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Jenseits binärer Geschlechterstereotype
zur stereotypen Wahrnehmung trans und nichtbinärer Personen im deutschsprachigen Raum
Jasper Brockmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Barbara Schober
Mitbetreuer*in
Marlene Kollmayer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81447
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11359.49694.805926-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht Stereotype gegenüber trans Männern, trans Frauen und nichtbinären Personen im deutschsprachigen Raum im Vergleich zu Stereotypen gegenüber cis Männern und cis Frauen. Theoretische Grundlage bilden Ansätze der Stereotypenforschung, die die Wahrnehmung sozialer Gruppen entlang horizontaler und vertikaler Dimensionen beschreiben. Dabei beziehen sich horizontale Dimensionen auf Einschätzungen beziehungsorientierter und moralischer Eigenschaften, während vertikale Dimensionen Einschätzungen von Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit umfassen. In einem einfaktoriellen Between-Subjects-Design wurden Studierende zufällig einer von fünf Zielgruppen zugewiesen und gebeten, die gesellschaftliche Sichtweise auf diese Zielgruppe einzuschätzen. Erhoben wurden Bewertungen auf den Dimensionen Ability, Assertiveness, Friendliness und Morality sowie spontan generierte Eigenschaftszuschreibungen. Die Gesamtstichprobe umfasste 324 Studierende. In die Auswertung der geschlossenen Eigenschaftsbewertungen gingen 298 Personen ein, in die Auswertung der offenen Eigenschaftszuschreibungen 311 Personen.Die Ergebnisse zeigten, dass cis Männer gesellschaftlich stärker mit Ability und Assertiveness assoziiert wurden, während cis Frauen höher auf Morality und Friendliness eingeschätzt wurden. Trans Männer, trans Frauen und nichtbinäre Personen wurden insbesondere auf den vertikalen Dimensionen weniger positiv eingeschätzt als cis Männer und cis Frauen. Auf den horizontalen Dimensionen wurden sie nur im Vergleich zu cis Frauen weniger positiv eingeschätzt. Zwischen trans Männern, trans Frauen und nichtbinären Personen ergaben sich auf den vier Dimensionen keine signifikanten Unterschiede. Die offenen Eigenschaftszuschreibungen deuteten darauf hin, dass trans Männer, trans Frauen und nichtbinäre Personen häufiger mit Devianz assoziiert wurden. Zudem zeigten sich Hinweise darauf, dass trans Männer und trans Frauen häufiger mit Abwertung und nichtbinäre Personen häufiger pathologisiert und mit liberalen Überzeugungen in Verbindung gebracht wurden. Die Befunde sprechen für die Reproduktion klassischer Geschlechterstereotype gegenüber cis Männern und cis Frauen, für Degendering gegenüber trans Personen und für mögliche spezifische Zuschreibungsmuster gegenüber nichtbinären Personen. Sie verdeutlichen die Notwendigkeit, stereotype Wahrnehmungen geschlechtlicher Vielfalt über klassische binäre Geschlechterstereotype hinaus zu untersuchen.
Abstract
(Englisch)
The present thesis investigates stereotypes toward trans men, trans women, and nonbinary people in the German-speaking context in comparison to stereotypes toward cis men and cis women. The theoretical foundation is provided by approaches in stereotype research that describe the perception of social groups along horizontal and vertical dimensions. Horizontal dimensions refer to assessments of relationship-oriented and moral traits, whereas vertical dimensions comprise assessments of competence and assertiveness. In a single-factor between-subjects design, students were randomly assigned to one of five target groups and asked to assess society’s view of that target group. Ratings were collected on the dimensions Ability, Assertiveness, Friendliness, and Morality, alongside spontaneously generated trait attributions. The total sample comprised 324 students. The analysis of closed-ended trait ratings included 298 participants, while the analysis of open-ended attributions included 311 participants. Results showed that cis men were more strongly associated with Ability and Assertiveness, whereas cis women were rated higher on Morality and Friendliness. Trans men, trans women, and nonbinary people were rated less positively than cis men and cis women, particularly on the vertical dimensions. On the horizontal dimensions, they were rated less positively only compared with cis women. No significant differences emerged between trans men, trans women, and nonbinary people across the four dimensions. The open-ended trait attributions indicated that trans men, trans women, and nonbinary people were more frequently associated with deviance. Trans men and trans women were more frequently associated with devaluation, whereas nonbinary people were more frequently pathologized and associated with liberal beliefs. The findings point to the reproduction of classical gender stereotypes toward cis men and cis women, degendering toward trans people, and possible specific stereotype patterns toward nonbinary people. They highlight the need to examine stereotypical perceptions of gender diversity beyond classical binary gender stereotypes.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechterstereotype trans Personen nichtbinäre Personen Stereotype Degendering Stereotype Content Model geschlechtliche Vielfalt deutschsprachiger Raum trans Männer trans Frauen nichtbinäre Geschlechtsidentität stereotype Zuschreibungen
Schlagwörter
(Englisch)
gender stereotypes trans people nonbinary people stereotypes degendering Stereotype Content Model German-speaking context trans men trans women nonbinary gender identity stereotypical attributions
Autor*innen
Jasper Brockmann
Haupttitel (Deutsch)
Jenseits binärer Geschlechterstereotype
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur stereotypen Wahrnehmung trans und nichtbinärer Personen im deutschsprachigen Raum
Paralleltitel (Englisch)
Beyond binary gender stereotypes
Paralleluntertitel (Englisch)
stereotypical perceptions of trans and nonbinary people in german-speaking countries
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
86 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Barbara Schober
Klassifikation
77 Psychologie > 77.61 Einstellung. Vorurteil. Beeinflussung
AC Nummer
AC17915525
Utheses ID
81083
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
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