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Die Bedeutung von Parentifizierung und Bindungserfahrungen für das persönliche Sinnempfinden
Katharina Dordevic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Christiane Spiel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81438
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11188.55494.708425-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Hintergrund. Parentifizierung liegt vor, sobald ein Kind innerhalb des Familiensystems Rollen übernimmt, die entwicklungsbedingt eigentlich Erwachsenen zukommen. In diesem Kontext trägt das Kind Verantwortung für einen oder beide Elternteile sowie gegebenenfalls auch für Geschwister (Boszormenyi-Nagy & Spark, 1976). Parentifizierung und unsichere Bindungsstile können als relevante Faktoren für das subjektive Erleben von Lebenssinn betrachtet werden. Parentifizierung stellt eine belastende Erfahrung dar, die den Zugang zu sicheren Bindungen, einem stabilen Selbstkonzept sowie zu eigenen Wert- und Ziel-vorstellungen beeinträchtigen kann. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass sie auch mit Einschränkungen im Erleben von Lebenssinn einhergeht. Zielsetzung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen elterlicher Parentifizierung und dem Empfinden von Lebenssinn im Erwachsenenalter zu untersuchen und dabei die Rolle unsicherer Bindungsstile als potenzielle Mediatoren zu berücksichtigen. Methoden. In einer Onlinebefragung mit N = 121 Teilnehmenden (Erhebungszeitraum: August bis Oktober 2025) wurde der Zusammenhang zwischen mütterlicher und väterlicher Parentifizierung und dem Lebenssinn mittels mediierter Regressionsanalysen untersucht. Als Mediatoren wurden Bindungsangst und Bindungsvermeidung berücksichtigt. Ergebnisse. Die Resultate zeigen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen Parentifizierung und Lebenssinn besteht. Stattdessen wird der Zusammenhang sowohl für mütterliche als auch für väterliche Parentifizierung vollständig über Bindungsangst ver-mittelt. Für Bindungsvermeidung konnte kein signifikanter mediierender Effekt nach-gewiesen werden. Schlussfolgerung. Die Befunde weisen darauf hin, dass Parentifizierung das Erleben von Lebenssinn im Erwachsenenalter nicht direkt beeinflusst, sondern vor allem über bindungsängstliche Beziehungsmuster wirkt. Dies unterstreicht die Bedeutung einer früh-zeitigen Identifikation parentifizierender Dynamiken sowie bindungsorientierter Präventions- und Interventionsansätze zur Förderung von Lebenssinn und psychischer Gesundheit.
Abstract
(Englisch)
Background. Parentification takes place when a child within the family system assumes roles that, according to developmental norms, should actually be filled by adults. In this context, the child bears responsibility for one or both parents and, in certain cases, for siblings as well (Boszormenyi-Nagy & Spark, 1976). Parentification and insecure attachment styles can be considered important factors in the subjective experience of meaning in life. Parentification represents a significant burden that may impair access to secure attachment, a stable self-concept, and personal values and goals. It therefore appears plausible that such experiences are also associated with limitations in the perceived sense of meaning in life. Objectives. The aim of the present study is to examine the relationship between parental parentification and the experience of meaning in life in adulthood, while considering insecure attachment styles as potential mediating variables. Methods. Conducting an online survey with N = 121 participants (survey period: August to October 2025), the relationship between maternal and paternal parentification and the sense of meaning in life was examined using mediated regression analyses. Attachment anxiety and attachment avoidance were considered as mediators. Results. The findings indicate that there is no direct association between parentification and sense of meaning in life. Instead, the relationship is fully mediated by attachment anxiety for both maternal and paternal parentification. No significant mediating effect was found for attachment avoidance. Conclusion. The results suggest that parentification does not directly affect the experience of meaning in life in adulthood but operates indirectly through attachment-related anxiety. These findings highlight the importance of early identification of parentifying family dynamics and support the relevance of attachment-based prevention and intervention approaches to promote meaning in life and psychological well-being.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Parentifizierung Bindungsangst Bindungsvermeidung Lebenssinn
Schlagwörter
(Englisch)
Parentification attachment anxiety attachment avoidance meaning in life
Autor*innen
Katharina Dordevic
Haupttitel (Deutsch)
Die Bedeutung von Parentifizierung und Bindungserfahrungen für das persönliche Sinnempfinden
Paralleltitel (Englisch)
The relevance of parentification and attachment experiences to one's sense of personal meaning
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
49 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christiane Spiel
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC17915366
Utheses ID
81043
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
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