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Testimonial knowledge without speaker knowledge
reassessing the speaker knowledge requirement
Anni Yu
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Max Kölbel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81523
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19891.51968.276742-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen testimonialem Wissen und Wissen auf Seiten des unmittelbaren Sprechers. Im Zentrum steht das Speaker Knowledge Requirement (SKR), verstanden nicht als hinreichende Bedingung und auch nicht als modale These mit einem Notwendigkeitsoperator, sondern als ausnahmsloser universeller Konditionalsatz: wenn ein Hörer weiß, dass p, aufgrund des Zeugnisses eines Sprechers, dann weiß dieser Sprecher, dass p. Die Attraktivität dieses Konditionalsatzes ergibt sich aus mehreren vertrauten Überlegungen zur epistemischen Rolle von Zeugnis. Testimoniales Wissen scheint häufig die Übertragung eines epistemischen Status von dem Sprecher auf den Hörer zu beinhalten; es wird oft als Wissen aus zweiter Hand beschrieben; und Wissen auf Seiten des Sprechers scheint die Überzeugung des Hörers gegen epistemisches Glück abzusichern. Diese Überlegungen zeigen jedoch für sich genommen nicht, dass der Konditionalsatz ausnahmslos gilt. Vor diesem Hintergrund wird Jennifer Lackeys Kritik an transmissionbasierten Theorien testimonialen Wissens untersucht. Die Diskussion konzentriert sich auf Fälle wie „Creationist Teacher“, „Consistent Liar“ und „Persistent Believer“. Dabei wird argumentiert, dass der stärkste Druck auf die unmittelbare Sprecher-Version des SKR von Fällen der Defeater-Asymmetrie ausgeht. In solchen Fällen fehlt dem Sprecher Wissen aufgrund eines Defeaters, der spezifisch zu seiner eigenen epistemischen Position gehört, während der Hörer diesen Defeater nicht teilt und durch gewöhnliche testimoniale Aufnahme eine wahre Überzeugung bildet. Solche Fälle legen nahe, dass das Ausbleiben von Wissen auf Seiten des Sprechers nicht automatisch ein Ausbleiben von Wissen auf Seiten des Hörers nach sich zieht. Die vertretene Schlussfolgerung lautet, dass die unmittelbare Sprecher-Version des SKR als ausnahmsloser Konditionalsatz falsch ist. Das bedeutet nicht, dass Sprecherwissen epistemisch irrelevant ist oder dass Zeugnis niemals transmissiv funktioniert. Vielmehr bleibt Sprecherwissen eine wichtige Weise, in der testimoniales Wissen abgesichert werden kann. Es ist jedoch nicht die einzige Weise. Die positive Auffassung, die vorgeschlagen wird, besagt, dass testimoniales Wissen von einem epistemisch angemessenen kommunikativen Weg zur Wahrheit abhängt. Ein solcher Weg kann Wissen auf Seiten des Sprechers einschließen, kann aber auch durch zuverlässige institutionelle Strukturen, stabile kommunikative Praktiken, angemessene testimoniale Aufnahme, das Fehlen relevanter Defeater und epistemische Sicherungen in der Umgebung unterstützt werden. Testimoniales Wissen ist daher sozial abhängig, aber nicht immer strikt abhängig von Wissen in der unmittelbaren Sprecherin.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the relation between testimonial knowledge and knowledge in the immediate speaker. Its central focus is the Speaker Knowledge Requirement (SKR), understood not as a sufficiency claim or as a modal thesis involving a necessity operator, but as an exceptionless universal conditional: if a hearer knows that p through testimony from a speaker, then that speaker knows that p. The appeal of this conditional lies in several familiar thoughts about testimony. Testimonial knowledge often seems to involve the transmission of epistemic standing from speaker to hearer; it is frequently described as second-hand knowledge; and speaker knowledge appears to secure the hearer’s belief against epistemic luck. However, these considerations do not by themselves show that the conditional holds without exception. Against this background, the analysis evaluates Jennifer Lackey’s challenge to transmission-based accounts of testimony. The discussion focuses on cases such as “Creationist Teacher, “Consistent Liar”, and “Persistent Believer”. It argues that the most serious pressure on immediate-speaker SKR comes from cases of defeater asymmetry. In such cases, the speaker lacks knowledge because of a defeater specific to their own epistemic position, while the hearer does not share that defeater and forms a true belief through ordinary testimonial uptake. These cases suggest that the failure of knowledge on the speaker’s side does not automatically entail a failure of knowledge on the hearer’s side. The conclusion defended is that immediate-speaker SKR is false as an exceptionless conditional. This does not mean that speaker knowledge is epistemically irrelevant, nor that testimony is never transmissive. Rather, speaker knowledge remains one important way in which testimonial knowledge may be secured. It is not, however, the only way. The positive view proposed is that testimonial knowledge depends on an epistemically adequate communicative route to truth. Such a route may involve knowledge in the speaker, but it may also be supported by reliable institutional structures, stable communicative practices, proper hearer uptake, the absence of relevant defeaters, and environmental safeguards. Testimonial knowledge is therefore socially dependent, but not always strictly dependent on knowledge in the immediate speaker.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Testimoniales Wissen Speaker Knowledge Requirement epistemisches Zeugnis Jennifer Lackey Defeater-Asymmetrie
Schlagwörter
(Englisch)
testimonial knowledge Speaker Knowledge Requirement epistemic testimony Jennifer Lackey defeater asymmetry
Autor*innen
Anni Yu
Haupttitel (Englisch)
Testimonial knowledge without speaker knowledge
Hauptuntertitel (Englisch)
reassessing the speaker knowledge requirement
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
iv, 64 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Max Kölbel
Klassifikation
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie
AC Nummer
AC17927562
Utheses ID
81208
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
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