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"Es war der 29. Mai 1453, ein Dienstag"
zur Darstellung des Osmanischen Reichs in zeitgenössischen Schulgeschichtsbüchern Griechenlands
Sandra Bittmann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gisela Procházka-Eisl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.8992
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30410.34520.308864-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Repräsentationsformen des Osmanischen in zeitgenössischen Schulgeschichtsbüchern Griechenlands. Dabei ging es der Verfasserin nicht nur um die Zusammenfassung bereits vorliegender Studien, sondern auch um die Ergänzung des bisherigen Forschungsstands um ein weiteres Puzzlestück: der Gegenüberstellung von schulisch-populärhistorischem und (geschichts)wissenschaftlichem Diskurs . Die im Zuge dieser Arbeit an griechischen Schulgeschichtsbüchern der Primar- und Sekundarstufe I durchgeführte Inhaltsanalyse bestätigt das negative Bild, das ForscherInnen seit Jahrzehnten vom Schulbuchsektor Griechenlands zeichnen. Denn noch heute enthalten griechische Lehrwerke einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an negativen Bezugnahmen auf das Fremde – und hier vor allem das Osmanisch-Türkische. Ablehnende Tendenzen werden dabei nicht nur auf Ebene von Texten, sondern auch durch den Einsatz von Bildern forciert. Da der Osmane dem Leser vorwiegend in den Rollen des (kulturell unterlegenen) Eroberers und Gewalttäters entgegentritt, greift es auch nicht zu weit, von der Existenz stereotyper Repräsentationsformen des Osmanischen im schulisch vermittelten Diskurs zu sprechen. Wie die Ergebnisse des Abgleichs mit Befunden aus den historischen Wissenschaften zeigen, wäre es aber falsch, von einer grundsätzlichen Opposition zwischen schulisch-populärhistorischem und (geschichts)wissenschaftlichem Diskurs zu sprechen: Die AutorInnen der Lehrwerke stützen sich sehr wohl auf wissenschaftliche Erkenntnisse, gehen bei der Auswahl der Forschungsergebnisse, mit denen sie ihre Darstellungen untermauern, aber selektiv vor. So finden Befunde, die eine Verbindung des Osmanischen mit dem Dunklen und Unaufgeklärten nahelegen, eher in Schulgeschichtsbücher Eingang als solche, die zur Relativierung dieses Bildes beitragen könnten. Abweichungen zwischen schulisch vermitteltem und einem Teil des geschichtswissenschaftlichen Diskurses ergeben sich vor allem auf dem Gebiet der leicht instrumentalisierbaren Sozialgeschichte.
Abstract
(Englisch)
The thesis at hand is concerned with the question of how the Ottoman Empire is represented within contemporary Greek history textbooks. It does not only resume the results of other studies, but also complements the state of research by adding a contrasting juxtaposition of educational and historiographical discourse (with respect to the Ottoman Empire). The content analysis of Greek history textbooks conducted within this study generally confirms the dark picture painted by international research dealing with the production of textbooks in Greece. These books contain a not negligible amount of negative references to the ethnic other – and particularly the (Ottoman) Turks. Rejection is enhanced both by texts and images given in the teaching materials. As for the Ottoman Turks, they are mainly presented in the roles of (culturally inferior) conquerors and perpetrators of violence. Therefore, the author would like to draw the attention to the existence of ethnic stereotypes within educational discourse. There is, however, no consistent opposition between popular and scientific discourse concerning Greek history: Authors of history textbooks rely on academic findings, but only select those suitable to stabilize the main narratives of Greek history by associating the era of Ottoman domination with darkness. Divergences between educational and parts of the historiographical discourse become mainly manifest in the field of social history. The results of the study are embedded into a historical overview of Greek-Turkish relations and models provided by the memory studies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
textbooks history Greece Ottoman Empire Turkey stereotypes
Schlagwörter
(Deutsch)
Schulbücher Geschichte Griechenland Osmanisches Reich Türkei Stereotype
Autor*innen
Sandra Bittmann
Haupttitel (Deutsch)
"Es war der 29. Mai 1453, ein Dienstag"
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Darstellung des Osmanischen Reichs in zeitgenössischen Schulgeschichtsbüchern Griechenlands
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
X, 144, [50] S. : zahlr. Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gisela Procházka-Eisl
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.87 Türkische Sprachen und Literaturen ,
81 Bildungswesen > 81.66 Schulbuch
AC Nummer
AC08059854
Utheses ID
8105
Studienkennzahl
UA | 386 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1