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Die Kunst des Dolmetschens
die Dolmetscherin La Malinche in künstlerischen Darstellungen der spanischen Eroberung
Ewelina Angela Ciarcelluti
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Englisch
Betreuer*in
Klaus Kaindl
DOI
10.25365/thesis.81345
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29207.33510.972453-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Translatoren und Translatorinnen werden oft zu Protagonist:innen transfiktionaler Darstellungen, in denen sie ambivalente und kontroverse Positionen, die mit ihrer Funktion als Mittler:innen verbunden sind, widerspiegeln. Obwohl dieses Phänomen insbesondere im 20. Jahrhundert an wesentlicher Bedeutung gewann, sind bereits einige Beispiele an fiktionalen Darstellungen, basierend auf realen Translator:innen, - etwa in Literatur und Kunst - in früheren geschichtlichen Kontexten verankert. Zu einer der kontroversesten Figuren, vor allem aufgrund ihres Geschlechts, gehört die koloniale Dolmetscherin La Malinche. Sie wird einerseits als intelligente und sprachlich mächtige Frau dargestellt, andererseits ist sie als Verräterin des eigenen Volkes im Dienste der spanischen Eroberer in die Geschichte eingegangen. Vor dem Hintergrund ihrer vielschichtigen und schwer greifbaren Biografie als indigene Frau, die einem sozial hierarchischen System ohne Rechte unterworfen wurde und gleichzeitig durch die dolmetscherische Tätigkeit sozialen Aufstieg erfuhr, entwickelte sich La Malinche zum zentralen Gegenstand fiktionaler Darstellungen. Die Fiktionalisierung Malinches durch künstlerische Darstellungen bildet die Grundlage dieser Masterarbeit. Dabei werden ihre Rolle und ihr Status als Dolmetscherin zwischen dem spanischen Eroberer Cortés und den Indigenen analysiert und interpretiert. Malinches Ambivalenz zeigt sich auch in den ausgewählten Kunstwerken, in denen die Funktion einerseits als Machtinstrument der Kolonialisierung erscheint, während die sprachliche Kompetenz zugleich als Malinches mächtiges Attribut innerhalb dieser kolonialen Machtstrukturen sichtbar wird. Ihre deutlich erkennbare indigene Abstammung und gleichzeitige Zugehörigkeit zu den Eroberern sowie der Mission der Christianisierung werfen in diesem Zusammenhang grundlegende Fragen nach Identität der Dolmetscherin auf, die wesentlich durch Sprache und konstituiert werden. Als Grenzgängerin tritt die spanische La Malinche, die christliche Doña Marina und die indigene Malintzin durch das Dolmetschen sowie die künstlerischen Darstellungen als edle und dominante Sprecherin mit Handlungsmacht sowohl ins Zentrum der Geschichte der Eroberung als auch der Aufmerksamkeit der Betrachter und Betrachterinnen.
Abstract
(Englisch)
Translators and interpreters frequently emerge as protagonists in transfictional representations, reflecting ambivalent and controversial positions closely linked to their function as cultural and linguistic mediators. Although this phenomenon gained particular prominence in the twentieth century, earlier historical contexts already offer examples of fictional representations based on real translators, particularly in literature and art. One of the most controversial figures – especially with regard to gender – is the colonial interpreter La Malinche. She is portrayed, on the one hand, as an intelligent and linguistically skilled woman; on the other hand, she has entered history as a traitor to her own people in the service of the Spanish conquerors. Against the backdrop of her complex and elusive biography as an Indigenous woman subjected to a rigid social hierarchy without rights, while simultaneously achieving social mobility through her work as interpreter, La Malinche developed into a central subject of fictional representations. The fictionalization of Malinche in artistic works constitutes the basis of this master’s thesis. The study focuses on the analysis and interpretation of her role and status as an interpreter between the Spanish conquistador Cortés and the Indigenous. Malinche's ambivalence is also reflected in pictorial representations, in which the translatorial function appears, on the one hand, as an instrument of colonial power, while her linguistic competence emerges on the other hand as a powerful attribute within these colonial structures. Her clearly identifiable origin, combined with the affiliation with the conquerors and the mission of Christianization, raises fundamental questions concerning Malinche’s identity, which is largely constituted through language. As a liminal figure the Spanish Malinche, the Christan Doña Marina, and the Indigenous Malintzin is portrayed through both interpreting practices and artistic representations as a noble and dominant speaker with agency, occupying a central position in the history of the conquest and in the perception of its viewers.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
La Malinche Transfiktionale Darstellungen Translator Studies Agency Kolonialisierung koloniale Dolmetscherin transfiction Rolle und Status Dolmetschen
Schlagwörter
(Englisch)
La Malinche transfictional representations Translator Studies Agency Conquista colonial interpreter transfiction role and status Interpreting
Autor*innen
Ewelina Angela Ciarcelluti
Haupttitel (Deutsch)
Die Kunst des Dolmetschens
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Dolmetscherin La Malinche in künstlerischen Darstellungen der spanischen Eroberung
Paralleltitel (Englisch)
The art of interpreting
Paralleluntertitel (Englisch)
the interpreter La Malinche in artistic representations
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
119 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus Kaindl
AC Nummer
AC17909681
Utheses ID
80903
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 342 |
