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Grenzen der Eintracht
zur Austragung und Beilegung nachbarrechtlicher Konflikte im spätmittelalterlichen Wien
Bianca Mihal
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geschichte
Betreuer*in
Christina Lutter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81246
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17362.44455.169186-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Praxis der Aushandlung und Beilegung nachbarrechtlicher Konflikte im spätmittelalterlichen Wien primär auf Basis von Urkunden des Wiener Rates, die im Zeitraum zwischen 1316 und 1496 ausgestellt wurden. Das zentrale Erkenntnisinteresse der Analyse richtet sich dabei auf Streitobjekte und -ursachen, Konfliktlösungsstrategien, Entscheidungsgrundlagen der Urteilenden, Maßnahmen zur Konfliktprävention und nicht zuletzt die Streitenden selbst. Anhand der dokumentierten Urteile wird deutlich, dass eine Vielzahl von Anlässen zu nachbarschaftlichen Auseinandersetzungen führen konnte, die mit Objekten wie Scheidemauern, Regenrinnen, Fenstern oder Aborten in Zusammenhang standen. Ihnen lag im Wesentlichen die Problematik der Überschreitung von Grenzen – sowohl im räumlichen als auch im rechtlichen Sinn – oder jene der Unklarheit über ihre genaue Definition zugrunde, wobei beide Aspekte oftmals ineinandergriffen. Ebenso stellte die Verletzung althergebrachter Rechtsgewohnheiten ein zentrales Element vieler nachbarrechtlicher Auseinandersetzungen dar. Auf diese Normen beriefen sich zudem nicht allein die Urteilenden im Rahmen der Entscheidungsfindung, sondern auch die Konfliktparteien in ihrer Argumentation. Innerhalb der gerichtlichen Verfahren nahm die Beweiserhebung einen maßgeblichen Stellenwert ein. Diese umfasste insbesondere die Begutachtung der Lage vor Ort sowie die Befragung weiterer Nachbarinnen und Nachbarn, wobei in der Überlieferung des 15. Jahrhunderts zudem die Hinzuziehung fachkundiger Handwerksmeister fassbar wird. Ergänzend konnten Urkunden, die in manchen Fällen von den Streitenden vorgelegt wurden, als Beweismittel fungieren. Die durchgeführte Untersuchung lässt eine deutliche Tendenz zur Kompromissfindung in der Beilegung nachbarrechtlicher Konflikte erkennen, wobei die Urteilenden unter Einhaltung der hergebrachten Rechtsnormen oftmals ein Gleichgewicht zwischen den Besitz- und Nutzungsrechten der Streitenden zu erzielen suchten. Ferner belegen die Quellen die Relevanz der Konfliktprävention, welche nicht allein im Zuge der Entscheidungsfindung, sondern auch im Rahmen alltäglicher Aushandlungsprozesse zwischen Nachbarinnen und Nachbarn eine wesentliche Rolle spielte.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the practice of negotiating and settling neighbourhood conflicts in late medieval Vienna, primarily based on charters issued by the Vienna City Council between 1316 and 1496. The central research interest of the analysis lies in the objects and causes of disputes, conflict resolution strategies, the legal basis for judicial decisions, measures for conflict prevention, and the litigants themselves. The documented rulings reveal that a variety of issues could lead to disputes between neighbours, relating to objects such as walls, rain gutters, windows, or latrines. These were fundamentally based on the transgression of boundaries – in both a spatial and a legal sense – or the uncertainty regarding their precise definition, with both aspects frequently intertwining. Equally, the violation of long-standing legal customs constituted a central element of many neighbourly disputes. Moreover, these norms served as a basis not only for the judges’ decisions but also for the litigants’ arguments. Within the judicial proceedings, the gathering of evidence played a crucial role. This primarily included on-site inspections and the questioning of other neighbours, while in the records of the 15th century, the consultation of master craftsmen also becomes apparent. Additionally, charters, which in some cases were presented by the litigants, could serve as evidence. The study identifies a clear tendency towards compromise in the resolution of neighbourhood conflicts, as judges sought to achieve a balance between the property and usufructuary rights of the parties while adhering to established legal norms. Furthermore, the sources attest to the relevance of conflict prevention, which played a central role not only in the formal settlement of disputes but also within the context of everyday negotiation processes between neighbours.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Nachbarrecht Spätmittelalter Konfliktbeilegung Wien Nachbarschaft Nachbarschaftskonflikte Rechtspraxis Ratsgerichtsbarkeit Spätmittelalterliche Urkunden Konfliktaustragung Stadtgeschichte Rechtsquellen Alltagsgeschichte Städtischer Raum Rechtsgeschichte
Schlagwörter
(Englisch)
Late Middle Ages dispute resolution Vienna neighbourhood neighbourly conflicts legal practice late medieval charters urban history legal sources history of everyday life urban space legal history dispute processing city council
Autor*innen
Bianca Mihal
Haupttitel (Deutsch)
Grenzen der Eintracht
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Austragung und Beilegung nachbarrechtlicher Konflikte im spätmittelalterlichen Wien
Paralleltitel (Englisch)
Boundaries of concord
Paralleluntertitel (Englisch)
on the dispute and resolution of neighbourly conflicts in late medieval Vienna
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
202 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christina Lutter
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.33 Hoch- und Spätmittelalter ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz. Österreich-Ungarn. Österreich
AC Nummer
AC17898635
Utheses ID
81186
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
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