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Zugehörigkeit der zweiten Generation thailändischer Herkunft in Leipzig
Lucia Li Reichert
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Jannis Panagiotidis
DOI
10.25365/thesis.81544
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23275.52669.803453-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie Angehörige der zweiten Generation thailändischer Herkunft in Leipzig ihre Zugehörigkeit im Spannungsfeld von Selbstwahrnehmung und gesellschaftlicher Fremdzuschreibung verhandeln. Auf Grundlage von sechs leitfaden-gestützten Interviews und einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse zeigt die Arbeit, dass Zugehörigkeit für die Befragten nicht als eindeutige Entscheidung zwischen „deutsch“ und „thai“ erscheint. Vielmehr entsteht sie situativ, relational und ambivalent durch das Zusammenspiel familiärer, sprachlicher, sozialer, transnationaler und biografischer Bezüge. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass thailändische Herkunft vor allem über Familie, Sprache, Essen, Werte, Community und transnationale Beziehungen bedeutsam wird, während Deutschsein stärker mit Alltag, Sozialisation, Sprache, rechtlicher Zugehörig-keit, Bildungswegen und sozialen Netzwerken verbunden ist. Zugleich wird Zugehörig-keit durch rassifizierende Fremdzuschreibungen, Herkunftsfragen, Exotisierung, stere-otype Thailandbilder und den Model Minority Myth immer wieder infrage gestellt. Die Be-fragten entwickeln unterschiedliche Strategien im Umgang mit diesen Erfahrungen, da-runter Relativierung, Covering, Passing, Widerstand und Reclaiming. Die Arbeit zeigt, dass Zugehörigkeit in der postmigrantischen Gesellschaft nicht an kul-turelle Eindeutigkeit oder Anpassung gebunden werden kann. Sie ist vielmehr als plura-ler, relationaler und machtvoll strukturierter Aushandlungsprozess zu verstehen, in dem hybride Zugehörigkeiten entstehen und gesellschaftliche Anerkennung von Mehrfach-zugehörigkeit zentral wird.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines how members of the second generation of Thai descent in Leipzig negotiate their sense of belonging in the tension between self-perception and societal ascription. Based on six semi-structured interviews and a structuring qualitative content analysis, the thesis shows that belonging does not appear to the interviewees as a clear decision between being “German” or “Thai”. Rather, it emerges situationally, relationally and ambivalently through the interplay of familial, linguistic, social, transnational and biographical references. The findings show that Thai descent becomes meaningful primarily through family, language, food, values, community and transnational relationships, while Germanness is more strongly associated with everyday life, socialization, language, legal belonging, educational pathways and social networks. At the same time, belonging is repeatedly called into question through racializing external ascriptions, questions of origin, exoticization, stereotypical images of Thailand and the model minority myth. The interviewees develop different strategies for dealing with these experiences, including relativization, covering, passing, resistance and reclaiming. The thesis demonstrates that belonging in postmigrant society cannot be tied to cultural clarity or adaptation. Instead, it should be understood as a plural, relational and powerfully structured process of negotiation, in which hybrid forms of belonging emerge and the societal recognition of multiple belonging becomes central.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Zugehörigkeit Zweite Generation Hybridität Thailändische Diaspora Anti-Asiatischer Rassismus Postmigrantische Gesellschaft
Schlagwörter
(Englisch)
belonging second generation hybrid identities thai diaspora anti-asian racism postmigrant society
Autor*innen
Lucia Li Reichert
Haupttitel (Deutsch)
Zugehörigkeit der zweiten Generation thailändischer Herkunft in Leipzig
Paralleltitel (Englisch)
Sense of belonging of the second generation of Thai descent
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
104 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jannis Panagiotidis
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.52 Kulturelle Prozesse ,
71 Soziologie > 71.62 Ethnische Beziehungen
AC Nummer
AC17929438
Utheses ID
81271
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
