biblical didactics using the example of the healing of the blind man in Luke 18,35-43
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
138 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
David Novakovits
Klassifikationen
11 Theologie > 11.34 Exegese. Hermeneutik ,
11 Theologie > 11.77 Religionspädagogik
AC Nummer
AC17913083
Utheses ID
80815
Studienkennzahl
UA | 066 | 796 | |
