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From clicktivism to commitment?
explaining the rapid decline of the 2025 Turkish boycott movement
Ceren Emiroğlu
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Communication Science
Betreuer*in
Jörg Matthes
DOI
10.25365/thesis.81663
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17362.48204.905654-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht den schnellen Aufstieg und Rückgang der türkischen Boykottbewegung von 2025, einer digital koordinierten Form des politischen Konsums, die nach der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu entstand. Zu Beginn stellte die Bewegung eine starke Verbindung zwischen Online-Mobilisierung und offline stattfindendem Boykottverhalten her. Diese Verbindung schwächte sich jedoch schnell ab: Zunächst ging die Offline-Beteiligung zurück, später nahm auch die Online-Beteiligung ab. Um diese Entwicklung zu erklären, verwendet die Studie ein qualitatives Einzelfallstudiendesign auf der Grundlage von sechzehn halbstrukturierten Interviews und orientiert sich am Social Media Political Participation Model (SMPPM). Die Ergebnisse zeigen, dass der Rückgang der Bewegung nicht durch eine schwache anfängliche Motivation erklärt werden kann. Die Teilnehmenden wurden durch Wut, Ungerechtigkeit, Hoffnung, bürgerschaftliche Pflicht, wirtschaftliches Bewusstsein, institutionelle Verantwortung und Diaspora-Verbundenheit aktiviert. Mit der Zeit wurde es jedoch schwieriger, das offline stattfindende Boykottverhalten aufrechtzuerhalten, da es mit Alltagsroutinen, Bequemlichkeit, Gewohnheiten, begrenzten Alternativen, Klassenunterschieden, institutionellen Verträgen und räumlicher Distanz in der Diaspora in Konflikt geriet. Die Online-Beteiligung hielt länger an, war jedoch nicht einfach kostenfrei; im türkischen Kontext wurde sie sowohl durch staatliche Repression als auch durch Erwartungen innerhalb des sozialen Umfelds geprägt. Die letztendliche Auflösung beider Beteiligungsformen wurde durch ein sinkendes Vertrauen in die Wirksamkeit der Bewegung, schwache Koordination, Informationschaos, fehlende sichtbare politische Veränderung, den Rückzug anderer Teilnehmender und Gegenmobilisierung vorangetrieben. Durch die Analyse der Bewegung entlang der Phasen Synergie, Entkopplung und Auflösung leistet diese Arbeit einen Beitrag zur Forschung über digitalen Aktivismus, politischen Konsum und das SMPPM. Sie argumentiert, dass digital mobilisierte Beteiligung als ein sich verändernder Prozess verstanden werden sollte, der durch Emotionen, Alltag, Repression, Organisation und wahrgenommene Wirksamkeit geprägt ist.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the rapid rise and decline of the 2025 Turkish Boycott Movement, a digitally coordinated political consumerism campaign that emerged after the arrest of Istanbul Mayor Ekrem İmamoğlu. The movement initially created a strong alignment between online mobilisation and offline boycott behaviour, but this alignment weakened quickly as offline participation declined first and online participation faded later. To explain this trajectory, the study uses a qualitative single-case study design based on sixteen semi-structured interviews and is guided by the Social Media Political Participation Model (SMPPM). The findings show that the decline cannot be explained by weak initial motivation. Participants were activated by anger, injustice, hope, civic duty, economic awareness, institutional responsibility, and diaspora attachment. However, offline boycott behaviour became difficult to sustain as it collided with everyday routines, convenience, habits, limited alternatives, class differences, institutional contracts, and diaspora distance. Online participation lasted longer, but it was not simply cost-free; in the Turkish context, it was shaped by both state repression and peer expectations. The findings suggest that the eventual dissolution of both routes was shaped by declining belief in the movement’s effectiveness, weak coordination, information chaos, lack of visible political change, peer disengagement, and counter-mobilisation. By analysing the movement through the phases of synergy, decoupling, and dissolution, this thesis contributes to research on digital activism, political consumerism, and the SMPPM. It argues that digitally mobilised participation should be understood as a changing process shaped by emotion, everyday life, repression, organisation, and perceived effectiveness.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Social Media Political Participation Model digitaler Aktivismus politischer Konsum Konsumentenboykott Online–Offline-Entkopplung Slacktivism Türkei kompetitiver Autoritarismus
Schlagwörter
(Englisch)
Social Media Political Participation Model digital activism political consumerism consumer boycott online–offline decoupling slacktivism competitive authoritarianism Turkey Türkiye
Autor*innen
Ceren Emiroğlu
Haupttitel (Englisch)
From clicktivism to commitment?
Hauptuntertitel (Englisch)
explaining the rapid decline of the 2025 Turkish boycott movement
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
120 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Jörg Matthes
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.00 Kommunikationswissenschaft. Allgemeines
AC Nummer
AC17957718
Utheses ID
81187
Studienkennzahl
UA | 066 | 550 | |
