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Berufliche Neuorientierung pädagogischer Fachkräfte
der Übergang vom Kindergarten in ein Hochschulstudium
Lisa Mödritscher
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Astrid Wirth
DOI
10.25365/thesis.81359
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13834.53326.382113-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Studien- und Neuorientierungsentscheidungen von Elementarpädagog:innen vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Erfahrungen, strukturellen Rahmenbedingungen und biografischen Kontexte. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren die Entscheidung für ein Hochschulstudium beeinflussen, wie der Übergang vom Kindergarten in ein Studium erlebt wird und welche beruflichen Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben. Ziel der Arbeit ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu gewinnen, wie berufliche Verläufe im elementarpädagogischen Feld gestaltet, reflektiert und verändert werden. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitativer Forschungszugang gewählt. Die Datenerhebung erfolgte mittels leitfadengestützter Interviews mit 13 Personen aus dem elementarpädagogischen Feld, die über eine abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung im Kindergarten bzw. Elementarbereich und ein laufendes Studium verfügten. Die Auswertung erfolgte inhaltsanalytisch und zielte darauf ab, wiederkehrende Muster, zentrale Spannungsfelder und unterschiedliche Übergangs- und Deutungsverläufe im Material sichtbar zu machen. Die Stichprobe umfasst unterschiedliche Studienrichtungen sowie verschiedene berufliche Zukunftsorientierungen, wodurch eine vergleichende Betrachtung verschiedener Formen beruflicher Neuorientierung möglich wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Entscheidung für ein Studium nicht als bloße Reaktion auf einzelne Belastungen verstanden werden kann, sondern als mehrdimensionaler Prozess, in dem berufliche Erfahrungen, strukturelle Überforderung, Professionalisierungsbestrebungen, persönliche Entwicklung und biografische Suchbewegungen zusammenwirken. Die Befragten schildern ihre Erfahrungen im Elementarbereich häufig als ambivalent: Einerseits wird die Arbeit mit Kindern als sinnstiftend, beziehungsintensiv und fachlich bedeutsam erlebt, andererseits werden Personalmangel, Zeitdruck, organisatorische Verdichtung, belastende Team- und Leitungsstrukturen sowie begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten als zentrale Belastungsfaktoren beschrieben. Das Studium erscheint vor diesem Hintergrund zugleich als Antwort auf strukturelle Begrenzungen, als Möglichkeit fachlicher und persönlicher Weiterentwicklung sowie als Raum beruflicher Neuverortung. Darüber hinaus machen die Ergebnisse deutlich, dass der Übergang in ein Studium mit weitreichenden Veränderungen im beruflichen Selbstverständnis und in den Zukunftsperspektiven verbunden ist. Das Studium wird von vielen Befragten als Übergangs- und Transformationsraum erlebt, in dem bestehende Praxiserfahrungen neu reflektiert, theoretisch vertieft und mit neuen beruflichen Möglichkeiten in Beziehung gesetzt werden. Berufliche Zukunftsperspektiven werden dabei häufig nicht als vollständiger Ausstieg aus dem pädagogischen Feld gedacht, sondern als Suchbewegung zwischen Verbleib, Distanzierung, Weiterentwicklung und neuer beruflicher Verortung. Die Studie verdeutlicht damit, dass Studien- und Neuorientierungsentscheidungen von Elementarpädagog:innen als biografisch eingebettete Prozesse zu verstehen sind, die sich im Spannungsfeld von Belastung, Professionalisierung und Zukunftssuche vollziehen.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines the study and reorientation decisions of early childhood educators against the background of their professional experiences, structural working conditions, and biographical contexts. The study focuses on the factors that influence the decision to enter higher education, how the transition from kindergarten work into university studies is experienced, and which future career perspectives emerge from this process. The aim is to gain a deeper understanding of how professional trajectories in the field of early childhood education are shaped, reflected upon, and transformed. To address the research question, a qualitative research design was chosen. Data were collected through semi-structured interviews with 13 participants from the field of early childhood education who had completed professional training, had work experience in kindergarten or early childhood settings, and were enrolled in an ongoing course of study. The data were analyzed using qualitative content analysis in order to identify recurring patterns, central tensions, and different forms of transition and interpretation within the material. The sample includes different fields of study and various professional future orientations, thus allowing for a comparative examination of different paths of professional reorientation. The findings show that the decision to enter higher education cannot be understood merely as a reaction to isolated experiences of strain, but rather as a multidimensional process in which professional experiences, structural overload, aspirations for professionalization, personal development, and biographical search movements interact. The participants describe their experiences in early childhood education as ambivalent: on the one hand, working with children is experienced as meaningful, relational, and professionally valuable; on the other hand, staff shortages, time pressure, organizational overload, challenging team and leadership structures, and limited opportunities for development are described as central burdens. Against this background, studying appears both as a response to structural limitations and as an opportunity for professional and personal development as well as for occupational repositioning. In addition, the results indicate that entering higher education is associated with broader changes in professional self-understanding and future career perspectives. Many participants experience studying as a space of transition and transformation in which existing practical experiences are reflected upon, theoretically deepened, and linked to new professional possibilities. Future career perspectives are often not conceived as a complete exit from the educational field, but rather as a movement between staying, distancing, further development, and new forms of professional positioning. The study thus highlights that educational and career reorientation decisions among early childhood educators should be understood as biographically embedded processes situated at the intersection of strain, professionalization, and the search for future perspectives.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Elementarpädagogik berufliche Neuorientierung Weiterqualifizierung Studium Professionalisierung biografische Übergänge Arbeitsbelastung Zukunftsperspektiven
Schlagwörter
(Englisch)
early childhood education professional reorientation further qualification higher education professionalization biographical transitions work-related strain future perspectives
Autor*innen
Lisa Mödritscher
Haupttitel (Deutsch)
Berufliche Neuorientierung pädagogischer Fachkräfte
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Übergang vom Kindergarten in ein Hochschulstudium
Paralleltitel (Englisch)
Professional reorientation of pedagogical professionals
Paralleluntertitel (Englisch)
the transition from kindergarten to university studies
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
ix, 101 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Astrid Wirth
Klassifikation
81 Bildungswesen > 81.94 Bildungssysteme, Bildungsinstitutionen. Sonstiges
AC Nummer
AC17912450
Utheses ID
81105
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
