Detailansicht

Live-Untertitelung
die Simultandolmetschung am Bildschirmrand
Selina Nowak
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Ingrid Kurz
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.9003
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29547.56584.724566-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Masterarbeit werden Live-Untertitel als eine Art der Simultandolmetschung vorgestellt und anhand zweier Experimente der tatsächlichen Simultandolmetschung entgegengestellt. Dafür wurde eine mit Live-Untertiteln übertragene Sendung des ORF zweimal, einmal von einer Studentin und einmal von einer professionellen Dolmetscherin, gedolmetscht. Das Original, die Untertitel und Simultandolmetschungen wurden schließlich transkribiert und miteinander verglichen. Als Vergleichskriterien dienen in dieser Arbeit der Time-Lag, der Informationsgehalt in Ausgangs- und Zieltext sowie der Output im Allgemeinen. Bei Live-Untertiteln handelt es sich um Untertitel, die während beziehungsweise kurz vor der Übertragung eines Fernseh-Programms erstellt und für die Zuseher auf den Bildschirm gebracht werden. Untertitler müssen sich bei ihrer Tätigkeit an zahlreiche Normen und Konventionen halten, um die Lesbarkeit und Verständlichkeit der Untertitel für die Konsumenten zu garantieren. Eine der größten Herausforderungen, die sich dabei ergeben, ist, dass der Untertitler nur über wenig Platz verfügt – üblicherweise etwa 38 Zeichen inklusive Leerzeichen -, um die Information, die an den Zuseher gelangen soll, unterzubringen. Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Frage, wie es möglich sein kann, die so vielschichtige wie auch aufwändige Tätigkeit des Untertitelns mit dem komplexen Handlungsgefüge beim Simultandolmetschen zu verbinden und ob sich der Aufwand in Anbetracht des Endprodukts lohnt. Dafür wurde eine interlinguale Live-Untertitelung mit zwei Simultandolmetschungen des selben Programms verglichen. Bei der Auswertung des Vergleichs fiel vor allem der große Zeitabstand zwischen Original und der Einblendung der Untertitel auf dem Bildschirm auf. Auf Grund des Aufnahmemodus beim ersten Experiment, konnte der Zeitabstand zwischen dem Original und der ersten Dolmetschung im Gegensatz zur zweiten Dolmetschung gemessen werden. Während bei der zweiten Dolmetschung der größte gemessene Time-Lag sieben Sekunden beträgt, wurde der längste Zeitabstand zwischen Original und Einblenden der Untertitel mit 22 Sekunden bemessen. Bei subjektiver Betrachtung der Inhaltswiedergabe konnten sowohl bei den Dolmetschungen als auch bei den Untertiteln Informationsverluste gefunden werden. In allen drei Fällen werden teils ganze Passagen ausgelassen. Jedoch gibt es bei den Untertiteln mehr und schwerwiegendere Auslassunge, wodurch es auch zu einem größeren Informationsverlust kommt. In Bezug auf den allgemeinen Output können in den Untertiteln und in der Dolmetschung der Studentin Unregelmäßigkeiten bei der Satzstellung beobachtet werden, während die professionelle Dolmetschung syntaktisch unauffällig ist. Im Fall der Untertitel werden falsche Satzstellungen sowie die ebenfalls auftretenden Tippfehler allerdings eher als Störfaktor für die Rezipienten gewertet, da sie bei der visuellen Aufnahme eine zusätzliche Anstrengung für das Auge bedeuten, während Versprecher, Fehler bei der Satzstellung und Korrekturen, die über den auditiven Kanal aufgenommen werden, weniger stark auffallen beziehungsweise beachtet werden. Bei dem Material, das für diesen Vergleich zur Verfügung stand, handelt es sich um Filmmaterial aus dem Jahr 1986; auf dem Gebiet der Untertitelung gab es in der Zwischenzeit allerdings viele neue Entwicklungen, weshalb der zweite Teil der Frage anhand des Vergleiches nicht schlüssig beantwortet werden kann. Die Tatsache, dass es nach monatelanger intensiver Suche nicht möglich war, aktuelles Material einer interlingualen Live-Untertitelung zu finden, führt allerdings zu der Annahme, dass sich der Aufwand, mit dem die Erstellung interlingualer Live-Untertitel verbunden ist, in Anbetracht des Ergebnisses möglicherweise nicht lohnt und sich diese aus diesem Grund bislang nicht als eigene Translationsart durchsetzen konnte.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Live-Untertitelung Untertitel Audiovisuelle Translation
Autor*innen
Selina Nowak
Haupttitel (Deutsch)
Live-Untertitelung
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Simultandolmetschung am Bildschirmrand
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
98 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ingrid Kurz
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.37 Film, Video ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC08076903
Utheses ID
8114
Studienkennzahl
UA | 065 | 351 | 342 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1