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Landschaftsarchäologische Analysen in Dürnkrut und Jedenspeigen
ein bedeutender Siedlungsraum über Jahrtausende
Fabian Benedict
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Urgeschichte und Historische Archäologie
Betreuer*in
Wolfgang Neubauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81428
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28594.60625.791974-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit präsentiert eine landschaftsarchäologische Analyse der Region um Dürnkrut und Jedenspeigen im Nordosten Niederösterreichs, wobei archäologische, topographische, pedologische und hydrographische Daten in einem Geographischen Informationssystem (GIS) integriert werden. Im Fokus steht die Rekonstruktion der Landschaft entlang der March in den vergangenen 7.000 Jahren mit dem Ziel, zentrale umweltbezogene und sozio-kulturelle Faktoren zu identifizieren, die die Lage und Struktur von Siedlungen beeinflussten. Die Analyse unterscheidet vier Hauptlandschaftseinheiten – Hügelland, Terrassengebiet, Talebene und Augebiet –, die jeweils durch unterschiedliche geomorphologische und hydrologische Bedingungen gekennzeichnet sind. Die Talebene und die angrenzenden Augebiete boten aufgrund fruchtbarer Böden, der Verfügbarkeit von Wasser und des Zugangs zu natürlichen Ressourcen besonders günstige Bedingungen für eine Besiedlung. Archäologische Nachweise, einschließlich großflächiger magnetischer Untersuchungen, zeigen eine dichte und kontinuierliche Besiedlung, wobei große Siedlungsareale häufig in der Nähe von Fließgewässern lagen. Die Siedlungspräferenzen variierten im Laufe der Zeit. Frühneolithische Siedlungen lagen beispielsweise auf leicht erhöhten, gut entwässerten Standorten, während sich die Siedlungen in der späten Latènezeit und in der römischen Kaiserzeit in tief gelegene Bereiche nahe der Augebiete verlagerten, was auf optimale klimatische Bedingungen hindeutet. Im Gegensatz dazu lässt sich vom Früh- bis zum Spätmittelalter eine deutliche Verlagerung hin zu höher gelegenen und weiter entfernten Standorten beobachten. Durch die Integration von Umwelt- und archäologischen Daten zeigt die Untersuchung, dass das Klima eine Schlüsselrolle bei der Anlage der Siedlungen spielte. Darüber hinaus führte der zunehmende menschliche Einfluss – wie Entwaldung und Landwirtschaft – zu Bodenerosion und steigenden Hochwasserrisiken. Bis zum Mittelalter zwangen diese Prozesse die Menschen zu einer dauerhaften Verlagerung ihrer Siedlungen weg von hochwassergefährdeten Gebieten. Die Arbeit hebt das komplexe Zusammenspiel von Umweltbedingungen, Klimavariabilität und menschlicher Aktivität bei der langfristigen Entwicklung von Siedlungsdynamiken hervor.
Abstract
(Englisch)
This thesis presents a landscape-archaeological analysis of the region surrounding Dürnkrut and Jedenspeigen in the northeast of Lower Austria, integrating archaeological, topographical, pedological, and hydrographical data within a Geographic Information System (GIS). The study focuses on the reconstruction of the landscape along the March River over the past 7,000 years, with the aim of identifying key environmental and socio-cultural factors influencing settlement location and structure. The analysis distinguishes four main landscape units – hilly terrain, terrace zone, valley plains, and floodplain – each characterized by distinct geomorphological and hydrological conditions. The valley and adjacent floodplains provided particularly favorable conditions for settlements and agriculture due to fertile soils, water availability, and access to natural resources. Archaeological evidence, including large-scale magnetic surveys, reveals dense and continuous occupation, with large settlement areas often located close to watercourses. Settlement preferences varied over time. Early Neolithic settlements for example were located on slightly elevated, well-drained sites, while during the Late La Tène and Roman periods, settlements shifted to lower-lying areas near floodplains, likely reflecting optimal climatic conditions. In contrast, from the Early to Late Middle Ages, a clear movement toward higher and more distant locations can be observed. By integrating environmental and archaeological data, the study demonstrates that climate played a key role in shaping settlement patterns. Additionally, increasing human impact – such as deforestation and agriculture – led to soil erosion and rising flood risks. By the Middle Ages, these processes forced a lasting relocation of settlements away from flood-prone areas. Overall, the thesis highlights the complex interaction between environmental conditions, climate variability, and human activity in shaping long-term settlement dynamics.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Landschaftsarchäologische Analyse Landschaftsrekonstruktion Dürnkrut Jedenspeigen Siedlungsdynamik in Flusslandschaften March Niederösterreich langfristige Umweltveränderungen
Schlagwörter
(Englisch)
landscape-archaeological analysis landscape reconstruction Dürnkrut Jedenspeigen settlement dynamics in riverine landscapes Morava Lower Austria long-term environmental changes
Autor*innen
Fabian Benedict
Haupttitel (Deutsch)
Landschaftsarchäologische Analysen in Dürnkrut und Jedenspeigen
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein bedeutender Siedlungsraum über Jahrtausende
Paralleltitel (Englisch)
Landscape-archaeological analysis in Dürnkrut and Jedenspeigen
Paralleluntertitel (Englisch)
a significant settlement area over millennia
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
iii, 149 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Neubauer
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.15 Archäologie ,
15 Geschichte > 15.19 Vor- und Frühgeschichte ,
38 Geowissenschaften > 38.88 Regionale Hydrologie
AC Nummer
AC17915123
Utheses ID
81353
Studienkennzahl
UA | 066 | 801 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1