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Bildung ohne Sprachbarriere
wie das Lernbüro Mathematik Lernförderung für Schüler:innen in ihrer Erstsprache verbessert
Victoria Kainz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Mathematik
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung Unterrichtsfach Mathematik
Betreuer*in
Johann Humenberger
DOI
10.25365/thesis.81347
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28567.44671.930650-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Wenn Sprache darüber entscheidet, was verstanden wird, wer versteht dann eigent-lich Mathematik? Die zunehmende sprachliche und kulturelle Vielfalt in Klassen-zimmern stellt das Bildungssystem vor neue Herausforderungen, kann aber ebenso das bislang wenig ausgeschöpfte Potenzial für schulisches Lernen eröffnen. Insbe-sondere im Mathematikunterricht, welcher häufig als sprachunabhängig angenom-men wird, zeigt sich, dass fachliches Verstehen eng mit sprachlichen Voraussetzun-gen verknüpft ist. Sprachliche Barrieren, basierend auf unterschiedlichen Erstspra-chen oder sprachlichen Niveaus, können den Zugang zu mathematischen Inhalten maßgeblich beeinflussen. Vor diesem Hintergrund untersucht diese Masterarbeit, inwiefern selbstorganisierte Lerngruppen in den jeweiligen Erstsprachen der Schüler:innen die Lernfortschritte im Mathematikunterricht beeinflussen. Im Zentrum steht dabei das Lernbüro Ma-thematik an der MS Augartenschule, ein offenes Lernsetting, das 2023 entwickelt und umgesetzt wurde, welches sich am Konzept der OPENSchool orientiert. Ziel des Lernbüro-Konzepts ist es, einen Raum für individualisierte, selbstorganisierte und kooperative Lernprozesse zu gestalten und dabei sprachliche Heterogenität als Res-source zu nutzen. Zur Beantwortung der dieser Arbeit zugrundeliegenden Forschungsfrage „Wie be-einflussen selbstorganisierte Lerngruppen in den jeweiligen Erstsprachen die Lern-fortschritte der Schüler:innen?“ werden theoretische Ansätze zum Offenen Unter-richt, selbstorganisiertem Lernen und kooperativen Lernformen mit Beobachtungen aus der Unterrichtspraxis verbunden. Die Ergebnisse der Arbeit verdeutlichen, dass die genannten Lerngruppen in den Erstsprachen einen entscheidenden Beitrag zum Abbau sprachlicher Barrieren leis-ten und den Zugang zu mathematischen Inhalten für eine Vielfalt an Schüler:innen erleichtern. Die Erstsprache der Lernenden fungiert dabei als kognitive Ressource, die es ermöglicht, mathematische Konzepte zunächst in einem vertrauten sprachli-chen Kontext zu erschließen und anschließend in die Unterrichts- und Fachsprache Deutsch zu übertragen. Darüber hinaus wird ersichtlich, dass diese Lernprozesse nicht nur mathematische Kompetenzen fördern, sondern auch Selbstwirksamkeit, kommunikative Fähigkeiten und kooperative Lernprozesse stärken und weiterentwi-ckeln. Insgesamt verdeutlicht die Masterarbeit und ihre Analysen, dass Mehrsprachigkeit im Mathematikunterricht nicht als Hindernis, sondern als didaktisches Potenzial an-gesehen werden kann. Selbstorganisierte Lerngruppen in der Erstsprache der Schü-ler:innen eröffnen neue Perspektiven auf einen inklusiveren und zugänglicheren Mathematikunterricht und verdeutlichen, dass Lernen dort besonders wirksam wird, wo sprachliche Vielfalt nicht reduziert, sondern bewusst genutzt und gefördert wird.
Abstract
(Englisch)
If language determines what is understood, the question is who actually understands mathematics? The growing linguistic and cultural diversity in classrooms presents new challenges for the education system, but it can also unlock the yet largely un-tapped learning potential in schools. Especially in mathematics lessons, where it is often assumed that mathematics is independent of language, it is evident that sub-ject-specific understanding is closely linked to linguistic prerequisites. Language bar-riers, based on different native languages or language levels, can significantly influ-ence access to mathematical content. Based on this backdrop, this Master’s thesis investigates the extent to which self-organised learning groups in the pupils’ respective first languages influence learning progress in mathematics lessons. The focus is on the Mathematics Learning Office (Lernbüro) at MS Augartenschule, an open learning setting developed and imple-mented in 2023, which is based on the OPENSchool concept. The aim of the Learn-ing Office concept is to create a space for individualised, self-organised and cooper-ative learning processes, whilst utilising linguistic heterogeneity as a resource. To address the research question underlying this study, “How do self-organised learning groups in pupils’ respective first languages influence their learning pro-gress?”, theoretical approaches to open-ended teaching, self-organised learning and cooperative learning methods are combined with observations from classroom practice. The findings of this study demonstrate that these learning groups in the first lan-guages make a decisive contribution to breaking down language barriers and facili-tate access to mathematical content for a diverse range of pupils. The learners’ first language functions here as a cognitive resource, enabling them to first grasp math-ematical concepts within a familiar linguistic context and subsequently transfer them into the classroom and subject-specific language of German. Furthermore, it be-comes apparent that these learning processes not only promote mathematical com-petences but also strengthen and further develop self-efficacy, communicative skills and cooperative learning processes. Overall, the master’s thesis and its analyses demonstrate that multilingualism in mathematics teaching should not be viewed as an obstacle, but rather as a source of pedagogical potential. Self-organised learning groups in the pupils’ first language open up new perspectives on more inclusive and accessible mathematics teaching and demonstrate that learning is particularly effective where linguistic diversity is not reduced, but rather consciously utilised and promoted.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Mehrsprachigkeit im Mathematikunterricht Selbstorganisierte Lerngruppen Offener Unterricht Lernbüro Peer-Learning Sprachsensibler Mathematikunterricht
Autor*innen
Victoria Kainz
Haupttitel (Deutsch)
Bildung ohne Sprachbarriere
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie das Lernbüro Mathematik Lernförderung für Schüler:innen in ihrer Erstsprache verbessert
Paralleltitel (Englisch)
Education without language barriers
Paralleluntertitel (Englisch)
how the maths "Lernbüro" improves learning support for pupils in their first language
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
82 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Humenberger
Klassifikationen
31 Mathematik > 31.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
80 Pädagogik > 80.03 Methoden und Techniken der Pädagogik
AC Nummer
AC17912216
Utheses ID
81347
Studienkennzahl
UA | 199 | 511 | 520 |
