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Feindbilder im Krieg
die literarische Verarbeitung des Ersten Weltkriegs bei Andreas Latzko und Ernst Jünger
Jonathan Beile
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Günther Stocker
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81747
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15679.57047.513719-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Konstruktion von Feindbildern im Kontext des Ersten Weltkriegs anhand eines vergleichenden Analyseansatzes der Werke Menschen im Krieg von Andreas Latzko und In Stahlgewittern von Ernst Jünger. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Kriegsliteratur nicht nur historische Erfahrungen abbildet, sondern aktiv zur emotionalen und moralischen Deutung von Krieg beiträgt. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Fragen, wie Feindbilder in den Texten aufgebaut, transformiert oder dekonstruiert werden, wie Kameradschaft literarisch inszeniert wird und welche Bedeutung dem Motiv des Tötens im Spannungsfeld zwischen moralischer Reflexion und ästhetischer Darstellung zukommt. Methodisch basiert die Analyse auf dem Ansatz von Thomas Anz zur Emotionalisierung literarischer Texte, insbesondere auf seinen „Regeln der Emotionalisierung“, die die gezielte Steuerung von Sympathie- und Antipathielenkung in narrativen Kontexten beschreiben. Ergänzend werden Perspektiven der Emotions- und Feindbildforschung herangezogen, um die literarischen Darstellungsstrategien in ihrem ideologischen und affektiven Wirkungszusammenhang zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen deutlich divergierende Darstellungsweisen: Während Jünger den Krieg in eine ästhetisierte und sinnstiftende Erfahrungswelt überführt, in der Feindbilder zwar funktional bleiben, jedoch emotional distanziert erscheinen, dekonstruiert Latzko klassische Freund-Feind-Schemata konsequent zugunsten einer universalen Menschlichkeit und einer pazifistisch geprägten Ethik. Kameradschaft fungiert bei Jünger als heroisch überhöhte Gemeinschaft, während sie bei Latzko als fragiles, leidvolles Bindungsgefüge erscheint. Auch das Töten wird unterschiedlich gerahmt: als Teil einer übergeordneten Kriegsästhetik versus als moralisches Dilemma. Die Arbeit zeigt, dass Feindbilder in der Kriegsliteratur nicht statisch sind, sondern durch narrative und emotionale Strategien konstruiert und ideologisch funktionalisiert werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Erster Weltkrieg Feindbildkonstruktion Emotionslenkung Kriegsliteratur Andreas Latzko Ernst Jünger Menschen im Krieg In Stahlgewittern Kriegserfahrung Thomas Anz Kameradschaft Tötungsmotiv
Autor*innen
Jonathan Beile
Haupttitel (Deutsch)
Feindbilder im Krieg
Hauptuntertitel (Deutsch)
die literarische Verarbeitung des Ersten Weltkriegs bei Andreas Latzko und Ernst Jünger
Paralleltitel (Englisch)
Enemy images in war
Paralleluntertitel (Englisch)
the literary representation of the First World War in Andreas Latzko and Ernst Jünger
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
ii, 104 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Günther Stocker
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft. Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.96 Vergleichende Literaturwissenschaft. Sonstiges
AC Nummer
AC17973871
Utheses ID
81141
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1