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Liminality, precarity, and ambiguous belonging
how social science researchers from Central and Eastern Europe experience and navigate European research spaces
Tereza Butková
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Science-Technology-Society
Betreuer*in
Andrea Schikowitz
DOI
10.25365/thesis.81197
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10432.88930.246246-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In einer wachsenden Zahl von Veröffentlichungen wurde auf die Unterrepräsentation mittelund osteuropäischer (CEE) Stimmen und Perspektiven in der europäischen Forschung hingewiesen. Während dieses Problem in einer Reihe von Fachgebieten dokumentiert und aus verschiedenen Blickwinkeln theoretisch beleuchtet wurde, gibt es nur wenige praxisorientierte STS-Forschung zu diesem Thema. Diese Arbeit versucht diese Lücke zu schließen indem sie untersucht, wie CEE-Forschende die Forschungsräume, in denen sie sich bewegen, verstehen, sich darin zurechtfinden und wie sie sich selbst – und ihre Region – innerhalb der größeren europäischen Forschungslandschaft positionieren. Auf der Grundlage von Interviews und Kartierungsübungen mit Sozialwissenschaftler*innen aus Tschechien, Kroatien, Ungarn und Russland verfolge ich die Werdegänge der Forscher*innen und zeichne die Konstruktion ihrer individuellen Forschungslandschaften nach, wobei ich verschiedene Ebenen, Orientierungspunkte und Verhandlungsstrategien der Forscher*innen aufdecke. Die Analyse orientiert sich an der Schnittstelle postkolonialer und postsozialistischer Rahmenkonzepte sowie am Konzept epistemischer Lebensräume (Felt & Fochler, 2012) das globale Machtstrukturen und Hierarchien in der Wissensproduktion mit den individuellen Wahrnehmungen und Erfahrungen der Forscher*innen verknüpft. Auf diese Weise verknüpfe ich die verschiedenen Ordnungsformen, epistemischen Hierarchienund symbolischen Regime, die die Sinnbildung und Mobilität von Forschenden prägen, und beleuchte dabei Prekarität, Liminalität und Othering, die in europäischenForschungsräumen entstehen. Die Ergebnisse illustrieren nicht nur Erfahrungen mit einem strukturellen Mangel an Ressourcen in mittel- und osteuropäischen Forschungsräumen, sondern auch die Manifestationen der „the condition of Eastness“, (z. dt. Zustand des Östlichseins”) der in Martin Müllers (2020) Konzept des „Global East“ als ein Dasein zwischen Privilegien und Prekarität beschrieben wird. Forschungsräume in Mittel- und Osteuropa befinden sich in einer ambivalenten Position – materiell eingeschränkt durch die Kombination aus fehlenden Ressourcen und institutioneller Unterstützung, kulturell jedoch geprägt von der Erwartung, hinterherzuhinken und Aufholbedarf zu haben. Forscher*innen, die zwischen Ländern und Regionen wechseln, müssen sich mit diesen unterschiedlichen Bedingungen auseinandersetzen, was zu einem unsicheren und sichwandelnden Zugehörigkeitsgefühl führen kann. Liminalität, wie sie im Konzept des Global East verstanden wird, bedeutet daher nicht nur die Beschreibung eines Übergangszustands und eines Ortes am Rande, sondern auch eine ambivalente Identifikation und eine unsichere Zugehörigkeit. Diese Arbeit beleuchtet somit die Bedeutungen von „Ost“ und „West“, die in europäischen Forschungsräumen neu inszeniert werden, und leistet einen Beitrag zu breiteren Debatten über globale Asymmetrien in der Wissensproduktion. Indem sie die (Semi-)Peripherien der europäischen Forschung nachzeichnet, problematisiert sie letztlich Europa und „den Westen“ als unmissverständliche Zentren epistemischer Privilegien und erläutert deren innere Unterschiede und Asymmetrien.
Abstract
(Englisch)
A growing body of literature has pointed out the underrepresentation of Central and Eastern European (CEE) voices and perspectives in European research. While the issue has been documented in a number of fields and theorized from different angles, practice-oriented STS investigations of the issue are scarce. This thesis addresses this gap by examining how CEE researchers make sense of, navigate and negotiate the research spaces they move through, and how they position themselves – and their region – within the larger European research landscape. Drawing on interviews and mapping exercises with social science researchers from Czechia, Croatia, Hungary, and Russia, I follow researchers’ trajectories and explore the construction of their individual research landscapes, uncovering different layers, orientation points, and researchers’ negotiation strategies. The analysis is guided by the intersection of postcolonial and postsocialist frameworks together with the concept of epistemic living spaces, connecting global power structures and hierarchies in knowledge production with researchers’ individual perceptions and experiences. In this way, I examine the different modes of ordering, epistemic hierarchies and symbolic regimes that shape researchers' sensemaking and mobility, shedding light on precarity, liminality, and othering emerging in European research spaces. What arises from the findings are not only the experiences of structural lack of resources in Central and Eastern European research spaces, but also the manifestations of “the condition of Eastness”, articulated in Martin Müller’s (2020) concept of Global East as being caught in between privilege and precarity. CEE research spaces thus emerge in an ambiguous position – on the one hand, materially constrained by different constellations of missing resources, but, on the other, facing the normative expectations of lagging behind and having to catch up. Researchers moving across countries and regions thus have to negotiate these conditions, often translating into uncertain and shifting sense of belonging. Liminality, encapsulated in the concept of the Global East, therefore signifies not only a description of a transitional state and a place on the margins, but also an ambiguous identification and uncertain belonging. This thesis thus elucidates the meanings of 'East' and 'West', that are re-enacted in European research spaces, and contributes to broader debates on global asymmetries in knowledge production. Ultimately, by tracing the (semi)peripheries of European research, it problematizes Europe and 'the West' as unequivocal centres of epistemic privilege and sheds light on its inner differences and asymmetries.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Mittel- und Osteuropa Forschungsmobilität epistemischer Lebensräume kolonialität des Wissens Globaler Osten Liminalität
Schlagwörter
(Englisch)
Central and Eastern Europe research mobility epistemic living spaces coloniality of knowledge Global East liminality
Autor*innen
Tereza Butková
Haupttitel (Englisch)
Liminality, precarity, and ambiguous belonging
Hauptuntertitel (Englisch)
how social science researchers from Central and Eastern Europe experience and navigate European research spaces
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
145 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Andrea Schikowitz
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft
AC Nummer
AC17895586
Utheses ID
80967
Studienkennzahl
UA | 066 | 906 | |
