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Sommerlernprogramme als Modell für Sprachförderung
eine qualitative Untersuchung zu den didaktischen Methoden der Summer City Camps
Emilia Kleinpaß
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Betreuer*in
Marlene Aufgebauer
DOI
10.25365/thesis.81400
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10395.77721.850633-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht sprachförderliche Prozesse in informellen, außerschulischen Lernkontexten am Beispiel der Summer City Camps in Wien. Im Fokus steht die Frage, wie WuSeL-Lehrkräfte (WuSeL = Wissen und Spaß entdeckendes Lernen) sowie Ferienbetreuer*innen sprachfördernde Elemente wahrnehmen, interpretieren und in ihre pädagogische Praxis integrieren. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Annahme, dass sprachliche Bildungsprozesse nicht ausschließlich im schulischen Unterricht stattfinden, sondern ebenso in alltagsnahen, spielerischen und sozialen Interaktionen entstehen. Informelle Lernsettings eröffnen dabei vielfältige sprachliche Handlungsräume, in denen Sprachförderung häufig implizit und alltagsintegriert erfolgt. Die theoretische Rahmung verbindet Konzepte der Durchgängigen Sprachbildung, alltagsintegrierten Sprachförderung, Mehrsprachigkeit sowie informellen und spielbasierten Lernens. Ergänzend werden entwicklungspsychologische Ansätze wie Vygtoskys Zone der nächsten Entwicklung und das Konzept des Scaffoldings herangezogen, um sprachliche Lernprozesse in sozialen Interaktionen theoretisch zu fundieren. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein Mixed-Methods-Design mit qualitativem Schwerpunkt gewählt. Die Datenerhebung erfolgte durch leitfadengestützte Interviews mit WuSeL-Lehrkräften, standardisierte Fragebögen für Ferienbetreuer*innen sowie Beobachtungen im Campalltag. Ergänzend wurden autoethnografische Feldnotizen eingesetzt, um die Rolle der Forscherin reflexiv zu berücksichtigen. Die qualitativen Daten wurden mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet, während die quantitativen Daten deskriptiv analysiert wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Sprachförderung im untersuchten Setting überwiegend als impliziter, spielerisch eingebetteter Prozess verstanden wird. Besonders bedeutsam sind kommunikative Interaktionen im Spiel, ritualisierte Abläufe sowie alltagsnahe Gesprächsanlässe. Sprachförderung wird dabei vor allem mit der Förderung mündlicher Kompetenzen, der Sprechbereitschaft und der Schaffung eines angstfreien Kommunikationsraums verbunden. Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede in den professionellen Deutungsmustern der beteiligten Akteur*innen, insbesondere hinsichtlich der bewussten Wahrnehmung sprachförderlicher Situationen und der Einschätzung der eigenen pädagogischen Rolle. Die Arbeit leistet einen Beitrag zum Verständnis sprachlicher Bildungsprozesse in informellen Lernkontexten und verdeutlicht die zentrale Bedeutung pädagogischer Fachkräfte für die Gestaltung sprachförderlicher Interaktionen. Darüber hinaus zeigt die Arbeit, dass sprachliche Förderung auch außerhalb formaler Unterrichtssituationen stattfinden kann und informelle Lernräume ein relevantes Potenzial für sprachliche Bildung darstellen.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines language-promoting processes in informal, out-of-school learning contexts, using the Summer City Camps in Vienna as a case study. The focus is on how WuSeL teachers (WuSeL = learning that combines knowledge and fun) and summer camp counselors perceive, interpret, and integrate language-promoting elements into their educational practice. The starting point of this work is the assumption that language development does not take place exclusively in the classroom, but also occurs through everyday, playful, and social interactions. Informal learning settings open up a wide range of opportunities for language use, in which language development often occurs implicitly and is integrated into daily life. The theoretical framework combines concepts from holistic language education, language support integrated into daily life, multilingualism, and informal and play-based learning. In addition, developmental psychology approaches such as Vygotsky’s Zone of Proximal Development and the concept of scaffolding are drawn upon to provide a theoretical foundation for language learning processes in social interactions. To answer the research question, a mixed-methods design with a qualitative focus was chosen. Data were collected through structured interviews with WuSeL teachers, standardized questionnaires for camp counselors, and observations of daily camp life. In addition, autoethnographic field notes were used to reflectively account for the researcher’s role. The qualitative data were analyzed using Kuckartz’s qualitative content analysis, while the quantitative data were analyzed descriptively. The results show that language development in the setting under study is predominantly understood as an implicit process embedded in play. Of particular significance are communicative interactions during play, ritualized routines, and everyday conversational opportunities. Language development is primarily associated with fostering oral skills, encouraging children to speak, and creating a safe space for communication. At the same time, differences emerge in the professional interpretive frameworks of the participants, particularly with regard to their conscious awareness of language-promoting situations and their assessment of their own pedagogical role. This study contributes to our understanding of language learning processes in informal learning contexts and highlights the crucial role that educators play in facilitating language-promoting interactions. Furthermore, the study demonstrates that language development can also take place outside of formal classroom settings and that informal learning spaces offer significant potential for language education.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Sprachförderung Durchgängige Sprachbildung informelles Lernen spielbasiertes Lernen Mehrsprachigkeit Summer City Camps subjektive Theorien
Schlagwörter
(Englisch)
Language development continuous language education informal learning play-based learning multilingualism Summer City Camps subjective theories
Autor*innen
Emilia Kleinpaß
Haupttitel (Deutsch)
Sommerlernprogramme als Modell für Sprachförderung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Untersuchung zu den didaktischen Methoden der Summer City Camps
Paralleltitel (Englisch)
Summer learning programs as a model for language development
Paralleluntertitel (Englisch)
a qualitative study of the teaching methods used at summer city camps
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
178 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marlene Aufgebauer
AC Nummer
AC17913660
Utheses ID
81378
Studienkennzahl
UA | 066 | 814 | |
