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Essays on heterogeneous agents' housing and occupational choices
Fabian Prettenthaler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doctor of Philosophy-Doktoratsstudium Wirtschaftswissenschaften: (Diss.Gebiet: VWL, DK: Vienna Graduate School of Economics)
Betreuer*innen
Monika Gehrig-Merz ,
Michael Reiter
DOI
10.25365/thesis.81501
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25931.71452.335223-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Dissertation untersucht, wie steuer- und regulierungspolitische Maßnahmen Haushaltsentscheidungen in den Bereichen Wohnen und Berufswahl beeinflussen, wenn Märkte unvollständig sind und sich Akteure in ihrer Risikobereitschaft, ihren Fähigkeiten/ihrer Produktivität und ihrem liquiden Vermögen unterscheiden. Mithilfe von Mikrodaten und quantitativen Lebenszyklusmodellen zeige ich, wie Veränderungen bei Transaktionssteuern und Kapitalversicherungen – sowie deren Finanzierungsweise – Mobilität, Selektion und aggregierte Ergebnisse beeinflussen. Das erste Kapitel, „Aggregate and Inter-Generational Effects of Changing the Real Estate Transfer Tax", untersucht, wie unerwartete und dauerhafte Änderungen der Grunderwerbsteuer Immobilientransaktionen und den Konsum verschiedener Generationen beeinflussen. Obwohl die Grunderwerbsteuer ein beliebtes Instrument für Gebietskörperschaften zur Einnahmenerzielung darstellt, reduziert ihre Erhöhung die Zahl der Immobilientransaktionen und verstärkt den Lock-in-Effekt bei älteren Eigenheimbesitzer:innen. Mithilfe des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und lokaler Immobilienindizes schätze ich, dass eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer um 1 Prozentpunkt (pp) die Wahrscheinlichkeit einer Wohnraumverkleinerung um 0,5 pp senkt, während ein Anstieg der lokalen Kaufpreise um 1 pp diese um 0,7 pp erhöht. Ein quantitatives Lebenszyklusmodell, das die deutschen Wohneigentumsquoten (2006–2019) repliziert, zeigt, dass eine über die Einkommensteuer finanzierte Senkung der Grunderwerbsteuer Rentnerhaushalten zugutekommt, den langfristigen Konsum jedoch um 0,54% senkt. Wird dieselbe Steuersenkung hingegen über eine Grundsteuer finanziert, sinken die Immobilienpreise, der Konsum jüngerer Haushalte steigt und der durchschnittliche Konsum über den Lebenszyklus erhöht sich langfristig um 0,16%, bei einem geringeren Rückgang der Wohneigentumsquote. Kapitel zwei, „Heterogeneous Risk Preferences, Entrepreneurship, and Wealth", untersucht, wie individuelle Risikoeinstellungen die Berufswahl und Vermögensakkumulation beeinflussen. Mithilfe von Selbstauskünften zur individuellen Risikobereitschaft aus dem SOEP schätzen wir, dass ein Anstieg der Risikobereitschaft um eine Einheit die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitnehmer:innen in die Selbstständigkeit wechseln, um 10 Prozent erhöht. Wir entwickeln ein Lebenszyklusmodell der Berufswahl mit Epstein-Zin-Präferenzen und heterogenen Risikoeinstellungen, um zu untersuchen, wie Risikoaversion mit unternehmerischen Fähigkeiten und Vermögen interagiert und dadurch den Eintritt in die Selbstständigkeit, die Überlebenswahrscheinlichkeit nach dem Eintritt sowie gesamtwirtschaftliche Kennzahlen – wie die Vermögensungleichheit, den Anteil der Selbstständigen an der Bevölkerung und die Verteilung ihrer Fähigkeiten – beeinflusst. Kontrafaktische Simulationen zeigen, dass eine Erhöhung des unternehmerischen Risikos den Eintritt in die Selbstständigkeit zwar verringert, die Selektion nach unternehmerischen Fähigkeiten jedoch verbessert. Demgegenüber schwächte die Einführung der „1-Euro-GmbH" im Jahr 2008 die Rolle der Risikobereitschaft beim Übergang in die Selbstständigkeit und erhöhte die Beteiligung risikoaverser Personen, ohne dabei die durchschnittliche unternehmerische Fähigkeit zu beeinträchtigen. Das dritte Kapitel, „Business Risk, Taxation and Economic Welfare", untersucht die Frage: Wie soll eine Regierung Unternehmenseinkommen besteuern, wenn Selbstständigkeit riskant und nur unvollständig versicherbar, aber essenziell für Produktion und Vermögensaufbau ist? Wir analysieren diese Frage in einem quantitativen Modell der Berufswahl, in dem sich Haushalte in ihrer Risikoaversion unterscheiden und Kreditbeschränkungen unterliegen. Die Regierung kann eine lineare Steuer auf Unternehmensgewinne erheben und eine öffentliche Versicherung gegen Kapitalverluste bei Marktaustritt bereitstellen, wobei eine Steuer auf Arbeitseinkommen die Haushaltsausgaben ausgleicht. Wenn Effizienzüberlegungen Gerechtigkeitsüberlegungen dominieren, sollten eine niedrige Gewinnsteuer und eine großzügige Kapitalverlustversicherung den Markteintritt begünstigen, gegenfinanziert durch eine hohe Lohnsteuer. Sinkende Ersparnisse führen dazu, dass weniger Haushalte die Eintrittsschwelle überschreiten, woraus weniger, aber größere Unternehmen und eine stärkere Vermögenskonzentration resultieren. Mit zunehmenden Gerechtigkeitsüberlegungen werden höhere Gewinnsteuern optimal, was einen breiter aufgestellten Unternehmenssektor mit im Schnitt kleineren Betrieben begünstigt. Wird die Heterogenität in der Risikoaversion vernachlässigt, verzerrt dies die optimale Politik erheblich: Für einen effizienzorientierten politischen Entscheidungsträger werden die Subventionen für Unternehmensgründer deutlich überschätzt.
Abstract
(Englisch)
This dissertation studies how tax and regulatory policies affect household choices in housing and occupation when markets are incomplete, and agents differ in risk tolerance, ability/skills, and liquid means. Using micro data and quantitative life-cycle models, I show how changes in transaction taxes and capital insurance, and the way they are financed, shape mobility, selection, and aggregate outcomes. The first chapter, “Aggregate and Inter-Generational Effects of Changing the Real Estate Transfer Tax”, investigates how unexpected permanent changes in the real estate transfer tax (RETT) affect housing transactions and consumption across generations. While RETTs might be a popular tool for local governments to increase revenue, they reduce transactions in the housing market and increase the lock-in effect for elderly home owners. Using the German Socio-Economic Panel (GSOEP) and local market indices, I estimate that a 1 percentage point (pp) increase in RETT reduces downsizing by 0.5 pp, while a 1 pp rise in local purchase prices increases it by 0.7 pp. A quantitative life-cycle model replicating German home ownership patterns (2006–2019) shows that financing lower RETT via income taxes benefits retirees but lowers long-run consumption by 0.54%. Financing the same tax cut via a property tax lowers house prices, increases younger households' consumption, and raises average life-cycle consumption by 0.16% in the long run, with a smaller decline in home ownership. The second chapter, “Heterogeneous Risk Preferences, Entrepreneurship, and Wealth”, studies how individual risk attitudes shape occupational choice and wealth accumulation. Using self-reported individual risk preferences from the GSOEP, we estimate that a one-unit increase in risk tolerance raises the probability of a worker transitioning to self-employment by 10 percent. We develop a life-cycle model of occupational choice with Epstein-Zin preferences and heterogeneous risk attitudes to examine how risk aversion interacts with entrepreneurial ability and wealth in determining entry into self-employment, the survival probability upon entry, and its aggregate implications, such as wealth inequality, the share of entrepreneurs in the population, and their ability distribution. Counterfactual simulations show that increasing business risk reduces entry but improves selection based on entrepreneurial skills. In contrast, Germany’s “1-Euro GmbH” reform of 2008 weakened the role of risk tolerance for entry and increased participation by risk-averse individuals without compromising the mean entrepreneurial skill. The third chapter, “Business Risk, Taxation and Economic Welfare”, asks: how should a government tax business income when entrepreneurship is risky and imperfectly insurable, yet vital for output production and wealth accumulation? We study this question in a quantitative occupational-choice model where households differ in risk attitudes and face borrowing constraints. The government can impose a linear tax on profits and provide public insurance against capital losses at exit, with a labor income tax balancing the budget. If efficiency dominates equity concerns, low profit taxes and a generous loss insurance should encourage business entry financed through a high labor tax. Savings decrease, so not many individuals pass the entry threshold, yielding fewer but larger firms and greater wealth concentration. As equity concerns rise, higher profit taxes become optimal, supporting a broader but smaller-scale entrepreneurial sector. Abstracting from heterogeneous risk-aversion materially distorts optimal policy: it substantially overstates the business subsidy for an efficiency-oriented policymaker.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Wohnungsnutzung Transaktionskosten Grunderwerbsteuer Individuelle Risikopräferenzen Berufswahl Insolvenzrisiko Optimale Besteuerung Öffentliche Verlustversicherung Vermögensungleichheit
Schlagwörter
(Englisch)
Housing consumption Transfer taxes Real Estate Transfer Tax Individual risk preferences Occupational choice Business failure risk Optimal taxation Public loss insurance Wealth inequality
Autor*innen
Fabian Prettenthaler
Haupttitel (Englisch)
Essays on heterogeneous agents' housing and occupational choices
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
xv, 136 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Matthias Kredler ,
Gonzalo Paz Pardo
Klassifikation
83 Volkswirtschaft > 83.12 Makroökonomie
AC Nummer
AC17922110
Utheses ID
80882
Studienkennzahl
UA | 794 | 370 | 140 |
