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Saisonale Erntearbeit in Österreich durch Arbeiter*innen aus dem Ausland
eine Form "moderner Sklaverei"?
Ann-Sophie Pfahler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Sabine Prokop
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81483
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26830.51706.870245-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
‚Moderne Sklaverei‘ ist ein globales Phänomen von dem aktuell rund 50 Millionen Menschen betroffen sind (ILO, Walk Free, IOM 2022, 1). Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit inwiefern saisonale Erntearbeit durch migrantische Arbeitskräfte in der österreichischen Landwirtschaft als Form ‚moderner Sklaverei‘ verstanden werden kann. Anhand einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der ‚modernen Sklaverei‘ wird versucht, diesen zu konzeptualisieren und anschließend zu operationalisieren. Andererseits werden im Rahmen einer ausführlichen Literatur- und Medienrecherche relevante Aspekte der österreichischen Landwirtschaft herausgearbeitet. Hierbei werden sowohl Herausforderungen aus betrieblicher Perspektive beleuchtet als auch deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebensrealität der Erntearbeiter*innen. Die Arbeits- und Lebensrealität saisonaler Erntearbeiter*innen wird schließlich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen der landwirtschaftlichen Beschäftigung abgeglichen. Dabei wird das Spannungsverhältnis zwischen formal bestehenden arbeits- und sozialrechtlichen Schutzstandards und dokumentierten prekären Arbeits- und Lebensbedingungen in der landwirtschaftlichen Praxis aufgezeigt. Ziel dieser Arbeit ist es, ein ganzheitliches Bild der Situation migrantischer Arbeitskräfte innerhalb der österreichischen Landwirtschaft zu zeichnen und dieses mit dem Konzept der ‚modernen Sklaverei‘ abzugleichen. Dieser Abgleich ist insofern relevant, als dass eine fundierte Zuschreibung ‚moderner Sklaverei‘ als politisches Instrument genutzt werden könnte, um die Situation der saisonalen Erntearbeiter*innen aus dem Ausland in Österreich zu verbessern. Methodisch basiert die Untersuchung neben einer umfangreichen Literaturrecherche auf problemzentrierten Interviews sowie deren qualitativer Inhaltsanalyse. Hierfür wurden relevante Akteur*innen aus dem Forschungsfeld befragt. Das Erkenntnisinteresse der problemzentrierten Interviews liegt darin, die analytische Tragfähigkeit des Begriffs der ‚modernen Sklaverei‘ für diesen Kontext zu prüfen und dessen Reichweite sowie Begrenzungen herauszuarbeiten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich zentrale Strukturmerkmale moderner Sklaverei, etwa rechtliche und ökonomische Abhängigkeiten, eingeschränkte Handlungsspielräume sowie die Ausnutzung vulnerabler Positionen migrantischer Arbeitskräfte in den Beschäftigungsverhältnissen saisonaler Erntearbeiter*innen wiederfinden. Eine eindeutige Einordnung erweist sich jedoch als analytisch nicht tragfähig. Vielmehr verdeutlicht die Analyse, dass strukturelle Bedingungen vorliegen, die Ausbeutungsrisiken erhöhen, ohne den Tatbestand der ‚modernen Sklaverei‘ vollständig zu erfüllen. Keywords: Moderne Sklaverei; Rassismus; migrantische Arbeitskräfte; strukturelle Vulnerabilität; Landwirtschaft
Abstract
(Englisch)
‚Modern Slavery‘ is a global phenomenon currently affecting around 50 million people worldwide (ILO, Walk Free, IOM 2022, 1). Against this backdrop, this thesis examines to what extent seasonal agricultural labour performed by migrant workers in Austria can be understood as a form of ‚modern slavery‘. Drawing on a theoretical engagement with the concept of ‚modern slavery‘ the study seeks to both conceptualise and operationalise the term. In addition, a comprehensive review of academic literature and media sources is used to analyse key features of the austrian agricultural sector. This includes an examination of challenges from the perspective of agricultural businesses, as well as their implications for the working and living conditions of seasonal farmworkers. These conditions are subsequently analysed in relation to the legal framework governing agricultural employment. Particular attention is paid to the tension between formally established labour and social protection standards and the documented realities of precarious working and living conditions in agricultural practice. The overall aim of this study is to provide a comprehensive understanding of the situation of migrant workers in Austrian agriculture and to assess it in relation to the concept of ‚modern slavery‘. This comparison is particularly relevant as a substantiated classification of ‚modern slavery‘ may serve as a political tool to improve the conditions of seasonal migrant workers in Austria. Methodologically, the study combines an extensive literature review with problem-centered interviews, which are analysed using qualitative content analysis. Interviews were conducted with key actors from the field in order to assess the analytical applicability of the concept of ‚modern slavery‘ in this specific context and to explore its scope and limitations. The findings indicate that central structural characteristics associated with ‚modern slavery‘, such as legal and economic dependencies, restricted agency, and the exploitation of vulnerable positions, are present in the employment conditions of seasonal agricultural workers. However, a clear classification as ‚modern slavery‘ does not appear analytically sustainable. Instead, the analysis highlights the presence of structural conditions that increase the risk of exploitation without fully meeting the criteria of ‚modern slavery‘. Keywords: modern slavery; racism; migrant workers; structural vulnerability; agriculture

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Moderne Sklaverei Rassismus migrantische Arbeitskräfte strukturelle Vulnerabilität saisonale Erntearbeit Landwirtschaft Ausbeutung
Schlagwörter
(Englisch)
modern slavery racism migrant workers structural vulnerability seasonal agricultural labour agriculture labour exploitation
Autor*innen
Ann-Sophie Pfahler
Haupttitel (Deutsch)
Saisonale Erntearbeit in Österreich durch Arbeiter*innen aus dem Ausland
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Form "moderner Sklaverei"?
Paralleltitel (Englisch)
Seasonal agricultural labour in Austria by migrant workers
Paralleluntertitel (Englisch)
a form of "modern slavery"?
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
210 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sabine Prokop
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17918710
Utheses ID
81313
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
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