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Die Wieder-Holung der Wirklichkeit
die erste und zweite Zeitsynthese Deleuzes im Werk von Peter Handke
Maximilian Hauptmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Kurt Appel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81647
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27748.44295.577235-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit „Die Wieder-Holung der Wirklichkeit. Die erste und zweite Zeitsynthese Deleuzes im Werk von Peter Handke“ untersucht die philosophischen und literarischen Berührungspunkte zwischen dem Philosophen Gilles Deleuze und dem Schriftsteller Peter Handke, vermittelt durch den französischen Nouveau Roman der 1950er und 1960er Jahre. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage nach den Darstellungsmöglichkeiten der Wirklichkeit und nach dem genuin schöpferischen, produktiven und subversiven Moment, der einer solchen Wirklichkeitsdarstellung innewohnt. Der erste Teil analysiert den Nouveau Roman, allen voran Alain Robbe-Grillets Werke, als gemeinsamen Bezugspunkt beider Denker. Die Bewegung versuchte, mit einer „Literatur der Oberfläche" den psychologischen Realismus des 19. Jahrhunderts zu überwinden und Wirklichkeit frei von subjektiven Bedeutungszuschreibungen darzustellen. Drei zentrale Merkmale werden herausgearbeitet: ein anti-ideologischer Realismusbegriff, die Auflösung des Helden durch Repetition und Variation sowie ein neues Verständnis von Temporalität als offener Dauer. Der zweite Teil zeigt, warum der Nouveau Roman sein eigenes Programm nicht einlösen konnte, und zeichnet Handkes Weg von einer negativen, verweigerungsorientierten Poetik hin zu einem affirmativen, offenen Erzählen nach, das mit dem sogenannten „realistic turn" ab 1979 einsetzt. Im dritten und zentralen Teil werden Deleuzes erste und zweite Zeitsynthese aus Differenz und Wiederholung mit Handkes Werken Langsame Heimkehr, Die Lehre der Sainte-Victoire und Die Wiederholung, die den Höhepunkt seines „offenen Erzählens“ und des „realistic turn“ markieren, in Beziehung gesetzt. Die erste Zeitsynthese entspricht Handkes Poetik der reinen Betrachtung, in der das Subjekt nicht die Welt formt, sondern von ihr geformt wird. Die zweite Zeitsynthese führt das Konzept der „reinen Vergangenheit" ein, die als virtueller Möglichkeitsraum fungiert und in Handkes Werk als produktive Kraft dichterischer Welterschließung und -befragung erscheint, mit der Überzeugungen aufgelöst und neu geformt werden können. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Handkes affirmatives Erzählen philosophisch realisiert, was Deleuze theoretisch entwirft: eine Wieder-Holung der Wirklichkeit mit künstlerischen Mitteln, die durch passive Offenheit gegenüber dem Chaos der Erfahrung immer neue Bedeutungsmöglichkeiten freisetzt und sich somit starren ideologischen Erklärungsmustern widersetzt und diese durchbricht.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Deleuze Handke Differenz und Wiederholung Differenz Wiederholung Sainte Victorie Langsame Heimkehr realistic turn Nouveau Roman Robbe Grillet
Autor*innen
Maximilian Hauptmann
Haupttitel (Deutsch)
Die Wieder-Holung der Wirklichkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
die erste und zweite Zeitsynthese Deleuzes im Werk von Peter Handke
Paralleltitel (Englisch)
The repetition of reality
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
73 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Kurt Appel
Klassifikation
08 Philosophie > 08.41 Ästhetik
AC Nummer
AC17956923
Utheses ID
81332
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
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