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Schattenhafte Erinnerungen
alternative Archivierungspraktiken abseits der hegemonialen Archive
Luka Kühn
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Stefan Georg Schweigler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81363
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23455.48535.734794-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht alternative Archivierungspraktiken abseits hegemonialer Archive und fragt danach, inwiefern marginalisierte, verzerrte oder ausgelöschte Lebensrealitäten durch ästhetische und mediale Verfahren sichtbar gemacht werden können. Ausgangspunkt ist ein machtkritisches Archivverständnis, das Archive nicht als neutrale Speicher von Geschichte begreift, sondern als Ordnungen der Sichtbarkeit, Sagbarkeit und Wissensproduktion. In Anschluss an postkoloniale Archivkritik, Black Feminist Studies, Queer of Color Critique und medienwissenschaftliche Ansätze wird gezeigt, dass Archive durch Auswahl, Kategorisierung und Ausschluss nicht nur Vergangenheit bewahren, sondern Geschichte aktiv hervorbringen und strukturieren. Im Zentrum der Arbeit stehen drei künstlerische Positionen: Saidiya Hartmans Methode der kritischen Fabulation, Cheryl Dunyés Film The Watermelon Woman sowie die fotografische und videografische Praxis LaToya Ruby Fraziers. Die Analyse zeigt, dass diese Arbeiten an den Leerstellen hegemonialer Archive ansetzen, ohne diese einfach zu schließen. Stattdessen entwickeln sie Gegenarchive, die fragmentarische Spuren, affektive Erinnerungen, Körperlichkeit, Intimität und situiertes Wissen als eigenständige Formen historischer Erkenntnis ernst nehmen. Während Hartman durch literarisch essayistisches Schreiben mögliche Innenperspektiven marginalisierter Subjekte eröffnet, irritiert Dunye filmisch die Autorität dokumentarischer Archivbilder durch fabulative Rekonstruktion. Frazier wiederum macht über Fotografie und Video die Einschreibungen von Klasse, race, Geschlecht, Krankheit und industrieller Gewalt in Körper und Beziehungen sichtbar. Die Arbeit argumentiert, dass alternative Archivierungspraxen nicht bloß fehlende Inhalte ergänzen, sondern die Bedingungen von Erinnerung, Repräsentation und Wissensproduktion selbst verschieben. Betroffenheit, Affekt und Positionalität erscheinen dabei nicht als Gegensatz zu Erkenntnis, sondern als zentrale epistemische Modi. Auf medialer Ebene wird deutlich, dass Schreiben, Film und Fotografie jeweils spezifische Affordanzen besitzen, um marginalisierte Geschichte nicht nur darzustellen, sondern erfahrbar, verhandelbar und politisch lesbar zu machen. Alternative Archive eröffnen somit Möglichkeiten, hegemoniale Wissensordnungen zu irritieren und gesellschaftliche Wirklichkeiten sichtbar zu machen, die durch die vermeintliche Objektivität offizieller Archive verdeckt bleiben.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Atrchivkritik Archiv Feminismus alternatives Archivieren Fabulation
Schlagwörter
(Englisch)
Postcolonial studies Queer of Colour Critique Critical Studies
Autor*innen
Luka Kühn
Haupttitel (Deutsch)
Schattenhafte Erinnerungen
Hauptuntertitel (Deutsch)
alternative Archivierungspraktiken abseits der hegemonialen Archive
Paralleltitel (Englisch)
Shadowy memories
Paralleluntertitel (Englisch)
alternative archiving practices beyond the hegemonic archives
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
88 ungezählte Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Georg Schweigler
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC17912570
Utheses ID
81290
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1