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Fortschritt, Perfektion und Perfektibilität in der italienischen Aufklärung
eine diskursanalytische Untersuchung ausgewählter Monografien der neapolitanischen und mailändischen Aufklärung
Julia Elisabeth Jocham
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Daniel Tröhler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81236
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10432.93443.332559-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Konzept Fortschritt und damit verbundene Ideen von Perfektion(-ierung) und Perfektibilität waren in der Aufklärung wiederkehrendes, prominentes Sujet philosophischer bzw. wissenschaftlicher Auseinandersetzungen über nationale Grenzen hinweg, weshalb sie auch als paneuropäische Motive begriffen werden dürfen. Wie jedoch Robert Cowen (2009) treffend konstatierte: „as it moves, it morphes“ (ebd., S. 315): Grenzübergreifend zirkulierende Ideen werden unweigerlich von den jeweils vorfindbaren kulturellen bzw. diskursiven Realitäten der einzelnen (Rezeptions-)Länder modifiziert, was zu je diversen Adaptionen und Interpretationen derselben führe. Ähnliches lässt sich auch in Bezug auf die Begrifflichkeiten Fortschritt, Perfektion(-ierung) und Perfektibilität beobachten. Wird einschlägige Sekundärliteratur zu eben diesen Begriffen konsultiert, fällt jedoch auf, dass – mit Ausnahme Frankreichs – der Fortschritts- und Perfektionsbegriff romanischsprachiger Länder im 18. Jahrhundert noch weitläufig unbeleuchtet bleibt. Überhaupt erfährt etwa die italienische Aufklärung bislang wenig Aufmerksamkeit in einschlägiger Forschung und es wird ihr kaum Relevanz für die paneuropäische Aufklärungsbewegung beigemessen. Die wenigen, bisher sehr vagen, bis oberflächlichen wissenschaftlichen Debatten zum Fortschrittbegriff und damit verbundenen Ideen von Perfektion(-ierung) und Perfektibilität in Gebieten des heutigen Italiens waren jedenfalls ein Umstand, der überraschte und der zum Ausgangspunkt der hier vorliegenden Masterarbeit wurde. Genauer sollte eine diskursanalytische Untersuchung ausgewählter Schriften vierer italienischer Philosophen (Giambattista Vico, Gaetano Filangieri, Pietro Verri, Giuseppe Gorani) angestrengt werden, um zu erforschen, in welcher Art und Weise die Begriffe Fortschritt, Perfektion(-ierung) und Perfektibilität in der Italienischen Aufklärung ausgelegt und selbstständig konfiguriert wurden. – Und wie sich die dortige Diskussion von jenen anderer Länder abhob. Anhand dieser Analyse bestätigte sich, dass aufgrund diverser diskursiver Realitäten auch die Interpretationen von Fortschritt, Perfektion(-ierung) und Perfektibilität in Mailand und Neapel je unterschiedliche waren. Während das Fortschrittsverständnis der Neapolitaner (noch) markant religiös, rechtlich aufgeladen und durch einen theologisch-deontologischen Moralbegriff besetzt war, zeigte sich jenes der Mailänder deutlich ‚weltlicher‘, stärker an ökonomischen Diskursen orientiert und vor dem Hintergrund eines aufgeklärten Absolutismus entworfen. Was das Fortschrittsverständnis aller rezipierter Schriften einte, war die großflächige Absenz des Perfektibilitätsbegriffes, die teleologische Ausrichtung von Fortschritt auf felicità pubblica [öffentliches Glück] und die ‚moderne‘ Überzeugung, wonach Fortschritt unter den geeigneten Umständen linear, progressiv verlaufe.
Abstract
(Englisch)
The concept of progress and related ideas of perfection(-ization) and perfectibility were recurring and highly prominent themes in philosophical and scientific debates across national borders during the Enlightenment, which is why they may also be regarded as pan European motives. However, as Robert Cowen (2009) aptly noted: “as it moves, it morphs” (2009, p. 315): Ideas circulating across borders were inevitably modified by the cultural and discursive realities found in the individual (receptive) countries, leading to divers adaptations and interpretations of those ideas. A similar phenomenon can also be observed with regard to the concepts of progress, perfection(-ization) and perfectibility. When now consulting relevant secondary literature on these very concepts, it is striking that, except for France, the concepts of progress and perfection in Romance-speaking countries in the 18th century remain largely unexplored. Overall, especially the Italian Enlightenment movement has received little attention in research to date and its relevance to the pan European Enlightenment is scarcely acknowledged. The few, rather vague to superficial scientific debates on the concepts of progress and related ideas of perfection(-ization) and perfectibility in the Italian Enlightenment were, in any case, a surprising circumstance and became the starting point for this Master's thesis. More specifically, a discourse-analytical examination of selected writings by four Italian philosophers (Giambattista Vico, Gaetano Filangieri, Pietro Verri, Giuseppe Gorani) was undertaken to examine in what manner the concepts of progress, perfection(-ization) and perfectibility were interpreted and independently configured in the Italian Enlightenment. – And how that differed from discussions in other countries. The analysis confirmed that due to various discursive realities, interpretations of progress, perfection and perfectibility differed in Milan and Naples. Whilst the Neapolitans’ understanding of these terms/ideas was (still) markedly religious, legally charged and imbued with a theological-deontological concept of morality, the interpretation of progress and perfection in Milan was clearly more ‘secular’, more strongly orientated towards economic discourses and conceived against the backdrop of enlightened absolutism. What united the understanding of progress and perfection in all texts was the widespread absence of the concept of perfectibility, the teleological orientation of progress towards felicità pubblica [public happiness], and the ‘modern’ conviction that, under the right circumstances, progress proceeds in a linear, progressive manner.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Fortschritt Perfektion Perfektionierung Perfektibilität italienische Aufklärung Vico Filangieri P. Verri Gorani
Schlagwörter
(Englisch)
Progress Perfection Perfectionization Perfectibility Italian Enlightenment Vico Filangieri P. Verri Gorani
Autor*innen
Julia Elisabeth Jocham
Haupttitel (Deutsch)
Fortschritt, Perfektion und Perfektibilität in der italienischen Aufklärung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine diskursanalytische Untersuchung ausgewählter Monografien der neapolitanischen und mailändischen Aufklärung
Paralleltitel (Englisch)
Progress, perfection and perfectibility in the Italian Enlightenment
Paralleluntertitel (Englisch)
a discourse-analytical study of selected monographs from the Neapolitan and Milanese Enlightenmen
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
113 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Daniel Tröhler
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.24 Neue westliche Philosophie ,
15 Geschichte > 15.67 Italien ,
80 Pädagogik > 80.01 Geschichte der Pädagogik und Erziehung
AC Nummer
AC17898050
Utheses ID
80968
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
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